Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170701 VO Film-Aktionismus (2017W)

Vorlesung mit interaktiven Elementen

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 09.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 16.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 23.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 30.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 06.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 13.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 20.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 27.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 04.12. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 11.12. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 08.01. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 15.01. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Montag 22.01. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Gründung der Aktionsanalytischen Kommune Friedrichshof (1972 auf einem alten Landgut im Burgenland) sollte die durch die Erziehung in der Kleinfamilie entstandenen Schädigungen aufheben. Unter dem Einfluss der Schriften von Wilhelm Reich und Sigmund Freud entwarf der Aktionist und Kommunarde Otto Mühl ein Gesellschaftsmodell, dessen wichtigste Merkmale die Aktionsanalyse, die Selbstdarstellung, das gemeinsame Eigentum und die freie Sexualität waren. Die Aktionsanalyse wurde von Mühl als Basis einer Gegengesellschaft eingeführt. Für dieses von Mühl autoritär geführte, nach Hierarchien strukturierte, millionenschwere Unternehmen und organisierte Kommunenleben gab es zunächst eine große Anhängerschaft. In therapeutischen Gruppenaktionen wurden sexuelle Zwänge bearbeitet, die allerdings durch das Sexualverhalten von Mühl selbst als Repressionsinstrument und Machtpotenzial ausgenutzt wurden und seine Anhängerschaft in psychische und sexuelle Abhängigkeit beziehungsweise Hörigkeit führten. Nach Auflösung der Kommune wurde Mühl 1991 wegen Beischlafs mit Minderjährigen bis hin zur Vergewaltigung zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Das gefährliche Potentials der Machtkonzentration und Unterdrückungen bedenkend, sind dennoch zahlreiche Kunstprojekte und Aktionen am Friedrichshof entstanden, auch mit dem Medium Film wurde experimentiert und gearbeitet. Der Film-Aktionismus dieser Zeit zeigt unterschiedliche Ergebnisse und wird den Interessen und Ansprüchen der Kommunarden gerecht. So unterscheiden sich die Kurz- und Kinderfilme sowohl in ästhetischer als auch in inhaltlicher Sicht.. Das Interesse an Filmprojekten begann 1983, als eine Umatic-Kamera und Schnittanlage vom Gemeinschaftseigentum der Kommune gekauft wurde. Mühl hatte bereits Filmerfahrung aus der Zeit des Aktionismus.
Mit den Spielfilmen begaben sich die Kommunarden bewusst auf das Feld des klassischen Hollywoodkinos und ihrer Unterhaltungsindustrie. Jeder der Filme hat einen oder eine Reihe von Protagonisten, eingebunden in eine narrative Handlung werden versteckte Ideologien und individuelles Künstlertum entlarvt. Den Geschichten sind erzählerische Lücken, das Zufallsprinzip und Improvisation eingeschrieben, und immer wieder die Selbstthematisierung der Künstlerszene. So ergibt sich ein Set an Merkmalen, die auch den Alltag am Friedrichshof spiegeln: Selbstdarstellung in den abendlichen Aktionsanalysen, freie Sexualität, schnelle, unkontrollierte Assoziations- und Rollenspiele, Machtsspiele mit ihren subtilen Formen der gewalttätigen und psychischen Unterdrückungsmechanismen, exzessive Mal- und Materialaktionen. Der Körper wird zum Repräsentanten der Kommunikation.
Ziele, Methoden:
Zu meiner Vorlesung themenspezifisch passend liegt der Schwerpunkt in dieser Lehrveranstaltung in der Beschäftigung mit der Kommune, mit alternativen Gesellschaftsmodellen und ihren künstlerischen Filmprojekten. Die Kommune Friedrichshof soll in all ihren Facetten einem reenactment unterzogen werden, zu einer kritischen Auseinandersetzung und Reflexion mit Gesellschaftsmodellen führen. Räume der Interaktion sollen entstehen, die Distanz zwischen Lehrender und Studierenden sollen aufgebrochen werden, ein wissenschaftlicher Diskurs mit teilnehmender Beobachtung soll sich durch Gespräche mit Kommunarden und einer Exkursion nach Zurndorf entfalten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Roundtable Gespräche, Essay

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

siehe moodle plattform

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Sa 24.04.2021 00:19