Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170720 UE Periphere Formen? (2021S)

Zur Geschichte und Gegenwart performativer Vorstadt-Praxis in Wien

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Die LV findet bis auf Weiteres DIGITAL statt!

Termine:

MITTWOCH ab 10.3.2021, 11:30-13:00


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In diesem Seminar stehen performative Praktiken außerhalb normativer Kategorisierungen im Zentrum. Anliegen ist es Grundlagen zu einer Geschichtsschreibung aus Kultur- und Kunstdiskursen bisher exkludierter Praxis sowohl in Geschichte als auch Gegenwart aufzufinden. performative Praxis abseits der sogenannten Hochkultur meint künstlerisch-aktivistische Ausdrucksformen, die kaum in einen Kanon von Beispielen der Subversion, des Widerstandes oder der Rebellion aufgenommen worden sind. Unser Interesse gilt es unbekannten subversiven, widerständigen und rebellischen Praktiken an der Peripherie von Wien nachzugehen, um aufzufordern eine bisher nicht geschriebene Geschichte anzuerkennen und in Denk- und Forschungsdispositive aufzunehmen. Die Peripherie von Wien bietet zahlreiche historische als auch gegenwärtige Beispiele, die es zu dokumentieren und zu analysieren gilt.
Unser Interesse zielt auf historisch von den Theaterbehörden so genannte Vergnügunsgetablissements außerhalb des metropolitanen Zentrums, auf historische Formen des Straßentheaters (Seiltanz, Akrobatik, Zauberei, Taschenspieler_innen), auf historische Formen von Protest, die mit gegenwärtiger Praxis zusammengebracht werden. Beispiele die analysiert und diskutiert werden erstecken sich einerseits auf historische Beispiele wie Zirkus, Varieteformen in den Außenbezirken, wie dem Prater, der Leopoldstadt oder Favoriten, Volkstheater in Gemeindebauten, oder das Volxtheater Favoriten. Andererseits werden aktuelle Projekte erforscht: die Stadt Wien setzt mit dem Programm Shift Schwerpunkte auf Stadtprojekte mit Fokus auf die Peripherie Wiens, wie mit Gods Entertainment Guggenheim Museum in Floridsdorf oder der Hasenleiten Vorstadt Revue in Simmering. Und auch das Stadt-Projekt „Sodom Vienna“ 2021 wird die subversive perverse Kampagne mit Varieté und Zirkusformen im roten Wien fortsetzen und wird in der LV behandelt.
Methodenmix aus theaterhistorischer Grundlagenforschung, Performancetheorien, Klassentheorien.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Als Abschluss des Seminars wird ein Projektforschungsbericht erstellt. An diesem wird im Verlauf des Semesters kontinuierlich gearbeitet und in einzelnen Einheiten werden die erbrachten Zwischenergebnisse evaluiert.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die erfolgreiche Absolvierung des Seminars erfordert die aktive Teilnahme, kontinuierliche Mitarbeit und Bereitschaft zur Diskussion. Formulierung eines Projektforschungsvorhabens nach den ersten beiden Einheiten, Verschriftlichung der einzelenen Arbeitsschritte des Projektforschungsvorhabens.
Im Verlauf des Semesters werden drei Termine (Stunde nach Ostern, Stunde nach Pfingsten und vorletzter Termin) zur Evaluierung der Zwischenergebnisse genutzt.

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff wird das im Verlauf des Semesters erarbeitete individuelle Projektforschungsvorhaben. Grundlegende Materialien und Literatur stehen via moodle zur Verfügung.

Literatur

Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede: Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Suhrkamp, Frankfurt 1987.
Pierre Bourdieu: Sozialer Sinn. Suhrkamp, Frankfurt 1993.
Wolfgang Maderthaner/ Lutz Musner: Die Anarchie der Vorstadt. Das andere Wien um 1900. Frankfurt/New York: Campus 1999.
Siegfried Mattl, Klaus Müller-Richter, Werner Michael Schwarz (Hg.): Felix Salten: Wurstelprater.
Ein Schlüsseltext zur Wiener Moderne. Mit Originalaufnahmen von Emil Mayer. Wien. Promedia 2004.
Gin Müller: Possen des Performativen: Theater, Aktivismus und queere Politiken. Wien. Turia Kant: 2008.
Birgit Peter: „Zirkus und Geschmack“. In: Grotkopp, Matthias Kappelhoff , Hermann Wihstutz, Benjamin (Hrsg.). Geschmack und Öffentlichkeit. Zürich: Diaphanes. 2019, 163-179.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26