Universität Wien FIND

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180002 SE Schiller (2021S)

Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Fr 04.06. 15:00-19:30 Digital

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 16.04. 15:00 - 19:30 Digital
Freitag 23.04. 15:00 - 19:30 Digital
Freitag 11.06. 15:00 - 19:30 Digital
Freitag 18.06. 15:00 - 19:30 Digital
Freitag 25.06. 15:00 - 19:30 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In der Schrift Über die ästhetische Erziehung des Menschen greift Schiller die zeitgenössische Debatte über einen sittlichen Staat, d.h. einen aus Freiheit und nicht aus natürlicher Not begründeten und geformten Staat auf. Scheinbar will er durch den politischen Einstieg in eine Schrift, die ja der ästhetischen, nicht der politischen, Erziehung gilt, lediglich rechtfertigen, warum er sich in Zeiten größter politischer Umbrüche (Französische Revolution) überhaupt mit ästhetischen Fragen beschäftigt; bald aber zeigt sich, dass sein Programm ästhetischer Erziehung selbst auf die Verwirklichung politischer Freiheit zielt. So zeigt es sich umgekehrt als Besonderheit der politischen Theorie Schillers, dass sie eine ästhetische Bildung des individuellen Subjekts zur Voraussetzung der Realisierung von Freiheit macht. Schiller kommentiert dabei implizit eine Reihe von Positionen aus der zeitgenössischen Philosophie und versucht, Triebe, Empfinden, Denken und Handeln bzw. Psychologie, Ästhetik, Erkenntnistheorie, Moral und Politik neu miteinander in Beziehung zu setzen.
Das Ziel des Seminars ist es, die verschiedenen Dimensionen von Schillers Erziehungstheorie im Zusammenhang zu verstehen und kritisch ihre systematische Bedeutung zu reflektieren. Wo nötig werden die Texte Absatz für Absatz, Satz für Satz oder Wort für Wort gemeinsam besprochen. Ausdrücklich sollen auch Bezüge zur Situation der Bildung in unserer Gegenwart hergestellt werden. Ein konkreter Anknüpfungspunkt hierfür wäre z.B. die kritische Gesellschaftstheorie Herbert Marcuses, die vermittelt über Freud an Schiller anschließen will.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Das Seminar soll, wenn irgend möglich, als Präsenzveranstaltung stattfinden. Grundsätzlich wird die aktive Teilnahme an den Sitzungen erwartet. Die Texte müssen zuvor so gelesen werden, dass sie diskutiert werden können (d.h. z.B. notieren Sie sich Fragen, schauen Sie unbekannte Wörter nach etc.; idealer Weise schreiben Sie sich ein Exzerpt). Als Teilleistungen dienen entweder ein Lesebericht (kommentiertes Exzerpt) und eine Hausarbeit oder ein Referat mit anschließender schriftlicher Ausarbeitung.
Falls das Seminar nicht in Gruppenpräsenz stattfinden darf, wird die Veranstaltungsform folgende sein, vorausgesetzt Sprechstunden bleiben möglich: Einige wenige Termine werden als Videokonferenz im Plenum abgehalten. Darüber hinaus bekommt jeder Teilnehmer zwei individuelle Gesprächstermine, bei denen inhaltliche Fragen besprochen werden können, vor allem aber Entwürfe der eigenen schriftlichen Teilleistungen kommentiert und diskutiert werden sollen, d.h. es findet ein individuelles Schreibcoaching statt. Sollte das auch nicht möglich sein, könnte neben den Videokonferenzen eine Schreibbetreuung per Mail stattfinden. Über Häufigkeit und Termine der Videositzungen wird ggf. informiert.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Die Beurteilung setzt sich entweder aus einem kurzen Lesebericht (30 %) und einer Hausarbeit von 15-20 Seiten (70 %) zusammen oder aus einem Referat (30 %) mit schriftlicher Ausarbeitung (70 %).
Der Lesebericht bezieht sich auf einen auszuwählenden Textabschnitt und enthält Angaben zum Inhalt, Ihren persönlichen Leseeindruck und ggf. kritische Reflexionen. Die Themen für Referate und Hausarbeiten werden individuell abgesprochen. Dabei kann es sich sowohl um die Seminartexte handeln als auch um Texte aus dem thematischen Umkreis, die eigenständig vorgeschlagen werden können

Prüfungsstoff

Es handelt sich um eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung, daher gibt es keine Abschlussprüfung, sondern nur die beschriebenen Teilleistungen

Literatur

Das Seminar ist konzentriert auf intensive Lektüre der Primärliteratur. Daher wird von den folgenden Texten nicht alles gemeinsam durchgearbeitet werden können. Es können aber zu allen Texten und darüber hinaus Referate und Hausarbeiten übernommen werden. Weitere Literatur hierfür wird im Seminar individuell besprochen.
Es können notfalls immer auch andere Ausgaben als die hier angegebenen verwendet werden.

- Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, Sämtliche Werke, hg. v. G. Fricke / H. G. Göpfert, München 1959 u.ö., Bd. 5, S. 570-669.

- Friedrich Schiller, Bemerkungen zu Wilhelm von Humboldt: Über das Studium des Altertums und des griechischen insbesondere, Sämtliche Werke, hg. v. G. Fricke / H. G. Göpfert, München 1959 u.ö., Bd. 5, S. 1042-1043.

- Friedrich Schiller / Friedrich Christian von Augustenburg, ausgewählte Briefe (diese finden Sie 1) in: F. Schiller, Werke und Briefe in 12 Bd., Frankfurt am Main 1992, Bd. 8 , 2) in: Schillers Werke, Nationalausgabe, Bd. 34 I, Weimar 1991)

- Herbert Marcuse, Triebstruktur und Gesellschaft, Frankfurt am Main 1965 u.ö. oder in: Schriften Bd. 5, versch. Auflagen und Nachdrucke.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26