Universität Wien FIND

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180006 SE Platon, Der Dialog Sophistes (2011W)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Altgriechische Kenntnisse sind erwünscht, aber nicht unbedingt erforderlich.
Bei Verhinderung in der 1. Seminarsitzung am 3.10. ersuche ich um ein email.
Weitere Informationen zur Didaktik und Organisation des Seminars sowie zur weiteren Literatur erfolgen in der ersten Seminarsitzung am 3.10.

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 03.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 10.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 17.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 24.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 31.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 07.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 14.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 21.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 28.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 05.12. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 12.12. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 09.01. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 16.01. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 23.01. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 30.01. 18:00 - 20:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Dialog gehört zur Spätphilosophie Platons. Er stellt den Mittelteil einer Dialogtrilogie dar: Von Erkenntnistheorie (Theaithetos), zu Ontologie (Sophistes) und schließlich zu Politischer Theorie (Politikos). Ein Dialog mit dem Titel Philosophos hätte folgen sollen. Zentral geht es im Sophistes also um die Frage nach dem Seienden, welche sich in eleatischer Tradition mit der Frage nach dem Nicht-Seienden verknüpft, aber so, dass jegliche Negativität vom Seienden ferngehalten sein soll (vgl. Parmenides, Fr. 1-8). Platon setzt sich in dem Dialog mit seinem eigenen Eleatismus auseinander, der die Konzeption seiner Ideenlehre (z.B. in den Dialogen Phaidon und Politeia) bestimmte: Die Idee als ewig und beständig sich selbst gleich sollte keinerlei Negatives an sich heranlassen. Die Frage nach dem Seienden ist genuin mit der nach dem Wissen, genauer dem wahren Wissen, dem dialektischen Wissen, verbunden. Das Nicht-Seiende zeigt sich zunächst im Wissen des Sophisten, einem nur scheinbar beanspruchten wahren Wissen und weiter in dem falschen Wissen. Von daher ergibt sich der Rahmen und Titel des Dialogs, der Sophist. Es geht in dem Dialog also um die Abhebung des philosophischen Wissens vom Wissen des Sophisten.
Die weitere Untersuchung des Nicht-Seienden als solchen führt zur Aufstellung von fünf Hauptbegriffen oder Prinzipien darunter des heteron (des Anderen bzw. Verschiedenen) welche Hauptbegriffe den Sinn des Seiendseins alles Wirklichen mit Einschluß der Negativität thematisieren. Der Dialog stellt wohl die reifste Antwort Platons zu den Themen Sein, Idee und dem dialektischen Wissen dar.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Geplant ist die Erarbeitung des gesamten Dialogs, der wichtigen Partien jedenfalls nahe an genauer Textlektüre, vor dem oben dargestellten Hintergrund zentraler Themen und Aspekte sowie sparsam mit Einbezug einschlägiger Partien in anderen Dialogen Platons. Die Seminarsitzungen im Jänner sollen Zeit für Ergänzungen und Exkurse, z.B. zu Platons Dialektik vor dem Hintergrund Hegelscher Dialektik sowie für weitere Diskussion bieten.

Prüfungsstoff

Referate bzw. Impulsreferate, Textlektüre und Diskussion

Literatur

Platon, Der Sophist, griechisch/deutsch, Reclam 6339
Platon, Der Sophist, griechisch/deutsch, Philos. Bibl. 265, Felix Meiner Verlag Hamburg
Michael Erler, Platon, Becksche Reihe Denker, München 2006
Platon, Seine Dialoge in der Sicht neuer Forschungen, hg. v. Theo Kobusch und Burkhard Mojsisch, WBG Darmstadt 1996.
Platon-Lexikon von Christian Schäfer, WBG Darmstadt 2007
Diverse einschlägige Artikel im Historischen Wörterbuch der Philosophie
Bruno Liebrucks, Platons Entwicklung zur Dialektik, Frankfurt am Main 1949

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA M 1, § 4.1.2

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36