180025 PS Kants Kritik der teleologischen Urteilskraft (2012W)
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
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An/Abmeldung
Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").
- Anmeldung von Fr 14.09.2012 12:00 bis So 30.09.2012 12:00
- Abmeldung bis Mi 31.10.2012 23:59
Details
max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch
Lehrende
Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert
- Freitag 12.10. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 19.10. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 09.11. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 16.11. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 23.11. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 30.11. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 07.12. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 14.12. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 11.01. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 18.01. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
- Freitag 25.01. 13:00 - 15:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Information
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Ist es nicht seltsam, in einem Proseminar zu Metaphysik/Ontologie Kants Kritik der teleologischen Urteilskraft zu behandeln? War Kant denn nicht der Zerstörer der klassischen Metaphysik einschließlich des von Aristoteles herkommenden teleologischen Naturdenkens? Hat Kant nicht jede Art von Naturzweck zu einem "Als-ob" (Vaihinger) fiktionalisiert? Diese Vorurteile wollen wir in einer aufmerksamen Lektüre der Einleitung sowie vor allem des zweiten Teils der Kritik der Urteilskraft (1790) auf den Prüfstand stellen.In der Kritik der Urteilskraft geht es generell um den Zusammenhang von Naturbegriff und Freiheitsbegriff und also um die systematische Einheit der ersten beiden Kritiken. Um diesen Zusammenhang zu denken, führt Kant das Vermögen der "reflektierenden Urteilskraft" und deren Prinzip der "Zweckmäßigkeit" ein. Im zweiten Teil geht es speziell um die Frage, ob es in der Natur Phänomene gibt, die als zweckmäßig gedacht werden müssen: die Phänomene organischen Lebens. Die wichtigsten Interpretationsfragen bezüglich der generell als schwierig geltenden Ausführungen des zweiten Teils der Kritik der Urteilskraft werden sein: Ist der von Kant in die Naturbetrachtung eingeführte Zweckgedanke "bloß subjektiv" oder sagt er "objektiv" etwas über die Wirklichkeit aus? Plädiert Kant auch in der Biologie für eine Reduktion aller teleologischen Zweckursachen auf mechanistische Wirkursachen?Wir werden dabei auch einem Hinweis von Ernst Cassirer nachgehen: "Jeder Versuch, eine Biologie aufzubauen, die sich den Gebrauch des Zweckbegriffs versagt und die allein mit dem Begriff der 'mechanischen' Kausalität arbeitet, wird von ihm (Kant) für unmöglich erklärt. Wir können nach Kant den 'Gegenstand' der Biologie nicht einmal bezeichnen, wir können das Phänomen Leben nicht als solches erfassen, wenn wir uns nicht bestimmter Kategorien bedienen, die ihrer Grundbeschaffenheit nach teleologisch sind. Sicherlich hätte Kant dieses Urteil auch auf die Darwinistische Biologie erstreckt." (Cassirer 1940, 341) Vor diesem Hintergrund werden wir den Zusammenhang der kantischen Problemstellung der natürlichen Zweckmäßigkeit zu zeitgenössischen öffentlichen Debatten rund um "Neodarwinismus" (= jede Behauptung einer natürlichen Zweckmäßigkeit ist unsinnig) und "Intelligent Design" (= von einer natürlichen Zweckmäßigkeit lässt sich auf ein zwecksetzendes Wesen schließen) herstellen.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Die Note setzt sich aus drei Teilleistungen zusammen: (1) mündlich: Mitarbeit (physische und geistige Präsenz, Diskussionsbeiträge); (2) mündlich/schriftlich: Impulsreferat mit Handout bzw. Seminargespräche auf der Basis von mehreren schriftlichen Lektürereflexionen unter dem Semester (je 1 S.); (3) schriftlich: Proseminararbeit zu einem vereinbarten Thema (10-15 S.).
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Vertiefende Kenntnis der kantischen Grundbegriffe; Orientierung bezüglich des Ansatzes der Kritik der Urteilskraft; Verständnis einiger grundlegender ontologischer Sachprobleme eines teleologischen Naturdenkens.
Prüfungsstoff
Angeleitete Lektüre und gemeinsame Auslegung von Teilen des Werkes (Einleitung; Kritik der teleologischen Urteilskraft). Schriftliche Arbeiten optional mit Feedback. Unterstützung durch eLearning.
Literatur
Pflichtliteratur:
- Beliebige Ausgabe von Kants Kritik der Urteilskraft (z.B. Weischedel-Ausgabe bei Suhrkamp).Empfehlenswerte Begleitliteratur:
- Otfried Höffe (Hg.): Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft. Berlin 2008 (= Klassiker Auslegen, Bd. 33).
- Reinhard Löw: Philosophie des Lebendigen. Der Begriff des Organischen bei Kant, sein Grund und seine Aktualität. Frankfurt am Main 1980.
- Ernst Cassirer: "Neuere Kantliteratur" (1940), in: Ders.: Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe. Hrsg v. Birgit Recki. Bd. 22, Darmstadt 2006, 327-347.
- Eric Weil: "Sinn und Tatsache", in: Ders: Probleme des Kantischen Denkens. Berlin 2002, 63-100.
- Hans Jonas: Das Prinzip Leben. Ansätze zu einer philosophischen Biologie. Frankfurt am Main 1994.
- Eckart Förster: Die 25 Jahre der Philosophie. Eine systematische Rekonstruktion. Frankfurt am Main 2011.
- Beliebige Ausgabe von Kants Kritik der Urteilskraft (z.B. Weischedel-Ausgabe bei Suhrkamp).Empfehlenswerte Begleitliteratur:
- Otfried Höffe (Hg.): Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft. Berlin 2008 (= Klassiker Auslegen, Bd. 33).
- Reinhard Löw: Philosophie des Lebendigen. Der Begriff des Organischen bei Kant, sein Grund und seine Aktualität. Frankfurt am Main 1980.
- Ernst Cassirer: "Neuere Kantliteratur" (1940), in: Ders.: Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe. Hrsg v. Birgit Recki. Bd. 22, Darmstadt 2006, 327-347.
- Eric Weil: "Sinn und Tatsache", in: Ders: Probleme des Kantischen Denkens. Berlin 2002, 63-100.
- Hans Jonas: Das Prinzip Leben. Ansätze zu einer philosophischen Biologie. Frankfurt am Main 1994.
- Eckart Förster: Die 25 Jahre der Philosophie. Eine systematische Rekonstruktion. Frankfurt am Main 2011.
Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis
BA M 5.1, PP 57.3.2
Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36