Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180032 VO-L Zivilisationsanalyse und Dekoloniale Philosophie (2025W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Hinweis der SPL Philosophie:

Das Abgeben von ganz oder teilweise von einem KI-tool (z.B. ChatGPT) verfassten Texten als Leistungsnachweis (z.B. Seminararbeit) ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich als mögliche Arbeitsweise genehmigt wurde. Auch hierbei müssen direkt oder indirekt zitierte Textstellen wie immer klar mit Quellenangabe ausgewiesen werden.

Die Lehrveranstaltungsleitung kann zur Überprüfung der Autorenschaft einer abgegebenen schriftlichen Arbeit ein notenrelevantes Gespräch (Plausibilitätsprüfung) vorsehen, das erfolgreich zu absolvieren ist.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 22.10. - entfällt (Konferenzteilnahme)

  • Mittwoch 15.10. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 22.10. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 29.10. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 05.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 12.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 19.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 26.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 03.12. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 10.12. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 17.12. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 07.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 14.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
  • Mittwoch 21.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Begriff „Zivilisationsanalyse“, der von Said Amir Arjomand und Edward Tiryakian verwendet wird, soll die Kombination theoretischer und historischer Ansätze für die vergleichende Untersuchung von Zivilisationen hervorheben. Insbesondere liegt der Schwerpunkt auf den konstitutiven Mustern und der langfristigen Dynamik von Zivilisationen - verstanden als makrokulturelle, makrosoziale und makrogeschichtliche Einheiten - sowie auf der Frage ihrer mehr oder weniger aktiven Beteiligung an modernen Transformationen. Laut Johann P. Árnason versucht die Zivilisationsanalyse nicht, alle Ebenen der sozio-historischen Realität unter zivilisatorischen Kategorien zusammenzufassen, sondern wichtige Phänomene, die zuvor von den Geisteswissenschaften vernachlässigt wurden, richtig zu thematisieren. Eine solche Aufgabe beinhaltet die Verknüpfung von ontologischen oder kosmologischen Visionen (Interpretationsrahmen) mit den Hauptbereichen des sozialen Lebens, d. h., den institutionalisierten Formen des sozialen Handelns und der Interaktion. Die beiden Schlüsselkomponenten, die die sozio-historische Sphäre verbinden (Interpretationsrahmen und institutionalisierte Formen sozialen Handelns), beziehen sich hauptsächlich auf die Machtstrukturen, in denen sich spezifische kulturelle Orientierungen widerspiegeln. Während diese zivilisatorische Dimension im Großen und Ganzen implizit oder latent in der Gesellschaft ist, ist sie dennoch eine wichtige Determinante des sozialen Lebens, die berücksichtigt werden muss. Die „Zivilisationsanalyse“ wurde zwar eher als „Subdisziplin“ von Soziologie bzw. der historischen Soziologie etabliert, die Vorlesung wird jedoch – im ersten Teil – versuchen, die philosophischen Wurzeln zu rekonstruieren und Autoren wie z. B. Maurice Merleau-Ponty, Jan Patočka und Cornelius Castoriadis näher zu besprechen. Im zweiten Teil wird die Vorlesung die Kritik an post- und dekoloniale Autoren rekonstruieren, die aus der zivilisatorischen Perspektive gekommen sind und versucht herausfinden, inwieweit sie relevant sei. Dabei wird man sich auf die gegenwärtigen Diskussionen fokussieren, wie etwa von Ina Kerner, Nikita Dhawan, Hans Schelkshorn, Eduardo Mendieta, Linda Martín Alcoff, u. a.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Prüfung am Ende des Semesters. Hilfsmittel sind nicht erlaubt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

60 % aus der Prüfungsleistung

Prüfungsstoff

Vorlesungen + Literatur

Literatur

ARJOMAND, S. A. & TIRYAKIAN E.A. (eds.): Rethinking Civilizational Analysis. London: SAGE, 2004.
ARNASON, J. P.: Civilizations in Dispute: Historical Questions and Theoretical Traditions. Leiden: Brill, 2004.
CASTORIADIS, C.: Gesellschaft als imaginäre Institution: Entwurf einer politischen Philosophie. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1990.
2012.
DUNAJ, Ľ. – SMITH, J. – MERTEL, K. C. M., eds.: Civilization, Modernity, and Critique: Engaging Johann P. Arnason’s Macro-Social Theory. London and New York: Routledge 2023).
KERNER, I.: Postkoloniale Theorie. Hamburg: Junius 2012.
MERLEAU-PONTY, M.: Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin: de Gruyter, 1966/1974.
MERLEAU-PONTY, M: Das Sichtbare und das Unsichtbare. München: Fink, 1994.
PATOČKA, J.: La surcivilisation et son conflit interne. In: Liberté et sacrifice, ed. E. Abrams, Grenoble: J. Millon, 1990, S. 99–177.
SCHELKSHORN, H.: Rethinking European Modernity. Reason, Power, and Coloniality in Early Modern Thought. London: Bloomsbury, 2024.
VARELA, M. – DHAWAN N.: Postkoloniale Theorie: Eine kritische Einführung. UTB: 2020.
WOLF, H. (Hrsg.): Das Imaginäre im Sozialen: Zur Sozialtheorie von Cornelius Castoriadis. Götingen: Wallstein,

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.01.2026 13:06