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180077 VO Die philosophischen Grundlagen der Civilizational Analysis (2021W)

Vorlesung mit Lektüre

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
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Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 12.10. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 19.10. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 09.11. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 16.11. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 23.11. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 30.11. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 07.12. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 14.12. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 11.01. 09:45 - 11:15 Digital
Dienstag 18.01. 09:45 - 11:15 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Begriff „Zivilisationsanalyse“, der von Said Amir Arjomand und Edward Tiryakian verwendet wird, soll die Kombination theoretischer und historischer Ansätze für die vergleichende Untersuchung von Zivilisationen hervorheben. Insbesondere liegt der Schwerpunkt auf den konstitutiven Mustern und der langfristigen Dynamik von Zivilisationen - verstanden als makrokulturelle, makrosoziale und makrogeschichtliche Einheiten - sowie auf der Frage ihrer mehr oder weniger aktiven Beteiligung an modernen Transformationen. Laut Johann P. Árnason versucht die Zivilisationsanalyse nicht, alle Ebenen der sozio-historischen Realität unter zivilisatorischen Kategorien zusammenzufassen, sondern wichtige Phänomene, die zuvor von den Geisteswissenschaften vernachlässigt wurden, richtig zu thematisieren. Eine solche Aufgabe beinhaltet die Verknüpfung von ontologischen oder kosmologischen Visionen (Interpretationsrahmen) mit den Hauptbereichen des sozialen Lebens, d. h., den institutionalisierten Formen des sozialen Handelns und der Interaktion. Die beiden Schlüsselkomponenten, die die sozio-historische Sphäre verbinden (Interpretationsrahmen und institutionalisierte Formen sozialen Handelns), beziehen sich hauptsächlich auf die Machtstrukturen, in denen sich spezifische kulturelle Orientierungen widerspiegeln. Während diese zivilisatorische Dimension im Großen und Ganzen implizit oder latent in der Gesellschaft ist, ist sie dennoch eine wichtige Determinante des sozialen Lebens, die berücksichtigt werden muss. Die „Zivilisationsanalyse“ wurde zwar eher als „Subdisziplin“ von Soziologie bzw. der historischen Soziologie etabliert, die Vorlesung wird jedoch versuchen, die philosophischen Wurzeln zu rekonstruieren und Autoren wie z. B. Maurice Merleau-Ponty, Jan Patočka und Cornelius Castoriadis näher zu besprechen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Prüfung am Ende des Semesters. Hilfsmittel sind nicht erlaubt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

60 % aus der Prüfungsleistung

Der erste Prüfungstermin wurde für den 25.01.2022 angelegt. Der Test wird in digitaler Form (auf Moodle) ablaufen. Es gibt 10 Fragen aus dem Fragenkatalog (dort befinden sich insgesamt 25-30 Fragen), die Sie offen beantworten können, pro Frage gibt es maximal 2 Punkte, die Bestehensgrenze liegt bei 12 Punkten. Es gilt das Open Book-Prinzip. Sollten vor oder während der Prüfung Probleme auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend per E-Mail an mich.
Außerdem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ich mir - um dem Plagiarismus in dieser veränderten Prüfungssituation vorzubeugen - vorbehalten, bis zu 4 Wochen nach der Prüfung einzelne Studierende zu einer mündlichen Überprüfung zu laden. Dieser Aufforderung muss nachgekommen werden, eine Nichtteilnahme wirkt sich negativ auf die Bewertung aus. Für die 10 Prüfungsfragen haben Sie jeweils einen Versuch und 90 Minuten Zeit. Es handelt sich um offene Fragen. Sollten Sie diese innerhalb der 90 Minuten nicht vollständig beantworten können, werden Ihre Antworten am Ende der Zeit automatisch abgeschickt.

Prüfungsstoff

Vorlesungen + Literatur

Literatur

ARJOMAND, S. A. & TIRYAKIAN E.A. (eds.): Rethinking Civilizational Analysis. London: SAGE, 2004.
ARNASON, J. P.: Civilizations in Dispute: Historical Questions and Theoretical Traditions. Leiden: Brill, 2004.
ARNASON, J. P.: The Labyrinth of Modernity: Horizons, Pathways and Mutations. Lanham – Boulder – New York – London: Rowman & Littlefield 2020.
CASTORIADIS, C.: Gesellschaft als imaginäre Institution: Entwurf einer politischen Philosophie. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1990.
MERLEAU-PONTY, M.: Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin: de Gruyter, 1966/1974.
MERLEAU-PONTY, M: Das Sichtbare und das Unsichtbare. München: Fink, 1994.
PATOČKA, J.: La surcivilisation et son conflit interne. In: Liberté et sacrifice, ed. E. Abrams, Grenoble: J. Millon, 1990, S. 99–177.
WOLF, H. (Hrsg.): Das Imaginäre im Sozialen: Zur Sozialtheorie von Cornelius Castoriadis. Götingen: Wallstein, 2012.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 02.02.2022 09:49