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180080 SE Was ist Leben? (2017S)

Konzepte in Lebensphilosophien und Biowissenschaften (bis21. Jh.)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 06.03. 16:45 - 20:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 20.03. 16:45 - 20:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 03.04. 16:45 - 20:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Montag 24.04. 16:45 - 20:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 08.05. 16:45 - 20:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 22.05. 16:45 - 20:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 29.05. 16:45 - 20:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 12.06. 16:45 - 20:00 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 26.06. 16:45 - 20:00 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Wir sind konfrontiert mit einer großen Bandbreite diverser „Lebens“-Bestimmungen: von existentialistischen und phänomenologischen (Lebenswelt, Lebewelt) über Wissenschaftsphilosophie (Biowissenschaften) und Medizin bis zu politischen (Biopolitik, Sozialdarwinismus) und religiösen Extrapolationen. Dieser Herausforderung widmet sich das Seminar, indem repräsentative Texte von Aristoteles bis Agamben und Kandel, also von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, auf den jeweiligen Lebensbegriff hin untersucht werden. Der LV-Titel stammt übrigens von Erwin Schrödinger.
Worin unterscheiden sich die verschiedenen Zugänge, worin treffen sie zusammen? Was wäre ein nicht-reduktionistischer Begriff von Leben? Ziel des Seminars ist, zwischen den relevanten Begriffen und Debatten zum Syndrom des Lebens einen (wie auch immer problematischen) orientierenden philosophischen Anspruch zu artikulieren.

Zentrale Begriffe, die geschärft und kritisch erfasst werden sollen, sind: Leben-Tod; "ewiges Leben"; bios vs. zoe; Organismen/Mechanismen; Organisches/Anorganisches; Unterschied belebte-unbelebte Natur, Autopoiesis vs. Generation, Epigenesis vs. Präformation, Lebenswelt, Lebewelt. Molekularbiologie; Bios theoretikos; Biologismus, Vitalismus, Psychologismus; Wachstum-Blüte-Vefall als Modell für Gesellschaft und Geschichte.
Anhand der historischen Themenblöcke (Antike / Aufklärung / 19. Jahrhundert-Lebensphilosophie / Phänomenologie / Naturwissenschaften bzw. "hard sciences" sowie Gender- und Biopolitik im 20.-21. Jh.) sollen traditioneller Philosopheme kennen gelernt sowie ihre Relevanz für aktuelle praktische wie theoretische Fragen eingeübt und überdacht werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche und schriftliche Leistungen im Lauf des Seminars: Diskussion/Referat (mit Thesenpapier) und schriftliche Arbeit in Form von 1 abschließenden Seminararbeit zu 1 Thema oder 3 ausgearbeiteten Handouts zu drei Referatsthemen (à ca. 5 Seiten). Referate sollen als Vorarbeiten zur schriftlichen Arbeit dienen. D.h. können inhaltlich auch vorläufigen Charakter haben.

Bachelor-Arbeiten möglich.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Persönliche Anwesenheit. Mindestens drei der angegebenen Texte sind gründlich zu lesen und zu exzerpieren.
Notenanteil Referate und Mitarbeit: 40 %, schriftliche Arbeiten: 60%.
Beurteilungskriterien bei schriftlichen Arbeiten:
Erforderlich für Durchschnitt bis Gut:
• Sachverständnis
• Texterfassung
• Eigenständiger zusammenhängender Argumentationsgang
• Formale Standards (Zitate, Literaturverzeichnis …)
Darüber hinaus Pluspunkte für Sehr gut:
• Kritische Problematisierung
• Eigene zusätzliche Literaturrecherche und Lektüre
• Sprache (Klarheit, Stil, Orthographie)
• Authentizität

Prüfungsstoff

Abgesehen vom eigenen Referatsthema und dem/den unmittelbar dazugehörigen Text/en sind mindestens drei der im Seminar behandelten Texte gründlich zu kennen, ebenso die im Semester thematischen Grundbegriffe und -probleme.
Themenüberblick mit Referatsterminen zum Semesterbeginn.

Literatur

-- Agamben, Giorgio: Homo Sacer. Die souveräne Macht und das nackte Leben. [1995.] Aus dem Italienischen von Hubert Thüring. Frankfurt am Main: edition suhrkamp 2002: ausTeil 2
-- Brentano, Franz: Vom Ursprung sittlicher Erkenntnis. Mit Einleitungen und Anmerkungen hrsg. von Oskar Kraus. Unveränderter Nachdruck der vierten Auflage von 1955. Hamburg: Felix Meiner 1969 (= PhB 55), S. 3-44
--Descartes, René: Die Leidenschaften der Seele / Les passions de l’ame. Übersetzt und hrsg. von Klaus Hammacher. Hamburg: F. Meiner ²1996 (= PhB 345)
-- Dilthey, Wilhelm: Leben und Erkennen. In: Ders. Gesammelte Schriften., Bd. XIX. Hrsg. von H. Johach und F. Rodi. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1982, S. 333-388
-- Hollitscher, Walter: Ursprung und Entwicklung des Lebens. Unter Mitarbeit von Rolf Löther. Köln: Pahl-Rugenstein 1984. Teil II, S. 60-93
-- Husserl, Edmund: Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie.
-- Kandel, Eric: Gene, Gehirne und das Selbstverständnis des Menschen;sowie Biologie und die Zukunft der Psychoanalyse. In: ders.: Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes. Aus dem Amerik. von Michael Bischoff und Jürgen Schröder. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2006, S. 301-313 sowie 119-183 (Auszug)
-- Kant, Imanuel: Kritik der Urteilskraft. (z.B. Weischedel Bd. X). Erster Teil der Methodenlehre der teleologischen Urteilskraft
-- Lactantius, Lucius Caecilius Frimianus: Divinae institvtiones, Buch 7: De vita beata. Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar von Stefan Freund . Berlin [u.a.]: de Gruyter 2009 Kap. 5-9, 11, 14, 21-24
-- Leibniz, Gottfried Wilhelm: Considerations sur les principes de vie, et sur les natures plastiques, par l’auteur du système de l’harmonie preétablie/ Betrachtungen über die Prinzipien des Lebens und über die plastischen Naturen, von dem Autor des Systems der prästabilierten Harmonie (1705). In: Philosophische Schriften 4. Hrsg. H. Herring. Darmstadt: Wiss. Buchges. 2013, S. 327–347
-- Schlegel, Friedrich: Philosophie des Lebens. In fünfzehn Vorlesungen gehalten zu Wien im Jahre 1827. In: Ders.: Philosophie des Lebens […] und Philosophische Vorlesungen… Hrsg. und eingeleitet v. Ernst Behler. München - Paderborn - Wien: Schöningh, Zürich: Thomas-Verlag 1969 (= KSA 10). VO 1, 9 und 15 (S. 4-22, 165-184, 288-307)
-- Schrödinger, Erwin: Was ist Leben? [1944] Aus dem Englischen von L. Mazurczak, Einführung von Peter Fischer. München • Zürich: Piper 4.Aufl.1993. Kap. 7 und Epilog
SEKUNDÄRLITERATUR und Literaturalternativen können bis zu einem gewissen Grad von den TeilnehmerInnen eigenständig eingebracht werden je nach Wissenhintergrund und Engagement: z.B.: Lettow, Susanne: Biophilosophien. Wissenschaft, Technologie und Geschlecht im philosophischen Diskurs der Gegenwart. Frankfurt am Main: Campus 2011 / Kühn, Rolf: Leben – eine Besinnung. Freiburg u.a.: Alber 2004 / Barad, Karen: aus: Agentieller Realismus, 2012 / List, E.: Grenzen der Verfügbarkeit: die Technik, das Subjekt und das Lebendige. Wien: Passagen 2001 / Misch, G.: Lebensphilosophie und Phänomenologie. Eine Auseinandersetzung der Diltheyschen Richtung mit Heidegger und Husserl. (2. Aufl. Leipzig und Berlin 1931:) Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 1967 / Rickert, H.: Die Philosophie des Lebens. 2., unv. Aufl., Tübingen: Mohr 1922, K. 11: Das Recht der Lebensphilosophie, S. 171-195 / Schürmann, V.: Die Unergründlichkeit des Lebens. Lebens-Politik zwischen Biomacht und Kulturkritik. Bielefeld: transcript 2011 (= Sozialphilos. Studien 5) / Schütz, A./Luckmann, Th.: Strukturen der Lebenswelt. Darmstadt [u.a.]: Luchterhand 1975 / Simmel, G.: Lebensanschauung (1922), K.1: Die Transzendenz des Lebens / Thompson, M.: Leben und Handeln Berlin: Suhrkamp 2011. K. 1, S. 4-107: Die Repräsentation des Lebens / -- Wolff, Caspar Friedrich: Theorie von der Generation. Berlin: Birnstiel 1764: Vorläufige Abhandlung (aus S. 2-135)
HANDAPPARAT wird eingerichtet.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 14
MA Ethik M02 A, B, D
UF MA PP 02B Schwerpunkt Praktische Philosophie
PP § 57.3.5

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:52