Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180090 FS Kant und Reinhold im Kontext der rationalistischen und empiristischen Ästhetik (2020S)

10.00 ECTS (4.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Mi 18.3.2020 14.00 - 16.30, NIG, 3. Stock, Sitzungszimmer Dekanat, Raum B0305
Mi 25.3.2020 14.00 - 16.30, NIG, 3. Stock, Sitzungszimmer Dekanat, Raum B0305

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 11.03. 14:00 - 16:30 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 01.04. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 22.04. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 29.04. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 06.05. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 13.05. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Samstag 16.05. 08:00 - 18:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 20.05. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 27.05. 14:00 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 03.06. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 10.06. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 17.06. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock
Mittwoch 24.06. 14:00 - 16:30 Seminarraum 3A NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Forschungsseminar beschäftigt sich mit der ästhetischen Theorie Karl Leonhard Reinholds (1757–1823), welche in der Perspektive der zahlreichen anderen ästhetischen Theorien des 18. Jahrhunderts untersucht werden soll, die Reinhold maßgeblich bestimmt haben. Mit Hilfe der Texte Reinholds werden Ausgang und Entwicklung der Ästhetik im Zeitalter der Aufklärung in den Blick genommen, um in eins damit Reinholds Theorie des Geschmacks zu erfassen und zu vertiefen. Das Forschungsseminar möchte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit eröffnen, zu einer neuen Publikation mit dem Titel Reinholds Ästhetik im Diskussionszusammenhang des 18. Jahrhunderts beizutragen, sofern die gemeinsame Arbeit in der Lehrveranstaltung qualitativ hervorragende, publikationsfähige Textbeiträge erwarten lässt.

Inhalt:
In seiner Schrift Über die Natur des Vergnügens (1788) diskutiert Reinhold vier voneinander zu unterscheidende Theorien des Geschmacks, die seiner Meinung nach die ganze Entwicklung der Ästhetik im 18. Jahrhundert aus paradigmatisch unterschiedlichen Positionen geprägt haben. 1. den sinnlichen Subjektivismus der Theorien des Gefühls von Jean-Baptiste Dubos und Louis-Jean de Pouilly, 2. den rationalen Objektivismus von Christian Wolff und Moses Mendelssohn, 3. den rationalen Subjektivismus von Johann Georg Sulzer, welcher eine Art subjektivistische Korrektur von Wolffs Rationalismus beinhaltet, 4. den sinnlichen Objektivismus von Claude Adrien Helvétius, welcher schließlich die subjektivistischen und die objektivistischen Positionen vereint und die materielle Konstitution des Vergnügens betont. In den letzten Seiten der Schrift stellt Reinhold die Positionen von Ernst Platner (seinem ehemaligen Lehrer in Leipzig) vor und versucht somit, seine eigene Auffassung des Geschmacks anzugeben. Reinholds Text enthält jedoch keine vollständige Erklärung seiner ästhetischen Theorie, und der positive Hinweis auf Platner reicht nicht aus, um sie ausführlich und überzeugend zu begreifen. Um seine Position besser zu erfassen, sind daher weitere, klassischen Theorien der Schönheit und des Geschmacks dieser Zeit einzubeziehen, wie die von Johann Christoph Gottsched, von Alexander Gottlieb Baumgarten und Georg Friedrich Meier oder die von Nicht-Philosophen wie Johann Joachim Winckelmann und Gotthold Ephraim Lessing. Darüber hinaus soll auch der historische Kontext in Jena berücksichtigt werden, in dem Reinhold seine Lehre und seine Forschung zur Ästhetik entwickelt hat. Wir werden in diesem Sinne seine Beziehung zu seinem Schwiegervater Christoph Martin Wieland untersuchen, über dessen Oberon Reinhold drei Mal (im SS 1788, WS 1788/1789 und SS 1789) vorgelesen hat, und sein Verhältnis zu Christian Gottfried Schütz, welcher sowohl den ausgeprägten Kantianismus als auch die Wichtigkeit der Ästhetik an der Universität Jena sehr stark mitbestimmte. Johann August Eberhardt ist der Autor des Werks, über das Reinhold bis 1790 seine Vorlesungen zur Ästhetik hielt. Besondere und sehr wichtige Bedeutung kommt schließlich Reinholds Verhältnis sowohl zu Immanuel Kant zu, dessen Kritik der Urteilskraft sein ganzes Verständnis ästhetischer Themen ab 1790 prägte als auch zu seinem Zuhörer und Freund Friedrich Schiller, auf den er einen nicht unerheblichen Einfluss ausübte.

Methoden:
Die Lehrveranstaltung folgt einem vorgegebenen Lektüreplan zu den relevanten Schriften Reinholds und den genannten Autoren, die in textnaher gemeinsamer Lektüre gelesen, studiert und diskutiert werden. Für jede Einheit werden entsprechend dem Lektüreplan Referate gehalten, die idealerweise schon dazu beitragen sollten, diejenige Expertise im Rahmen des Forschungsseminars auszubilden, die befähigen, schließlich einen publikationsreifen Text auszuarbeiten.
Ein genauer Lektüreplan sowie der Plan der Publikation wird in der 1. Sitzung ausgegeben.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Es handelt sich um eine immanente Lehrveranstaltung, die regelmäßige Mitarbeit erfordert. Schriftlich ausgearbeitete Referate zu Quellentext und ausgewählten Forschungsbeiträgen bzw. weiteren Texten, aktive Teilnahme am Unterricht sowie die Teilnahme an einem zusätzlichen Lektüretag am Samstag, dem 16. Mai 2020 sind Voraussetzung für den positiven Scheinerwerb. Ziel der Teilnahme am Forschungsseminar ist, einen publikationsreifen Beitrag unter Anleitung, Beratung und Betreuung der SeminarleiterInnen für den Band Reinholds Ästhetik im Diskussionszusammenhang des 18. Jahrhunderts auszuarbeiten, der sich sowohl mit Reinholds, aber auch Kant oder Schillers ästhetischen Schriften als auch einem der angegebenen Kontexte der Ästhetik befasst.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung für eine wenigstens positive Beurteilung: Schriftlich ausgearbeitetes Referat zu Quellentext und ausgewählten weiteren Texten und Forschungsbeiträgen, schriftliche Ausarbeitung einer Hausarbeit von 15 bis 20 Seiten, regelmäßige Mitarbeit an der Lehrveranstaltung.

Prüfungsstoff

Literatur

Wird auf Moodle und in der 1. Sitzung bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:21