Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180092 SE Macht, Körper und Sexualität bei Foucault (2014S)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Achtung!! Die LV ist 14 tägig

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 19.03. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 02.04. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 30.04. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 14.05. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 28.05. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 11.06. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 18.06. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 25.06. 17:00 - 20:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Vor dem Hintergrund der Kontingenz jeder Ordnung (Waldenfels) und der damit verbundenen Implikation, dass Vernunft und Macht sich nicht trennscharf unterscheiden lassen, hat im Gefolge von Nietzsche Michel Foucault eine der avanciertesten Theorien der Macht (neben staatstheoretischen und kommunikativ ausgerichteten) entwickelt. Diese Analyse der Macht hat in den letzten Jahrzehnten eine breite Rezeption, aber auch scharfe Kritik erfahren. Vor allem im Kontext der sogenannten Postmoderne- und Tod-des-Subjekts-Diskussion wurden Foucaults Analysen normative Defizite, Monismus und Metaphysik der Macht vorgeworfen. Lange Zeit war die Rezeption Foucaults dadurch geprägt und wurde - vor allem im deutschsprachigen Raum - sehr einseitig geführt. Mittlerweile ist die Diskussion nüchterner geworden und wurde immer mehr sichtbar, welche entscheidenden und produktiven Ansätze Foucaults Denken für eine Thematisierung von Macht, Wissen und Subjekt für die Humanwissenschaften und die Philosophie bietet.
In der Lehrveranstaltung soll vor dem Hintergrund dieser geänderten Rezeptionslage, aber auch durch philosophiegeschichtliche Situierungen Foucaults Analyse der Macht, die dieser vor allem anhand der Themen Körper und Sexualität entwickelt hat, herausgearbeitet werden, und zwar vor allem in Bezug auf seine sogenannten machttheoretischen Schriften wie Überwachen und Strafen und Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, aber auch andere Texte aus dem Umfeld herangezogen werden, die eine Erweiterung und auch Selbstkritik an seiner Machtheorie beinhalten. Macht, so Foucault, wirkt nicht von außen auf Körper und Sexualität ein oder unterdrückt sie, sondern ist als Wirklichkeitsmacht an der Konstitution von bestimmten Körper- und Erotikordnungen beteiligt. Daher geht es Foucault analog wie anderen (wie z. B. Hannah Arendt) um die Ausarbeitung eines Machtbegriffs, der die Verengung von Macht auf Herrschaft oder Unterdrückung rückgängig macht und im Anschluss vor allem an Nietzsche die Produktivität der Macht betont.
In seiner Theorie der Biomacht bekommt dabei die Sexualität als eine historische Ordnung der Erotik für Foucault in modernen Gesellschaften einen eminenten Stellenwert, da es gerade die Sexualität ist, die den Körper des Einzelnen mit dem Körper der Bevölkerung verbindet. Diese Zeitdiagnose, die gerade im letzten Jahrzehnt eminent rezipiert wurde, soll dabei auch einen Ausblick der Lehrveranstaltung ausmachen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Zeugniserwerb durch 1) schriftliche Textkommentare plus 2a) Referat (auch schriftlich und umfangsmäßig auszuarbeiten) oder 2b) Seminararbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Einführung in und Auseinandersetzung mit zentralen Themen der Philosophie Michel Foucaults.

Prüfungsstoff

Einführungen durch den Lehrveranstaltungsleiter, Lektüre und Diskussion von Texten, die in Referaten vorgestellt werden.

Literatur

Primärliteratur:
Foucault, Michel: Die Ordnung des Diskurses, Frankfurt am Main, 1991.
Foucault, Michel: Überwachen und Strafen, Frankfurt am Main, 1976.
Foucault, Michel: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, Frankfurt am Main, 1977.
Foucault, Michel: In Verteidigung der Gesellschaft, Frankfurt am Main, 2001.
Foucault, Michel: Schriften in vier Bänden, Frankfurt am Main, 2001-2005.

Es wird einen Reader mit den Texten des Seminars geben, der kurz nach Lehrveranstaltungsbeginn im Facultas-Buchshop im NIG erhältlich sein wird.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 11, BA M 13, PP 57.3.7

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36