Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180095 SE Die Kriegslogik brechen  (2026W)

Impulse aus der interkulturellen Friedensethik

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
KPH-W-NÖ

Hinweis der SPL Philosophie:

Das Abgeben von ganz oder teilweise von einem KI-tool (z.B. ChatGPT) verfassten Texten als Leistungsnachweis (z.B. Seminararbeit) ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich als mögliche Arbeitsweise genehmigt wurde. Auch hierbei müssen direkt oder indirekt zitierte Textstellen wie immer klar mit Quellenangabe ausgewiesen werden.

Die Lehrveranstaltungsleitung kann zur Überprüfung der Autorenschaft einer abgegebenen schriftlichen Arbeit ein notenrelevantes Gespräch (Plausibilitätsprüfung) vorsehen, das erfolgreich zu absolvieren ist.
Mi 14.10. 09:45-11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Mittwoch 21.10. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 28.10. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 04.11. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 11.11. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 18.11. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 25.11. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 02.12. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 09.12. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 16.12. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 13.01. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 20.01. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
  • Mittwoch 27.01. 09:45 - 11:15 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Merkbar zunehmende Kriege, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit sowie weitere kriegslogische Gewalthandlungen, Aufrüstung, Säbelrasseln und Kampfesrhetorik werfen die Frage auf: was sollen wir jetzt tun?

Wer diese Frage stellt, steht mitten in der Friedensethik. Sie konfrontiert sich mit Krieg und Frieden sowohl theoretisch als auch praktisch. Sie fragt nach den Konzepten und Begriffen innerhalb der Felder "Krieg" und "Frieden" und erarbeitet zugleich Methoden der Durchführbarkeit und Erreichbarkeit des Friedens, der Identifikation, Verhinderung und Verminderung von Gewalt. Das Seminar untersucht die Beiträge der Friedensethik aus interkultureller Sicht, da Friede nur in einer gemeinsamen Welt entstehen kann und nicht selbst kolonial von den "einen" den "anderen" befohlen oder (doch wieder mit Gewalt) erzwungen werden kann. Selbst die Logik von "die einen" und "die anderen" erfährt in der interkulturellen Friedensethik nachhaltige Kritik.

Frieden ist keineswegs nur eine Überbrückungszeit, um gleichsam die Waffen neu zu laden. Er ist aus Sicht einer wirksamen Friedensethik auch nicht in der Logik "Willst du den Frieden, so rüste zum Krieg" garantiert - denn diese Logik wird immer zum Krieg führen. Auch ist Frieden kein temporäres Tauschgeschäft unter Gewalttäter:innen, die sich Vorteile daraus sichern wollen. Er drückt sich ebenso wenig in der "mutually assured destruction (MAD)" aus, die mit der Bedrohung der totalen wechselseitigen Vernichtung operiert. So etwas ist in der Friedensethik nur Krieg mit anderen Mitteln. Frieden erschöpft sich nicht in der bloßen Abwesenheit von Gewalt (= "negativer Friede"), sondern ist eine gestaltende Änderung der Lebensweise von Menschen (= "positiver Friede").

Das Seminar wird in der Untersuchung solcher "Kriegslogiken" durch die interkulturelle Friedensethik die Begriffe "Krieg" und "Frieden" erforschen und tragfähige Konzept des Friedens erarbeiten sowie deren Umsetzung diskutieren. Dabei wird ein weiter Bogen sowohl aus geistesgeschichtlichen, handlungstheoretischen und dekolonialen Friedensmodellen als auch aus angewandten, alltagspraktischen bis hin zu sprachrhetorischen Überlegungen bearbeitet. Zuletzt stellt sich sodann die Frage, wie auf dieser Basis eine zeitgemäße Friedensbildung aussehen kann.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel


a) Anwesenheitspflicht (max. 3x untentschuldiges Fehlen)

b) 1x mündlicher Beitrag im Seminar in Form eines Einzel- oder Gruppenbeitrages zu einem der Themen mit Bezug auf via MOODLE bereitgestellte Texte

c) 3x schriftliche Reflexion zu je einem Thema des Seminars (insgesamt 12-15 Seiten)
ODER
1x Seminararbeit zu einem ausgewählten Thema des Seminars (12-15 Seiten)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

50-60% (Genügend) bei inhaltlich zusammenfassender Erfüllung aller Beiträge (mündl. und schriftl.)
61-85% (Befriedigend-Gut) bei inhaltlich argumentierend-abwägender Erfüllung aller Beiträge (mündl. und schriftl.)
86-100% (Sehr Gut) bei inhaltlich selbstständig-ergänzender Erfüllung aller Beiträge (mündl. und schriftl.)
Die Beurteilungskriterien werden in der LV noch einmal genau erläutert.

Prüfungsstoff

Auf MOODLE zur Verfügung gestellte Inhalte

Literatur

Zur Einführung:

Halbmayr, Alois; Mautner, Josef (Hg.): Friedensethik der Zukunft. Bielefeld 2024.
Werkner, Ines-Jacqueline; Ebeling, Klaus (Hg.): Handbuch Friedensethik. Wiesbaden 2017.
Jäger, Thomas; Beckmann, Rasmus (Hg.): Handbuch Kriegstheorien. Wiesbaden 2011.
Imbusch, Peter; Zoll, Ralf (Hg.): Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einführung. Wiesbaden 2010.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 08.09.2026 14:30