Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180108 UE Rhetorik und Argumentationstheorie für das Lehramt (2020W)

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Zusammenfassung

1 Posselt , Moodle
2 Schörkhuber , Moodle

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").
An/Abmeldeinformationen sind bei der jeweiligen Gruppe verfügbar.

Gruppen

Gruppe 1

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch
Lernplattform: Moodle

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Lehrveranstaltung wird als ONLINE-LV abgehalten. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie über die notwendige technische Ausstattung (stabiles Internet, Video, Audio etc.) verfügen. Je nach Möglichkeit werden einzelne Präsenzeinheiten durchgeführt.

Dienstag 13.10. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 20.10. 16:45 - 18:15 Digital
Freitag 23.10. 13:15 - 14:45 Digital
Dienstag 27.10. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 03.11. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 10.11. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 17.11. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 24.11. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 01.12. 16:45 - 18:15 Digital
Freitag 11.12. 13:15 - 14:45 Digital
Dienstag 15.12. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 12.01. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 19.01. 16:45 - 18:15 Digital
Dienstag 26.01. 16:45 - 18:15 Digital

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Argumentationstheorie beschäftigt sich mit der Frage, welche Argumentationsformen geeignet sind, einen Standpunkt auf korrekte und überzeugende Weise zu begründen, ohne dabei in Widersprüche oder Argumentationsfehler zu geraten. Ihre historischen Wurzeln hat die Argumentationstheorie in der Rhetorik, die von Aristoteles erstmals wissenschaftlich begründet und mit der Logik auf eine Stufe gestellt wird. Zentrale Fragen sind u.a.: Was ist überhaupt ein gutes, überzeugendes Argument? Welche Gründe können angeführt werden, um Argumente zu stützen oder zu schwächen? Wie identifiziert man Fehlschlüsse und Scheinargumente? Was sind die Besonderheiten philosophischen Argumentierens wie Selbstanwendungsargumente, Gedankenexperimente etc.?

Ziel der LV ist die Vermittlung und praktische Einübung der Grundlagen philosophischen Argumentierens ausgehend von paradigmatischen Texten der Philosophie (Aristoteles, Locke, Carnap, Putnam, Foucault u.a.).

Methode: Präsentation & Diskussion, Hausübungen, Textanalyse und Verfassen eigener Kurzpapers

Die LV wird von einer Fachmentorin begleitet. Neben der Vertiefung des Lehrstoffes, der Textlektüre und der gemeinsamen Diskussion bietet die Mentorin Unterstützung bei der Textanalyse und dem Verfassen eigner kurzer Texte nach den Standards wissenschaftlichen Arbeitens.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Kenntnisse der LV "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" werden vorausgesetzt.
1. regelmäßige Teilnahme (max. 3 Fehleinheiten)
2. aktive Mitarbeit und Vorbereitung der Texte und Übungen (20%)
3. Kurzpapers (40%)
4. Zwischentest & Abschlussprüfung (40%)

Mit der Anmeldung zu dieser Lehrveranstaltung stimmen Sie zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen im moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen: max. 3 Fehleinheiten; positive Gesamtbeurteilung der Teilleistungen 3 (Kurzpapers) und 4 (Zwischen- & Abschlusstest).

Prüfungsstoff

Philosophie und Rhetorik: Geschichte und System der Rhetorik, Philosophie und Literatur
Grundlagen der Argumentationstheorie: Struktur und Funktion von Argumenten, log. und rhet. Argumentationsschemata, Toulmin-Schema, formale und informale Fehlschlüsse
Argumentieren in der Philosophie: Ethik und Argumentation, sprachkritische Argumente, Selbstanwendungsargumente, transzendentale Argumente, Gedankenexperimente, diskursanalytische und dekonstruktive Argumentationsstrategien

Literatur

Die philosophischen Primärtexte werden als Reader (erhältlich im Facultas-NIG-Shop erhältlich) zur Verfügung gestellt.

Gruppe 2

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch
Lernplattform: Moodle

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 12.10. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 19.10. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 09.11. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 16.11. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 23.11. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 30.11. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 07.12. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 14.12. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 11.01. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 18.01. 09:30 - 11:30 Digital
Montag 25.01. 09:30 - 11:30 Digital

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Seit der Antike treten Rhetorik und Philosophie als Antagonisten auf, deren einer des anderen bedarf, um sich jeweils selbst ins Recht zu setzen. So nennt Platon die Sophisten bloße Redekünstler, die ihre zahlenden Zuhörer mit den Mitteln der Sprache derart zu verzaubern mögen, dass sie beliebige Meinungen für die allein gültige Wahrheit halten. Zugleich aber ist das von ihm selbst gezeichnete Bild der Philosophierenden – die aus Liebe zur Wahrheit der dunklen Höhle der Meinungen entsteigen, um in die Helle der Ideen zu schauen – ein Musterbeispiel rhetorischer Redekunst. Die Wahrheit, so scheint es, kommt ohne die Überzeugungsmittel der Rhetorik nicht aus, gegen die sie sich aber wendet, wo diese nicht ihren eigenen Zwecken dient.

So es eine Aussage als wahr oder falsch (relevant oder irrelevant) auszuweisen gilt, beruft man sich auf Argumente. Wenn wir daher in einem philosophischen Text rhetorische Züge von rechtfertigenden Gründen unterscheiden wollen, haben wir uns zuerst darauf zu besinnen, welche Formen der gedanklichen Abfolge wir als Argumente bezeichnen wollen. Im Anschluss an die Eingangsbetrachtungen zum Verhältnis von Rhetorik und Philosophie (mit Fokus auf Aristoteles’ Rhetorik und Topik), werden wir uns daher im ersten Teil der Lehrveranstaltung mit den wichtigsten Begriffen und Analysemodellen der Argumentationstheorie vertraut machen. Neben formalen Aspekten zu Aufbau, Funktion und Fehlbarkeit von Argumenten wird es v. a. um die vielfältigen Darstellungsformen gehen, welcher man sich in der Philosophie bedient(e), um Thesen oder Betrachtungsweisen zu plausibilisieren. Im zweiten Teil des Seminars werden wir die so erworbenen Analyse- und Aufbereitungsinstrumente praktisch erproben, indem wir uns (gemeinsam) ausgewählten Texten aus dem Themenkreis der philosophischen Rhetorik zuwenden.

ZIELE: Die Studierenden werden befähigt, die selten eigens ausgewiesenen Prämissen, Argumentationsgänge und rhetorischen Muster philosophischer Texte rekonstruieren, kritisch durchleuchten und schriftlich wie mündlich wiedergeben zu können. Diese Fertigkeit setzt sowohl die Kenntnis vielfältiger Modelle des philosophischen Argumentierens und Darstellens als auch die Bereitschaft voraus, diese auf ihre jeweiligen Ausschluss- und Eröffnungsmodi hin zu befragen. Um das Bewusstsein für die besondere Gestaltungskraft der Sprache zu schärfen, werden wir uns mit Texten beschäftigen, die sich (historisch oder systematisch) mit verschiedenen Verschränkungsfor-men von Rhetorik und Philosophie befassen.

METHODEN: Das Seminar wird zur Gänze online abgehalten. Als wichtigste E-Learning-Tools werden Moodle und Collaborate fungieren. Neben den klassischen Formen des Unterrichts (PDF-gestützte Präsentation von Lehrinhalten, Diskussion im Online-Plenum, gemeinsame Ideenfindung über das Whiteboard etc.) gilt es die spezifischen Online-Interaktionsmöglichkeiten (Diskussionsforen auf Moodle, Breakout-Rooms in Collaborate, Google-Docs etc.) zu erproben. Es werden hierbei synchrone (Echtzeit-Diskussionen, Arbeitsgruppen) ebenso wie diachrone Formate (Lektüre von Texten, Fragen-geleitete Diskussionen im Forum) zum Einsatz gelangen. – Da der Online-Kurs, nicht anders als ein Seminar in Präsenzform auch, v. a. von der Interaktion zwischen den Studierenden lebt, kommt der regen Partizipation an diesen interaktiven Möglichkeiten ein großes Gewicht bei der Beurteilung der Kursleistung zu.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

• Anwesenheit (max. 2 Fehleinheiten). (obgligatorisch)
• Aktive Mitarbeit bei den Übungen und regelmäßige Diskussionsbeiträge (synchron). (25 %)
• Beteiligung an Diskussionen im Moodle-Forum (Themen- bzw. Lektüre-geleitet; asynchron). (25 %)
• 1 Referat: Zusammenfassende Aufbereitung des Textes vor Kleingruppen (ca. 7 Personen in 6 Breakout-Rooms); inkl. PPP, PDF-Handout etc. (20 Min. Vortrag + 20 Min. Diskussion). (25 %)
• Abschlussessay: „Was hat das alles mit mir zu tun?“ – Reflexion auf die Bedeutung rhetorischer/argumentativer Kompetenzen in Hinblick auf die zukünftige Lehrpraxis (6.000 Zeichen). (25 %)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Positive Absolvierung sämtlicher Teilleistungen; die Beurteilung der Teilleistungen erfolgt gemäß den Standards des akademischen Arbeitens.

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff sind die im Kurs vermittelten Inhalte sowie die Thesen und Argumentationsspezifika der in Heimarbeit zu lesenden Texte (welche v.a. aus dem von G. Posselt u. A. Hetzel hg. Handbuck Rhetorik und Philosophie entnommen werden; zur Vorbereitung auf die erste Einheit sei die Lektüre des Einleitungstextes empfohlen).

Literatur

- Hetzel, Andreas; Posselt, Gerald (2017 Hg.): Handbuch Rhetorik und Philosophie. Berlin: De Gruyter. (Für u:account-Nutzer/innen frei verfügbar!)
- Knape, Joachim (2000): Was ist Rhetorik? Stuttgart: Reclam.
- Kopperschmidt, Josef (2000): Argumentationstheorie zur Einführung. Hamburg: Junius.
- Pfister, Jonas (2015): Werkzeuge des Philosophierens. 2., durchgesehene Auflage. Stuttgart: Reclam.
- Salmon, Wesley C. (1983): Logik. Aus dem Englischen von Joachim Buhl. Stuttgart: Reclam.
- Schönwälder-Kuntze, Tatjana (2015): Philosophische Methoden zur Einführung. Hamburg: Junius.
- Tetens, Holm (2004): Philosophisches Argumentieren. München: Beck.
- Tugendhat, Ernst/Wolf, Ursula (1993): Logisch-semantische Propädeutik. Stuttgart: Reclam.
- Weische, Alfons (1992): „Rhetorik, Redekunst“, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 8. Hg. v. Joachim Ritter und Karlfried Gründer. Darmstadt: WBG, S. 1014–25.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 05.10.2020 10:09