Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

180122 FS Sprache, Medium und Politik des Bildes - Interkulturelle und globale Aspekte (2021S)

10.00 ECTS (4.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Organisatorische Fragen an: sonja.gassner@univie.ac.at

Donnerstag 11.03. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 18.03. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 25.03. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 15.04. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 22.04. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 29.04. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 06.05. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 20.05. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 27.05. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 10.06. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 17.06. 14:15 - 17:30 Digital
Donnerstag 24.06. 14:15 - 17:30 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziele: Waren es zunächst die Kultur- und im Spezielleren die „Bildwissenschaft/en“, die sich der vergleichsweise neuen Herausforderung einer „Sprache des Bildes resp. der Bilder“ widmeten, so hat inzwischen auch die Philosophie erkannt, dass es sich hier um grundlegende Fragen handelt, welche die Domäne der „üblichen Sprachphilosophien“, wonach Sprache und Denken, verbunden mit ihren jeweiligen Binnenlogiken zur Debatte stehen, nicht etwa nur ergänzen, sondern potentiell unterlaufen. Wir benutzen heutzutage wie selbstverständlich Powerpoint-Präsentationen, lassen uns von Bildmedien verschiedenster Art leiten, ohne darin den medialen Schritt von der geschriebenen resp. gesprochenen Sprache zur „Bildsprache“ zu thematisieren, als ob letztere nur eine illustrierende Hilfsfunktion unserer Wahrnehmung bzw. unseres Verständnisses sei.
Das Seminar möchte sich diesen Herausforderungen annehmen, indem es unterschiedlich gelagerte philosophische Diskurse zum „Bild“ und damit einhergehend unterschiedliche Sinnfelder resp. Feldzuschreibungen von „Bild“ thematisiert, die gerade nicht in Termini wie „Abbild“, „Urbild“ etc. aufgehen.
Das Ziel des SE ist es zum einen, einschlägige Texte und Theorien zur „Bildthematik“ näher kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen, zum anderen ein Sensorium auszubilden, welches befähigt, zwischen der „Sprache des Bildes“, seinem spezifisch medialen Charakter und nicht zuletzt seiner politischen Stoßrichtung zu unterscheiden, bzw. deren wechselseitiger Verschränkungen und gegenseitiger Kritikfähigkeit gewahr zu werden.

Inhalte:
Paradigmatisch soll dies v.a. bezüglich dreier Perspektivierungen geschehen.
1) Worin bestehen die Sinnfolien des Bildes, die von den „Bildungen“ der Einbildungskraft über „Bildakt-theoretische“ Rückfragen bis zu den Ordnungsformen und -strukturen des Sichtbaren reichen?
 2) Interkulturell betrachtet begegnet die „Bildfrage“ in einer gewissen Aufsässigkeit, aber auch öffnenden Weise: Sehen sich Wahrnehmungsformen und Erfahrungsweisen angesichts kulturell divergierender Bildfassungen und Kunstauffassungen so sehr herausgefordert, dass gar philosophische Grundbegriffe wie „Ich“, „Subjekt – Objekt“, „Form“, „Perspektive“ und viele andere mehr erneut zur Debatte gestellt werden, so begegnet man auf der anderen Seite der Eigentümlichkeit, dass Menschen, die aus einem anderen Kontinent oder einer anderen Kultur kommen und die vor Ort gesprochene Sprache nicht beherrschen, so eben doch von „Bildern“ künstlerischer und baulicher Artefakte, aber auch sozialer und gemeinschaftsbildender Phänomene nicht nur angesprochen, sondern geradezu überwältigt und begeistert sind.
 3) Weit über das bloß ästhetische Moment hinaus erweisen sich „Bilder“ zunehmend als „Akteure“ sinnbildender, aber auch sinnentstellender, Gewalt insinuierender Prozesse, die weit mehr „besagen“, als es jede Rede vermöchte. Bilder können sprachlos machen, sie können andererseits aber auch begeistern. Bilder sind nicht nur Bilder, gleichsam unschuldig und verwegen zugleich, Bilder sind von Anfang an aisthetisch – ethisch – politisch „arbeitend“, weshalb man zurecht von der „Politik der Bilder“ spricht.

Methode:
In der ersten Sitzung werden die zu behandelten Texte bezüglich ihrer Intention und ihres Zugangs kurz vorgestellt, sodass die TeilnehmerInnen des FS’s sich ein erstes „Bild“ machen können, für welche Texte sie sich für ihre Präsentation im Seminar entscheiden möchten. Je nach Anzahl der Studierenden können dies pro Sitzung bis zu drei Studierende sein. Flankierend zu den Texten können auch konkrete „Bilder“ herangezogen und diskutiert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Beurteilungskriterien für das Seminar bilden neben der aktiven Teilnahme an Diskussionen im Seminar, das Halten eines Referates und das Verfassen einer Seminararbeit. Vom LV-Leiter werden in der ersten Seminareinheit ausgewählte Texte vorgestellt, woraufhin jede*r Studierende sich entscheiden möchte, welchen der Texte sie*er präsentieren und diskutieren möchte. Je nach Anzahl der Studierenden können dies pro Sitzung/pro Text bis zu drei Studierende sein, die den Text gemeinsam referieren und gegebenenfalls auch kontrovers diskutieren.
Da die Veranstaltung in erster Linie nicht als LV über Texte, sondern über Bilder angelegt ist, sind konkrete Bildanalysen vorgesehen und ggf. als Teile von Referaten möglich.

Die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens werden (insbesondere im Hinblick auf das Verfassen der Seminararbeit) vorausgesetzt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- Anwesenheit und aktive Mitarbeit (max. zwei Fehleinheiten)
- Mündliches Referat und Diskussion der behandelten Texte
- Seminararbeit

Prüfungsstoff

s. Mindestanforderungen

Literatur

Primärliteratur:
Belting, Hans: "Buddhas Spiegel. Meine Begegnung mit Nam June Paik in Japan", In: H. Belting/L. Haustein (Hg.): Das Erbe der Bilder. Kunst und moderne Medien in den Kulturen der Welt. München: C.H. Beck 1998, S. 170-180.
Boehm, Gottfired: "Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache", in: Michael R. Müller/Jürgen Raab/Hans Georg Soeffner (Hg.): Grenzen der Bildinterpretation. Wiesbaden: Springer 2014, S.15-37.
Boehm, Gottfried: "Die Wiederkehr der Bilder", In: Ders.: (Hg.): Was ist ein Bild? München: Fink 1994, S. 11-38.
Bredekamp, Horst: I) Ursprünge und Begriffe, Kap.2.: "Platon, Heidegger, Lacan"; Kap. 3.: "Sprechakt und Bildakt", In: Ders.: Theorie des Bildakts. Berlin: Suhrkamp 2010, S. 36-48; 48-56.
Butler, Judith: Kap. 2: "Folter und die Ethik der Fotografie – Denken mit Susan Sontag", In: Dies.: Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid beklagen.Frankfurt/M.: Campus 2010, S. 65-97.
Nancy, Jean-Luc: "Das Bild – das Distinkte"; "Bild und Gewalt", In: Ders.: Am Grund der Bilder. Zürich/Berlin: diaphanes 2006, S. 7-29; 31-50.
Rancière, Jacques: "Die Bestimmung der Bilder", In: Ders.: Politik der Bilder. Zürich/Berlin: diaphanes 2005/09, S. 7-41.
Schürmann, Eva: "Die Bildungen der Einbildungskraft", In: Dies.: Sehen als Praxis. Ethisch-ästhetische Studien zum Verhältnis von Sicht und Einsicht. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2008, S. 149-174.
Soeffner, Georg Hans: "Zen und der 'kategorische Konjunktiv", in: Michael R. Müller/Jürgen Raab/Hans Georg Soeffner (Hg.): Grenzen der Bildinterpretation. Wiesbaden: Springer 2014, 55-57.
Schwarte, Ludger: Kap. 10: "Politik des Bildes. Zeigen, Verbergen, Ausstellen", In: Ders.: Pikturale Evidenz. Zur Wahrheitsfähigkeit der Bilder. Paderborn: Fink 2015, S. 145-155.
Ueda, Shizuteru: "Leere und Fülle – Sunyata im Mahayana-Buddhismus. Zum Selbstgewahrnis des wahren Selbst", In: Ders.: Wer und was bin ich? Zur Phänomenologie des Selbst im Zen-Buddhismus. Freiburg/München: Alber 2011, S. 11-37.
Waldenfels, Bernhard: "Ordnungen des Sichtbaren", In: Boehm, Gottfried (Hg.): Was ist ein Bild? München: Fink 1994, S. 233-252.

Weiterführende Literatur:
Sontag, Susan: "In Platos Höhle", In: Dies.: Über Fotografie. Frankfurt/M.: Fischer 1980.
S. Seitz/A. Graneß/G. Stenger (Hg.): Facetten gegenwärtiger Bildtheorie. Interkulturelle und interdisziplinäre Perspektiven. Wiesbaden: Springer 2018.
Stephan Günzel/Dieter Mersch (Hg.): Bild – Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart – Weimar: J.B. Metzler 2014.
Münnix, Gabriele: Das Bild vom Bild. Bildsemiotik und Bildphänomenologie in interkultureller Perspektive. Freiburg/München: Alber 2019.
Netzwerk Bildphilosophie (Hg.): Bild und Methode. Theoretische Hintergründe und methodische Verfahren der Bildwissenschaft. Köln: Herbert v. Harlem Verlag 2014.
Stenger, Georg: "Verkörpertes Bilddenken, oder: Vom Aufstand der Körper", In: C. Nielsen, K. Novotny, T. Nenon (Hrsg.): Kontexte des Leiblichen/Contexts of Corporality. Nordhausen: T. Bautz 2016, S. 275-298.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26