Universität Wien FIND

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180130 VO-L Aktuelle Fragen der philosophischen Gender-Ethik (2020S)

Einführung in philosophische Ethik im Gender-Kontext

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 11.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 18.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 25.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 01.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 22.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 29.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 06.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 13.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 20.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 27.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 03.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 10.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 17.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß
Mittwoch 24.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Normative Bereiche wie Moral, Ethik, Sitte, Recht werden genderphilosophisch beleuchtet. Feministische Ethik untersucht kritisch Geschlechterhierarchien und intersektionale Verflechtungen. Raster des Normativen (normativer Apparat – Judith Butler) und der Subjektivität werden mit Judith Butler kritisch befragt. Gegenwärtig erlebt eine spezifisch akzentuierte Care-Ethik (Care-Ökonomie) neuen Aufschwung, mit deren Kategorien Beschädigungen des Lebens durch patriarchale Dominanzkultur, patriarchalen Geschlechtervertrag, patriarchale Ökonomie benannt und kritisch analysiert werden (zB. auf dem Weltkongress für Philosophie in Beijing 2018). Zentrale Elemente und Zielsetzung care-ethischer Ansätze werden mit feministisch-gender-philosophischen Ethik-Konzeptionen in einen Dialog gebracht. Nagl-Docekals Auseinandersetzung mit Carol Gilligan wird den Ausgangspunkt darstellen. Nächster Punkt: Unterschiedlichen Diskursen wie zB. der Definition des Programms Gender-Mainstreaming des Europarates 1998 und diversen Antigender-Polemiken liegen spezifische Menschenbilder zugrunde, die zu untersuchen eine wichtige Aufgabe für Gender-Philosophie darstellt. Warum provoziert der Begriff Gender in aktuellen Debatten und welche Menschenbilder prallen in den kontroversiell geführten Diskussionen aufeinander? Welchen Beitrag kann Philosophie in die aktuellen genderspezifischen Fragestellungen einbringen, sowohl in die Auseinandersetzung mit den anhaltenden Anti-Gender-Positionen als auch in die rezente, umfangreiche Gender-Forschung? Von Immanuel Kants Streit der Fakultäten ausgehend wird methodisch untersucht, welche genuine Aufgabe der Philosophie bezüglich der mittlerweile sehr umfangreichen Gender-Forschung zukommt. Welche ethische Haltung von Menschen braucht eine liberale, auf dem Boden der Menschenrechte stehende Demokratie unter dem Aspekt der Frage nach einer geschlechtergerechten Gesellschaft? Themen wie Handlungsfreiheit, personale Identität, Handeln und Agieren (Alice Pechriggl), politische Freiheit, politisches Handeln, Widerstand, Protestbewegungen, Zivilcourage, werden aufgegriffen und aus gender-ethischer Sicht diskutiert. Kann feministische Philosophie einen Beitrag zur Moralphilosophie leisten? Welche normativen Grundlagen kann eine Gender-Ethik entwickeln als Grundlage für eine geschlechtergerechte Gesellschaft? Gibt es klassische Ethik-Theorien, auf die Gender- Philosophie unter dem Aspekt der Entwicklung von Prinzipien für eine geschlechtergerechte Gesellschaft zurückgreifen kann?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

schriftliche Prüfung, 90 Minuten, erster Termin: Mittwoch, 24.06. 13.15-14.45 Hörsaal III NIG Erdgeschoß, insgesamt 4 Termine

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

um eine positive Beurteilung zu erzielen, ist die Beantwortung von vier Fragen erforderlich; zwei Fragen zum Vorlesungsstoff, zwei zur Pflichtlektüre (die in der LV extra angegeben wird)

Prüfungsstoff

Vorlesungsstoff plus ausgewählte, in der LV extra bekannt gegebene Literatur

Literatur

Auf Literatur wird im Laufe der VL hingewiesen.
- Ruth Becker, Beate Kortendiek (Hrsg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Wiesbaden: VS 2008.
- Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1991.
- Judith Butler, Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2009.
- Judith Butler, Kritik der ethischen Gewalt. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2013.
- Feministische studien (2013), 31. Jg. Heft 1.
- Sabine Hark, Paula-Irene Villa (Hg.), Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktuelle politischer Auseinandersetzungen. Bielefeld: transcript 2015.
Karin Heitzmann, Angelika Schmidt (Hrsg.), Wege aus der Frauenarmut. Frankfurt/M.: Peter Lang 2004.
- Alison Jaggar M./Iris M. Young (Hrsg.) A Companion to Feminist Philosophy. Oxford: Blackwell 1998.
- Alison Jaggar, Are My Hands Clean?“ Responsibility for Global Gender Disparities. In: Diana Tietjens Mayers (ed.), Poverty, Agency and Human Rights. Oxford University Press 2014.
- Juliane Lang, Ulrich Peters (Hg.), Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt. Hamburg: Marta Press 2018.
- Elisabeth List und Herlinde Studer (Hg.), Denkverhältnisse. Feminismus und Kritik. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1989.
- Herta Nagl-Docekal, Feministische Philosophie. Ergebnisse, Probleme, Perspektiven. Frankfurt/M. 2000.
- Herta Nagl-Docekal, Doing Philosophy as a Feminist. Ergebnisse und Perspektiven der internationalen Debatte. In: B. Christensen u.a. (Hg.), wissen macht geschlecht. Zürich 2002, S. 71-84.
- MacKinnon, Catharine A, Geschlechtergleichheit: Über Differenz und Herrschaft. In: Herta Nagl-Docekal, Herlinde Pauer-Studer (Hrsg.), Politische Theorie. Differenz und Lebensqualität. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 140-173.
- Onora O’Neill, Einverständnis und Verletzbarkeit. Eine Neubewertung von Kants Begriff der Achtung für Personen. In: Herta Nagl-Docekal, Herlinde Pauer-Studer (Hrsg.), Jenseits der Geschlechtermoral. Beiträge zur Feministischen Ethik. Frankfurt/M.: Fischer, S. 339-368.
- Martha C. Nussbaum gemeinsam mit Jonathan Glover, Women, Culture, and Development: A Study of Human Capabilities. Clarendon Press, Oxford 1995.
- Alice Pechriggl, Agieren und Handeln. Bielefeld: transcipt 2018.
- Barbara Rendtorff/Birgit Riegraf/ClaudiaMahs (Hrsg.), 40 Jahre Feministische Debatten. Resümee und Ausblick. Weinheim und Basel: Beltz Juventa 2014.
- Martina Schmidhuber, Warum ist Armut weiblich? Philosophische Reflexionen auf Basis des Fähigkeitenansatzes nach Amarty Sen und Martha C. Nussbaum. Saarbrücken: VDM Müller 2009.
- Judith Shklar, Über Ungerechtigkeit. Erkundungen zu einem moralischen Gefühl. Frankfurt/M.: Fischer 1997.
- Judith Shklar, Der Liberalismus der Furcht. Berlin: Mathes-Seitz 2013.
- Manfred Spieker, Gender-Mainstreaming in Deutschland. Konsequenzen für Staat, Gesellschaft und Kirchen. Paderborn: Schoeningh 2015.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 25.03.2021 10:29