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180131 LPS Hans Jonas (2018W)

Das Prinzip Verantwortung

5.00 ECTS (3.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Blockveranstaltung

Freitag 19.10. 15:00 - 18:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Samstag 20.10. 09:45 - 13:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Samstag 20.10. 15:00 - 18:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Freitag 30.11. 15:00 - 18:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Samstag 01.12. 09:45 - 13:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Samstag 01.12. 14:00 - 15:30 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Freitag 18.01. 15:00 - 18:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Samstag 19.01. 09:45 - 13:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Samstag 19.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Samstag 19.01. 15:00 - 18:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel:
1. Die Studierenden sollen in der Lage sein, einen philosophischen Primärtext ausschnittweise lesen, verstehen und zusammenfassen zu können, sodass eine selbständige Stellungnahme zum gelesenen Text möglich wird.
2. Die Studierenden sollen zudem in der Lage sein, Hans Jonasʼ Ethik-Fundierung in Grundzügen wiederzugeben und darüber schriftlich zu reflektieren.

Inhalt:
Zweck des Lektüreproseminars ist es, den Studierenden ein mittlerweile klassisch gewordenes Werk zeitgenössischer Ethik vorzustellen, indem der Originaltext in Auswahl gelesen und damit die Lektüre eines philosophischen Primärtextes eingeübt wird. Grundlage ist Hans Jonasʼ Hauptwerk „Das Prinzip Verantwortung“. Die Textauswahl richtet sich nach dem thematischen Schwerpunkt: Verantwortungsbegriff.
Auf diese Weise werden die Studierenden nicht nur mit einem philosophischen Originaltext bekannt gemacht, sondern sie werden auch mit Jonasʼ eigenem Ansatz von Ethik konfrontiert. Es wird notwendig sein, zentrale Begriffe der Position von Jonas einzuführen und in Kontrast zu anderen ethischen Ansätzen vorzustellen bzw. einleitend den Kontext des Buches und seine Entstehungssituation zu referieren.
Jonas bringt seine Auffassung von Ethik in Absetzung zu anderen Ansätzen und in Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen seiner Zeit zur Darstellung, vornehmlich in Absetzung zu marxistischen Theorien und deren Utopie-Begriff. Zudem ist für ihn die Zukunftsdimension im Bereich der Ethik neu zu bestimmen. Darüber hinaus sind die zur Zeit der Entstehung des Buches (erschienen 1979) virulenten ökonomischen und technischen Bedingungen miteinzubeziehen, da Jonas stark auf diese rekurriert.
Es soll aber vor allem darum gehen, die Grundlegung einer Verantwortungsethik durch Lektüre zu erschließen und den Studierenden Übungsmöglichkeiten anzubieten, Begriffe verstehen und aus der unmittelbaren Auseinandersetzung mit einem philosophischen Primärtext erfassen zu lernen. Dabei kommt man nicht umhin, die Bedeutung des Begriffs der Verantwortung genau aufzuschlüsseln, weil er für den Ansatz von Jonas zentral ist.
Daraus ergibt sich der folgende Aufbau des Seminars:
1. Einführung: Hinführung zur Philosophie von Jonas und zum Text „Das Prinzip Verantwortung“
2. Theorie der Verantwortung
3. Verdeutlichung an den Paradigmen „Eltern“ und „Staatsmann“
4. Bedeutung des Zukunftsbegriffs für den Begriff der Verantwortung
5. Utopie-Begriff im Marxismus als Gegenfolie
6. Fortschrittsglaube und Technik
7. Verknüpfung von Utopie und Technik
8. Begründung des ethischen Ansatzes: zentrale Begriffe
9. Voraussetzungen in der Ethikbegründung
10. Kritische Rezeption

Methoden:
In der Lehrveranstaltung wird davon ausgegangen, dass die zu behandelnden Texte zur Vorbereitung gelesen werden. Textbasis ist der Primärtext.
Im Lektüreproseminar selbst werden ausgewählte und wichtige Textpartien gemeinsam gelesen und interpretiert. Dabei werden immer wieder zentrale Begriffe unter Rückgriff auf die Begriffsgeschichte erläutert und erklärt.
Gemeinsame Lektüre wechselt mit Lektüre in Gruppen, wobei konkrete Aufgabenstellungen je Gruppe vorgegeben werden.
Plenardiskussionen und Zusammenfassungen des Lehrveranstaltungsleiters sammeln und problematisieren erarbeitete Einsichten.
Methodisch besonders wichtig wird sein, nicht nur inhaltliche Probleme, sondern auch Schwierigkeiten, die die Lektüre von Primärtexten mit sich bringt, zu thematisieren und auf die diesbezüglichen Rückfragen der Studierenden einzugehen (z.B. Fachtermini: Gebrauch von analogen und digitalen Lexika als Lese-Unterstützung, Datenbanken als Lektürehilfen, Lesetechniken usw.).
Es werden zwei Arten von Protokollen verlangt werden. Zum einen gibt es Leseprotokolle von Texten, die gemeinsam durchgenommen werden. Zum anderen sind auch Leseprotokolle selbstständiger Lektüre nicht besprochener Texte anzufertigen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Gesamtnote wird als arithmetisches Mittel der Noten der Teilleistungen ermittelt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen:
Neben Präsenz und Mitarbeit ist es notwendig, dass TeilnehmerInnen die Bereitschaft mitbringen, sich der Mühe intensiver und genauer Lektüre zu unterziehen und sich der „Anstrengung des Begriffs“ zu stellen. Denn die Texte sind mitunter nicht einfach zu verstehen, besonders für Anfängerinnen und Anfänger in der Philosophie, wenn die Auseinandersetzung mit Primärtexten noch wenig geübt wurde.

Beurteilungsmaßstab:
Die Leistungsbeurteilung erfolgt über die Kontrolle von Teilleistungen, wie es dem Lehrveranstaltungstyp „Lektüreproseminar“ laut Curriculum entspricht.
Nach folgendem Maßstab wird die Gesamtnote ermittelt:
1. Leseprotokoll von Texten, die in der Präsenzphase des Lektüreproseminars gelesen und interpretiert wurden (25%)
2. Leseprotokoll von Texten, die selbständig gelesen wurden (25%)
3. schriftliche Reflexion zu einem der Teilthemen der Lehrveranstaltung (25%)
4. eigenständige schriftliche Interpretation einer Textpartie aus dem Primärtext nach freier Wahl (25%)

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
Siehe Beurteilungsmaßstab

Literatur

Ausgaben:
1. Der Lehrveranstaltung wird aus Kostengründen folgende Ausgabe zugrunde gelegt:
Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Berlin: Suhrkamp 52015 (= st 3492).
2. Kritische Gesamtausgabe:
Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation
Bd. 2,1: Grundlegung und Anwendung, Freiburg/Br.: Rombach 2015 (= Kritische Gesamtausgabe I. 2/1)
Bd. 2,2: Tragweite und Aktualität einer Zukunftsethik, Freiburg/Br.: Rombach 2017 (= Kritische Gesamtausgabe I. 2/2)

Sekundärliteratur:
Böhler, Dieter / Brune, Jens Peter (Hg.): Orientierung und Verantwortung. Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Hans Jonas, Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 2004.
Claas, Anna: Lässt sich das Prinzip Verantwortung doch noch verteidigen?, Marburg: Tectum 2011 (= Wissenschaft¬liche Beiträge 20)
Ellermann, Renata: Hans Jonasʼ „Prinzip der Verantwortung“. Eine kritische Analyse, München: Grin 2014.
Viana, Wellistony: Das Prinzip Verantwortung von Hans Jonas aus der Perspektive des objektiven Idealismus der Intersubjektivität von Vittorio Hösle, Würzburg: Königshausen und Neumann 2010.
Wetz, Franz Josef: Hans Jonas. Eine Einführung, Wiesbaden Panorama 2005. (= ders.: Hans Jonas zur Einführung, Hamburg: Junius 1994 [Zur Einführung 97]).

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 19.02.2019 13:08