Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180162 SE Sexuierung (2021S)

Psychoanalytische Perspektiven

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 19.03. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 26.03. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 16.04. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 23.04. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 30.04. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 07.05. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 14.05. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 21.05. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 28.05. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 04.06. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 11.06. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 18.06. 09:00 - 10:30 Digital
Freitag 25.06. 09:00 - 10:30 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Psychoanalytische Theorien bilden bis heute die Basis einer Reihe von relevanten Konzepten über Geschlecht und Sexualität im angloamerikanischen wie im französischen Sprachraum. Die Lehrveranstaltung bietet Einblicke in die vielstimmigen geschlechtertheoretischen Beiträge der Psychoanalyse, wobei besonderes Gewicht auf Konzepte von Sigmund Freud und Jacques Lacan gelegt wird. Textexegetisch rücken auch Bruchlinien des psychoanalytischen Diskurses in den Fokus.
In den letzten Jahrzehnten ist eine stetige Pluralisierung geschlechtlicher Positionen zu beobachten: aus zwei Geschlechtern sind viele geworden. In der Psychoanalyse werden die Implikationen solcher Vervielfältigung seit langem kontrovers diskutiert (z.B. Irigaray 1979, Millot 1983, Reiche 1997, Dean 2000, Chiland 2005, Rauchfleisch 2006, Laplanche 2008, Gherovici 2010, Allouch 2015, Bourlez 2018, De la Torre 2018, Kadi 2019, Hansbury 2019, Becker 2019). Im Zentrum psychoanalytischer Entdeckungen steht die triebbestimmte Erregung. Doch in einer solchen Feststellung bleibt vieles offen: Was ist Sex (Zupančič 2017) im psychoanalytischen Sinn? Wenn wir von »Sex« sprechen, ist dann Sexualität in dem von Freud erweiterten Sinn gemeint oder Sexuales (Laplanche 2008)? Wie hängt das Geschlecht mit dem Sex zusammen? Wie lässt sich gegenwärtig eine sich manifestierende Vielfältigkeit geschlechtlicher Positionierungen mit alten und neuen psychoanalytischen Konzepten denken?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Während des wöchentlichen Präsensmodus der Lehrveranstaltung werden ausgewählte Texte neben Einführungen der Lehrveranstaltungsleiterin von Teilnehmer*innen vorgestellt und diskutiert. Als Foren der Auseinandersetzung mit den jeweilig vorgestellten Positionen dienen nicht nur die Großgruppe, sondern auch Kleingruppen und die zwischen den Präsenzstunden zur Verfügung stehende Moodle-Plattform.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für den Zeugniserwerb sind regelmäßige Teilnahme (mindestens zehn Einheiten im Präsenzmodus) und aktive Mitarbeit erforderlich. Zu den gemeinsam diskutierten Textabschnitten sind für den Zeugniserwerb mindestens sieben Lektüreprotokolle (zwischen 3500 und 5000 Zeichen inkl. Leerzeichen) zu verfassen, welche jeweils zwei Tage vor der jeweiligen Seminareinheit an die Lehrveranstaltungsleiterin elektronisch zu übermitteln sind. Diese Protokolle müssen zwei eigenständige Fragen enthalten, von denen eine zumindest skizzenhaft beantwortet ist. Für ein Zeugnis ist zudem einer der Texte im Seminar zu referieren, was ebenso in die Gesamtbeurteilung einfließt wie die kontinuierliche Mitarbeit, wobei sowohl mündliche Beiträge im Präsenzmodus des Seminars wie schriftliche auf der Lernplattform berücksichtigt werden.

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Literatur

Allouch, Jean (2015): L’Autresex. Paris: Epel.
Becker, Sophinette (2019): You can always get what you want – Psychoanalyse in neoliberalen Zeiten (Kommentar zu Hansburys »Das männliche Vaginale«), in: Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse 73, 585–596.
Bourlez, Fabrice (2018): Queer Psychanalyse. Clinique mineure et deconstruction du genre. Paris: Hermann Éditeurs.
Butler, Judith (2000): Antigone’s Claim. Kinship between Life and Death. Columbia: University Press.
Chiland, Colette (2005): Exploring Transsexualism. London: Karnac.
Copjec, Joan (1994): Sex and the Euthanasia of Reason, in: Dies., Read my Desire. Lacan against the Historicists, Cambridge: MIT Press, 201-236.
Dean, Tim (2000): Beyond Sexuality. Chicago: University Press.
De la Torre, Shanna (2018): Sex for Structuralists. The Non-Oedipal Logics of Femininity and Psychosis. Basingstoke: Palgrave Macmillan.
Freud, Sigmund (1905): Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. GW V 29-145.
Gherovici, Patricia (2010): Please Select Your Gender. From the Invention of Hysteria to the Democratizing of Transgenderism. New York, London: Roudledge.
Hansbury, Griffin (2019): Das männliche Vaginale. Die Arbeit mit der Körperlichkeit queerer Männer an der Transgender Schwelle, in: Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse 73, 557-584.
Irigaray, Luce (1979): Das Geschlecht, das nicht eins ist. Berlin: Merve.
Kadi, Ulrike (2019): Transsexualität nach Jacques Lacan. Singularität als Möglichkeit im Ausgang von einer Unmöglichkeit, in: Metodo. International Studies in Phenomenology and Philosophy 2019/7 (1), 141-169.
Lacan, Jacques (1986): Das Seminar. Buch XX (1972-1973). Encore. Weinheim, Berlin: Quadriga.
Laplanche, Jean (2008): Gender. Geschlecht. Sexuales, in: Forum der Psychoanalyse 2008/24, 111-124.
Millot, Catherine (1983): Horsexe: essai sur le transsexualisme. Paris: Point hors ligne.
Quindeau, Ilka (2008): Verführung und Begehren. Die psychoanalytische Sexualtheorie nach Freud. Stuttgart: Klett Cotta.
Rauchfleisch, Udo (2006): Transsexualität – Transidentität. Begutachtung, Begleitung, Therapie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Reiche, Reimut (1997): Gender ohne Sex. Geschichte, Funktion und Funktionswandel des Begriffs „Gender“. In: Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse 51 (9-10), 926-957.
Zupançiç, Alenka (2017): What is Sex? Cambridge, London: MIT-Press.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26