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180164 SE Kritische Theorie und Chinesische Philosophie im Gespräch (2021S)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 11.03. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 18.03. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 25.03. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 15.04. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 22.04. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 29.04. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 06.05. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 20.05. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 27.05. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 10.06. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 17.06. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 24.06. 09:45 - 11:15 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Globalisierung stellt für die soziale und politische Philosophie eine Herausforderung dar, weil sie eine Neubewertung der Rahmenbedingungen und Regeln zu erfordern scheint, die globale Austauschprozesse bestimmen. Wenn diese Regeln und Bestimmungen jedoch sowohl legitim als auch wirksam sein sollen, können sie nicht einfach die Interessen und Wertvorstellungen der westlichen Mächte widerspiegeln, sondern sollten das Ergebnis eines interkulturellen Dialogs sein. In einem solchen Dialog ist die Position Chinas angesichts seines aufstrebenden Status als bedeutender Global Player besonders wichtig. Daher ist ein angemessenes Verständnis des politischen, historischen, kulturellen, aber vornehmlich philosophischen Hintergrunds des gegenwärtigen chinesischen Denkens unerlässlich.
Dabei bietet es sich für einen solchen Dialog an, auf Überlegungen der Kritischen Theorie zurückzugreifen. Die Kritische Theorie zeichnet sich in diesem Zusammenhang vor allem durch ihren kritisch-hermeneutischen bzw. pragmatischen Ansatz in Fragen der Globalisierung aus: So zeigt die historische Erfahrung, dass Lösungen sozialer Probleme selten durch Vorschriften gelöst werden, die sich aus der Reflexion idealer Umstände ergeben. Derartige Lösungen sind vielmehr das Ergebnis komplexer Lernprozesse aus früheren Problemen, Krisen und dergleichen.
Ziel dieses Seminars ist es, ausgewählte Konzeptionen der chinesischen Philosophie mit aktuellen westlichen Debatten (insbesondere also innerhalb der Kritischen Theorie) zu vergleichen. Erstens soll nach der Relevanz der chinesischen Philosophie für zeitgenössische philosophische Debatten gefragt werden. Zweitens sollen Überlegungen der kritischen Gesellschaftstheorie eingebracht werden, um konkrete Formen von Leid und Ungerechtigkeit in einer zunehmend globalisierten Welt kritisch zu analysieren. Drittens sollen beispielhaft das Potential und die Grenzen der Überlegungen von Heiner Roetz und Fabian Heubel für die kritische Theorie in den Blick genommen werden, um inter- und transkulturelle dialogische Kompetenzen anzuregen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

(1) Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit (max. zwei Fehleinheiten) (30%)
(2) Schriftliche Lektürevorbereitungen (10%)
(3) (Gruppen)--referat (15-30 Minuten) (30%)
(4) Seminararbeit (10-15 Seiten) (30%)

Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie automatisch zu, dass Ihre schriftlichen Teilleistungen mittels Turnitin
geprüft werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

70 % aus der Prüfungsleistung

Prüfungsstoff

Die zu lesende Literatur.

Literatur

ALLEN, A.: Das Ende des Fortschritts: Zur Dekolonisierung der normativen Grundlagen der kritischen Theorie. Frankfurt/New York: Campus 2019.
AMELUNG, I. – DIPPNER, A. (Hrsg.): Kritische Verhältnisse. Die Rezeption der Frankfurter Schule in China. Frankfurt/New York: Campus 2009.
BROWN, N. – FRANKE, W. (eds.): Transcendence, Immanence, and Intercultural Philosophy. London: Palgrave Macmillan, 2016.
HABERMAS, J.: Die postnationale Konstellation. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1998.
HEUBEL, F.: Chinesische Gegenwartsphilosophie zur Einführung. Hamburg: Junius 2016.
HEUBEL, F.: Gewundene Wege nach China: Heidegger-Daoismus-Adorno. Frankfurt/Main: Klostermann: 2020.
HONNETH, A.: Das Andere der Gerechtigkeit: Aufsätze zur praktischen Philosophie. Suhrkamp: Frankfurt/Main 2000.
HONNETH, A.: Pathologien der Vernunft. Geschichte und Gegenwart der Kritischen Theorie. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2007.
HORKHEIMER, M.: Traditionelle und kritische Theorie. Frankfurt/Main: Fischer 1992.
HORKHEIMER, M. – ADORNO, T. W.: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt/Main: Fischer 1988.
PAUL, G. (Hrsg.): Staat und Gesellschaft in der Geschichte Chinas. Theorie und Wirklichkeit. Baden-Baden: Nomos 2016.
ROETZ, H.: Die chinesische Ethik der Achsenzeit. Eine Rekonstruktion unter dem Aspekt des Durchbruchs zu postkonventionellem Denken. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1992.
UNSCHULD P.: Chinas Trauma – Chinas Stärke. Niedergang und Wiederaufstieg des Reichs der Mitte. Berlin: Springer 2016.
WINTER, R. – ZIMA, P. V.: Zima (Hrsg.): Kritische Theorie heute. Bielefeld: Transcript, 2007.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 12.05.2023 00:18