Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180166 PS Philosophie als lebenslanges Sterben lernen? (2020W)

Der Tod als grundlegende Frage der Philosophie

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 13.10. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 20.10. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 27.10. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 03.11. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 10.11. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 17.11. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 24.11. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 01.12. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 15.12. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 12.01. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 19.01. 10:00 - 11:30 Digital
Dienstag 26.01. 10:00 - 11:30 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Todesfrage dient zum Einstieg in verschiedene Fragen der Ethik anhand klassischer philosophischer Texte.
Der Tod und die Frage nach dem richtigen Umgang mit Krankheit und Sterblichkeit bilden einen der ältesten Beweggründe für das Philosophieren. Insbesondere in Krisenzeiten erinnert sich die Gesellschaft an die philosophischen Meditationen über den Tod und sucht bei ihnen Trost oder Orientierung für das (Über-)Leben. Das Proseminar beleuchtet anhand ausgewählter Beispiele unterschiedliche historische und existentielle Kontexte, in denen der eigene und der fremde Tod thematisiert wurden, und liest sie im Lichte der Gegenwart. Zu den Leitmotiven dieser Reflexionen gehören der Tod als natürliche Gegebenheit oder als absurde, wenn nicht sogar skandalöse Außenbeschränkung, die grundlegende Schwierigkeit, die Erfahrung des eigenen Sterbens vorwegzunehmen (und sie dann auch reflexiv begleiten zu können), sowie die Antwort auf die Frage, ob die Endlichkeit und Kontingenz das Leben als solches zur Sinnlosigkeit verurteilt oder ob vielmehr erst der Blick auf den unvermeidlichen Tod lehrt, das Leben richtig zu schätzen und ihm einen intersubjektiv zulässigen Sinn zu verleihen.

Didaktik: Einführung durch die Lehrende, Impulsreferat, Kurzvideos, Diskussionen; Reader auf Moodle. Situationsbedingt distance teaching: Videokonferenz und Diskussionsforen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Impulsreferat, schriftliche Arbeit, Beteiligung an Diskussionen

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

30% Präsentation eines Textes (mündlich und PPP/Handout)
20% Teilnahme an Diskussionen
50% Seminararbeit (Textverständnis, selbstständiges kritisches Denken, formelle Kriterien der wissenschaftlichen Arbeit)

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung, s. Beurteilungsmaßstab

Literatur

Agamben, Giorgio. Homo sacer 3. Was von Auschwitz bleibt: das Archiv und der Zeuge. Frankfurt: Suhrkamp, 2005.
Améry, Jean. Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod. Stuttgart: Klett-Cotta, 1976.
Anders, Günther. Die Antiquiertheit des Menschen 2. München: C.H. Beck, 1981.
Ariès, Philippe. Geschichte des Todes. München: dtv, 2005.
Boethius, Trost der Philosophie, München: C.H. Beck, 2017.
Camus, Albert. Die Pest. Reinbek: Rowohlt, 2010.
Carlyle, Thomas. Heroes and Hero Worship. [1840]. www.online-literature.com/thomas-carlyle/heroes-and-hero-worship/1/
Cioran, E.M. Werke. Frankfurt: Suhrkamp, 2008.
Hegel, G.W.F. Werke 9. Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften 2. Die Naturphilosophie. Frankfurt: Suhrkamp, 1986.
Heidegger, Martin. Sein und Zeit. Tübingen: Neumayer, 1986.
Höffe, Otfried. Die hohe Kunst des Alterns. Kleine Philosophie des guten Lebens. München: C.H. Beck, 2018.
Jankélévitch, Vladimir. Der Tod. Frankfurt: Suhrkamp, 2017.
Kant, Immanuel. Kritik der praktischen Vernunft. Berlin: Akademie, 2011.
Kierkegaard, Sören. Die Krankheit zum Tode. Frankfurt/M.: Europäische Verlagsanstalt, 1995.
Lévinas, Emmanuel. Totalité et infini. Essai sur l’extériorité. Paris: Kluwer Academic, 2001.
Montaigne, Michel de. Die Essais. Stuttgart: Reclam, 1984.
Pascal, Blaise. Gedanken. Darmstadt: WBG, 2016.
Platon. Phaidon, in: Sämtliche Werke 3. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1992.
Platon. Apologie des Sokrates. Kriton. Stuttgart: Reclam, 1987.
Seneca, Briefe an Lucilius über Ethik. Teil 1-2, Ditzingen: Reclam, 2018.
Steiner, George. The Death of the Tragedy. Oxford: Oxford UP, 1980.
Voltaire, Candide oder der Optimismus. München: Hanser, 2003.
Wils, Jean-Pierre. Sterben. Zur Ethik der Euthanasie. Paderborn: Schöningh, 1999.
Wittwer, Héctor, Der Tod. Philosophische Texte von der Antike zur Gegenwart. Stuttgart: Reclam, 2014.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 06.10.2020 13:49