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180171 SE Geschichte und Philosophie der Wissenschaften (2017S)

Methodendebatten und historische Fallstudien

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 08.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 15.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 22.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 29.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 05.04. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 26.04. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 03.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 10.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 17.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 24.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 31.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 07.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 14.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 21.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 28.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

„Wissenschaftsgeschichte ohne Wissenschaftstheorie ist blind, Wissenschaftstheorie ohne Wissenschaftsgeschichte ist leer“. Dieser an Kant angelehnte Ausspruch des Philosophen Norwood Russell Hanson ist seit einigen Jahrzehnten zum Credo einer eigenständigen akademischen Disziplin geworden. Die Rede ist von „History and Philosophy of Science“ oder kurz: HPS. Hinter der Zusammenführung von Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte steckt dabei eine recht einfache, integrative Programmatik: Philosophen und Historiker sind in ihrer Arbeit inhaltlich aufeinander angewiesen. Auf der einen Seite braucht der Wissenschaftshistoriker die Wissenschaftsphilosophie, um sein historisches Quellenmaterial nach theoretischen Gesichtspunkten zu ordnen. Auf der anderen Seite braucht der Wissenschaftsphilosoph die Wissenschaftsgeschichte, um seine theoretischen Überlegungen an der Empirie, an konkreten historischen Fällen zu überprüfen und zu illustrieren. Das Ziel von HPS besteht dabei darin, ein allzu oberflächliches Verständnis von Wissenschaft und wissenschaftlicher Fortentwicklung zu überwinden, indem man Philosophen wie Historiker dazu befähigt, die methodischen Standards und Ansprüche der jeweils anderen Disziplin in ihrer eigenen Arbeit zu berücksichtigen: Wer Wissenschaft richtig verstehen möchte, muss sich sowohl empirisch und quellentechnisch als auch theoretisch und begriffstechnisch auf der Höhe der Zeit bewegen.
In unserem Seminar wollen wir uns diese Grundidee von HPS zunutze machen, indem wir zentrale wissenschaftstheoretische Debatten auf historische Fallstudien beziehen. Auf der philosophischen Ebene werden wir etwa folgende Fragestellungen behandeln: Was versteht man unter Induktion? Was ist eine wissenschaftliche Erklärung? Welche Rolle spielen wissenschaftliche Gedankenexperimente? Welchen erkenntnistheoretischen und ontologischen Status haben theoretische Begriffe wie Elektron, Kraft oder Wellenfunktion? All diese Fragen sollen anhand von Beispielen aus der Wissenschaftsgeschichte illustriert und plausibilisiert werden. Dabei beschäftigen wir uns etwa mit den Keplerschen Gesetzen, mit Semmelweis‘ Untersuchungen zum Kindbettfieber oder Newtons berühmten „Bucket Experiment“. Das Seminar versteht sich dabei als Modellversuch, mit Hilfe der Geschichte zu philosophieren und in aktuellen wissenschaftstheoretischen Debatten Position zu beziehen.
Unsere Lehrveranstaltung richtet sich an alle Studierenden, die sich für die philosophischen und historischen Aspekte von Wissenschaft interessieren. Das Seminar ist dabei sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Wer im Laufe seines Studiums bislang kaum mit der „klassischen“ Wissenschaftstheorie in Kontakt gekommen ist, erhält im Rahmen der Lehrveranstaltung die Möglichkeit, sich anhand historischer Anschauungsbeispiele mit den zentralen Themen und Begrifflichkeiten der Disziplin vertraut zu machen. Wer dagegen entweder in der Wissenschaftsgeschichte oder in der Wissenschaftstheorie bereits gewisse Vorkenntnisse besitzt, wird in unserem Seminar mit aktuellen Forschungsfragen konfrontiert werden, die in spätere Abschluss- und Qualifikationsarbeiten einmünden können. Darüber hinaus ist die Lehrveranstaltung natürlich an alle Studierende im HPS-Master adressiert, die hiermit die Chance erhalten, ihre im „Eingangskolloquium“ gesammelten Kenntnisse auf praktische Fälle anzuwenden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Neben der aktiven und regelmäßigen Teilnahme am Seminar müssen alle Studierenden kurze Hausübungen zu den einzelnen Sitzungen verfassen sowie mindestens ein Impulsreferat übernehmen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme
Aktive Mitarbeit: 25%
Hausübungen: 50%
Impulsreferat: 25%

Prüfungsstoff

Literatur

Die Literatur zum Seminar wird rechtzeitig bekannt gegeben und weitgehend über Moodle zur Verfügung gestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

M3 A. Wissenschaftsphilosophie
HPS M04 Wissenschaftsphilosophie
HPS M03 Wissenschaftsgeschichte

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:52