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180175 SE Schiller, Hölderlin, Hegel (2019W)

Freiheit und Kunst

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Moodle; Mi 20.11. 13:15-14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 16.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 23.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 30.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 06.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 13.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 27.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 04.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 11.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 08.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 15.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 22.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 29.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

2020 ist das Jahr, in dem der 250. Geburtstage von Hölderlin, Hegel und Beethoven gedacht wird. Die Freiheit, aufzubrechen, wie Friedrich Hölderlin dichtet, ist ein Schlüssel für die Kultur der Zeit dieser drei Geistesgrößen, der auch heute wieder von höchster Brisanz ist. Diese Worte bilden ein gedankliches Band zwischen dem Dichter Hölderlin und dem Philosophen G.W.F. Hegel. Sie lassen sich jedoch auch auf den Komponisten Ludwig van Beethoven projizieren. Die Freiheitsemphase Beethovens ist unübersehbar, seine Affinität zu Friedrich Schiller ist bekannt, wie die der anderen beiden. Die Freiheit, aufzubrechen, ist ein jederzeit gültiges Thema. Die Moderne hat manche Freiheitsvisionen der Aufklärung, wie politische Freiheit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Freiheit als Lebensgefühl, Freiheit des künstlerischen Ausdrucks entschiedene Schritte vorangebracht. Viele Schritte sind noch zu gehen, manche Schritte sind neu zu gehen. Es lohnt der Blick zurück für einen entschiedenen Blick nach vorn.
Der Dichterphilosoph Friedrich Hölderlin (1770-1843) und der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) waren bekanntlich Studienfreunde in Tübingen, gingen dann auf Initiative Hölderlins ab 1797 einen weiteren gemeinsamen Denkweg in Frankfurt am Main, wo Hölderlin Hofmeister bei der Familie Gontard wurde und Hegel ab Januar 1797 eine andere Stelle verschaffen konnte, bis sich ihre Wege 1800 definitiv trennten: Während der eine, Hölderlin, zu einem der bedeutendsten Dichter Deutscher Sprache wurde, der zudem zahlreiche Komponisten der neuen Musik zu einer sehr produktiven und innovativen Auseinandersetzung mit seinem Werk anregte, schuf der andere, Hegel, ein philosophisches System, das einen Gipfelpunkt in der Europäischen Philosophie darstellt, der seinerseits zu einer höchst produktiven Auseinandersetzung implizit aufforderte, wie sie sich in Werken von Marx und Engels, von Adorno, Sartre und vielen anderen niederschlägt.
Die Dichtung Hölderlins gilt unter Literaturkennern wie Komponisten bereits als Musik. Während es kaum Vertonungen der Lyrik Hölderlins durch die Klassiker und Romantiker gibt, hat die Neue Musik des 20. und 21. Jahrhunderts Hölderlin zu einem der ihren gemacht. Von Vertonung ist nicht mehr die Rede, in der die Musik dem Wort dient, vielmehr von Klanggestalten, die dem Wort auf Augenhöhe mit dem Klang begegnen. Hans Zender hat seine Kompositionen weitsichtig Hölderlin Lesen genannt, ein musikalisches Lesen der Dichtung. Es ist freies Hören aufeinander der Ausdruckssprachen, eine Emanzipation der Künste.
Das erste große Werk des Philosophen Hegel, die Phänomenologie des Geistes [1807], ist ebenso sehr Philosophie als sie performativer Entwicklungsroman einer konstruierten Geschichte der Erfahrungsgestalten des Bewusstseins ist. Hegel nahm schon in Frankfurt, dann in Berlin und auf Kulturreisen, u.a. nach Wien, Prag, Paris, am kulturellen Leben der Städte teil, besuchte nachweislich Opern, Theaterstücke, Gemäldesammlungen, was sich in seiner Ästhetik manifestiert.
Beethovens tiefe innere Anteilnahme an der Literatur dokumentiert sich in seinem Lied- und Opernschaffen. Eine Beschäftigung mit Philosophie ist wenig belegt, seine Begeisterung für Freiheit, DER Idee der Philosophie, ist in seinem Werk offenkundig. Er trifft auf eine geistige innere Verwandtschaft mit Schiller, man denke nur an die Ode an die Freude und den 4. Satz der 9. Symphonie. Schillers Dramen sind immer auch Positionierungen zur (philosophischen und politischen) Freiheit. Beethovens Oper Fidelio ist mit Schillers Dramen wesensverwandt. Wo Schiller von der ästhetischen Erziehung des Menschen spricht, die nicht Zweck der Kunst ist, aber doch durch sie zum Austrag kommt, geht es Beethoven um die öffentliche Stimme um Willen der Freiheit.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Diese Lehrveranstaltung steht in Verbindung mit dem Konzert-Symposion "Die Freiheit … aufzubrechen… 1770 – 2020" Hölderlin Hegel Beethoven, das die LV-Leiterin organisiert und in Zusammenarbeit Martin Vöhler, Berlin und Thessaloniki, im März 2020 in Wien durchführen wird. Die Lehrveranstaltung versteht sich als thematische Vorbereitung zu diesem interdisziplinären Konzert-Symposion, das sich über 3 ½ Tage erstrecken wird (4.-7. März 2020). Es wird an drei Abenden Konzerte, teils mit Lesungen, geben. Im vorbereitenden Seminar werden Werke von den drei Jubilaren sowie von Schiller, die im KonzertSymposion Gegenstand der Untersuchung sowie der künstlerischen Praxis sein werden, gemeinsam gelesen, erarbeitet und diskutiert.

Leistungskontrolle:
Es handelt sich um eine immanente Lehrveranstaltung, die regelmäßige Präsenz erfordert. Ein Referat zu Quellentexten, zu Toneinspielungen und ausgewählten Forschungsbeiträgen, aktive Teilnahme am Unterrichtsgespräch, sowie die Teilnahme am Konzert-Symposion (4. bis 7. März 2020, Uni Hauptgebäude) sind Voraussetzung für den positiven Scheinerwerb.
In begründeten Ausnahmen ist es möglich, mit einer ergänzenden Hausarbeit von 15 Seiten abzuschließen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Literatur und Kompositionen, die schwerer zugänglich sind, werden auf Moodle zum Download bereitgestellt werden.

Das Programm des Konzert-Symposions wird im Oktober bereitgestellt werden.

U.a. werden gelesen und studiert:
Friedrich Schiller, Don Carlos
Friedrich Schiller, Einige Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen
Friedrich Hölderlin, Der Tod des Empedokles
Friedrich Hölderlin, An die Madonna und Hans Zender, Hölderlin Lesen I
Friedrich Hölderlin, Fragment philosophischer Briefe
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Frühe Fragmente (Tübingen, Frankfurt)
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Phänomenologie des Geistes, Kunstreligion
Ludwig van Beethoven, Fidelio
Ludwig van Beethoven, 9. Symphonie, 4. Satz und Friedrich Schiller, Ode an die Freude

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 09.10.2019 14:08