Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180229 SE Sehen, Erkennen und Wissen (2019W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Moodle; Mi 22.01. 18:30-20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 09.10. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 16.10. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 23.10. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 30.10. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 06.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 13.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 20.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 27.11. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 04.12. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 11.12. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 08.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 15.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Mittwoch 29.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Dieses Seminar geht der Frage nach, was es bedeutet, etwas zu wissen. Heißt „wissen“, eine Überzeugung zu besitzen, die nicht nur wahr, sondern auch gut fundiert ist? Oder ist Wissen je nach Situation unterschiedlichen Maßstäben unterworfen? Wie unterscheidet sich Wissen von Glauben, Meinungen oder Überzeugungen? Was bedeutet es, sich etwas sicher zu sein? Wie verträgt sich diese Sicherheit mit der Möglichkeit des Irrtums? Welche Rolle spielen unsere Sinne, welche unser Verstand? Wie verhält sich „wissen, dass X“ zu „Wissen von bzw. über X“ und „X wissen“? Gibt es Wissen überhaupt oder können wir uns immer täuschen oder getäuscht werden?

Wir lassen uns auf der Suche nach Antworten von einem neuen Buch leiten, das die Debatte gerade neu aufmischt: Michael Ayers‘ Knowing and Seeing (OUP 2019). Zum Einstieg sehen wir uns ein berühmt-berüchtigtes Paper von Gettier und einige unmittelbare Reaktionen darauf an, in denen versucht wurde, Wissen als gerechtfertigte, wahre Meinung mit unterschiedlichen Ergänzungen zu definieren. Diese Versuche einer Analyse bzw. Reduktion des Wissensbegriffs auf „Glauben“ plus einige Zusätze wurden von Gegnern des Unterfangens aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Ayers und Antognazza beginnen mit einer historischen Klarstellung. Wir folgen ihnen und sehen uns einige historische Grundlagen z.B. bei Platon und Aristoteles bzw. Thomas von Aquin, Descartes, Locke, Leibniz und Hume an. Diese werden uns auch helfen, die heutigen Debatten zu verstehen.

In einem nächsten Schritt beschäftigen wir uns mit dem sogenannten „KK principle“, dem Prinzip, dass wir wissen, dass wir etwas wissen. Dieses Prinzip, das bei den Gegnern der „Gettierologie“ eine wichtige Rolle spielt, wird von vielen Internalisten vertreten, von vielen Externalisten jedoch abgelehnt. Wir greifen paradigmatisch die Standpunkte von Goldman, Nozick und Williamson heraus. Dann sehen wir uns Ayers‘ empiristische Antwort über die Wahrnehmung und seine Unterscheidung zwischen primärem und sekundärem Wissen dazu an.

Auch andere Ansätze erklären Wissen in Zusammenhang mit Wahrnehmung. Besonders prominent ist hier die Debatte zwischen McDowell und Travis, zu der wir uns auch die Standpunkte von Ginsborg und Miguens ansehen werden. Ayers‘ diskutiert sowohl McDowells ursprünglichen als auch seinen modifizierten Standpunkt und legt eine Alternative zu den anderen Sichtweisen vor.

Ayers‘ Wissenstheorie hat auch unmittelbare Auswirkungen auf seine Sicht der Sprache. Wir werden seinen Objekt-zentrierten Standpunkt mit der Mainstream-Darstellung von dass-Sätzen als eingebettete Propositionen vergleichen.

Im letzten Teil des Seminars widmen wir uns dem Skeptizismus, seinen unterschiedlichen Ausformungen und den Reaktionen darauf (Fallibilismus, Kontextualismus sowie Reliabilismus). Ayers‘ Unterscheidung zwischen primärem und sekundärem Wissen und zwischen sicher sein und unfehlbar sein öffnet hier eine weitere Möglichkeit des Umgangs mit skeptischen Einwänden.

Für die einzelnen Einheiten sind Texte vorzubereiten, die unter den TeilnehmerInnen aufgeteilt werden. Diese fassen die jeweiligen Texte schriftlich zusammen bzw. präsentieren den Inhalt kurz mündlich im Seminar. Als Seminararbeit verfassen die TeilnehmerInnen eine Rezension des Buches.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche und schriftliche Kurzbeiträge, Seminararbeit, Mitarbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

StEOP; M-02 Anwesenheit erforderlich;
Kurzbeiträge schriftlich bzw. mündlich: 30%, Seminararbeit 60%, Mitarbeit 10%.

Prüfungsstoff

Literatur

Ayers, Michael, Knowing and Seeing, OUP 2019
Weitere Angaben erfolgen in der LV

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 09.10.2019 00:06