Universität Wien FIND

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180386 SE Kontingenz, Hegemonie, Universalität (2010W)

Zum Begriff des Politischen bei Butler, Laclau und Zizek

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 05.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 12.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 19.10. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 09.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 16.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 23.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 30.11. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 07.12. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 14.12. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 11.01. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 18.01. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Dienstag 25.01. 18:00 - 20:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ende der 1990er Jahre treten drei der prominentesten VertreterInnen eines poststrukturalistischen Denkens des Politischen - ausgehend von Laclaus und Mouffes epochemachenden Werk Hegemony and Socialist Strategy (1985, dt. Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion des Marxismus) - in einen engagierte Debatte über die Zukunft und Möglichkeit eines radikaldemokratischen Projekts. Diese Auseinandersetzung hat ihren Niederschlag in einer Publikation gefunden, in der die drei DenkerInnen in jeweils drei Beiträgen, auf die ihnen gestellten Fragen und die gegen sie erhobenen Einwände ausführlich antworten und im Sinne eines "kritischen Dialogs auf der Linken"; für ein Denken des Politischen zu mobilisieren versuchen.
Trotz ihrer unterschiedlichen Ausgangspunkte - Lacan (Zizek), Marx und Gramsci (Laclau), Foucault und Derrida (Butler) - verbindet alle drei DenkerInnen die Überzeugung, dass politische Projekte oder soziale Bewegungen die unhintergehbare Unvollständigkeit und Brüchigkeit ihrer identifikatorischen Prozesse und Sammlungspunkte notwendig in Rechnung stellen müssen. Die Unmöglichkeit und der Verzicht, eine vorgängige Einheit und Identität als Handlungsträger politischer Forderungen zu postulieren, wird gerade nicht als Hindernis, sondern als notwendig Voraussetzung politischer Handlungsfähigkeit betrachtet. Jede soziale Bewegung, die sich als demokratische politische Artikulation versteht, muss folglich die "Negativität im Herzen der Identität" als ihren notwendigen Ausgangspunkt wählen.
Dagegen divergieren die drei TheoretikerInnen wesentlich hinsichtlich der Frage der Subjektkonstitution und des ontologischen Status des Subjekts. Einen weiteren zentralen Diskussionspunkt bildet der Begriff der Universalität. Während alle drei - in Abgrenzung von Habermas'schen Ansätzen - darin übereinstimmen, dass Universalität nichts von vornherein Gegebenes ist, das der Formulierung rationaler Geltungsansprüche immer schon zugrunde liegt, so ringen sie doch wesentlich darum, wie das Universale selbst neu zu denken ist: als negative Bedingung jeder politischen Artikulation (Zizek), als unterschiedliche Formen der Universalität, die zueinander in Konflikt treten (Laclau), oder als ein Übersetzungsprozess, durch den die Grenzen des Universalen in der Anerkennung dessen, was im Universalen verworfen wird, neu ausgehandelt werden (Butler).

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- regelmäßige und aktive Mitarbeit & eigenständige Vorbereitung des Textes
- Kurzpräsentation: inhaltliche Aufarbeitung und Strukturierung der Textlektüre
- Kurzpapers ("Stundenreflexionen") & schriftliche Abschlussarbeit in Form eines kritischen Resümees (max. 10 Seiten)

- Alternativ besteht die Möglichkeit durch die kommentierte Übersetzung eines Kapitels in Kleingruppen einen Leistungsnachweis zu erbringen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Ziel des Seminars ist es in der gemeinsamen Lektüre des englischen Textes die unterschiedlichen Positionen Butlers, Laclaus und Zizeks herauszuarbeiten, konturierend gegenüberzustellen und im Hinblick auf ein Denken des Politischen kritisch zu bewerten.

Da der Text bisher nur auf Englisch vorliegt, ist darüber hinaus angedacht, dass Buch kapitelweise ins Deutsche zu übersetzen. Im Zuge dessen soll zugleich versucht werden, deutsch-englisches Begriffsglossar zu erstellen.

Prüfungsstoff

Das Seminar wendet sich an fortgeschrittene Studierende die bereits mit den grundlegenden Texten, Begriffen und Theorien von Judith Butler, Ernesto Laclau und Slavoj Zizek vertraut sind. Da der der gemeinsamen Lektüre zugrundeliegende Text nur auf Englisch verfügbar ist, sind sehr gute Englischkenntnisse erforderlich.

Die LV ist als ein lektüreorientiertes Theorieseminar konzipiert. Im Zentrum des Seminars steht die gemeinsame enge Lektüre am Text. Nach einer Einführung in den Problemhorizont sowie in die Methodik des Close Reading ist jede Unterrichtseinheit der Präsentation und Diskussion der für die jeweilige Sitzung vereinbarten Texte gewidmet. Eine Arbeitsgruppe von Studierenden übernimmt dabei jeweils die inhaltliche Aufarbeitung und Strukturierung des zu lesenden Textes.

Literatur

Butler, Judith/Laclau, Ernesto/Zizek, Slavoj: Contingency, Hegemony, Universality: Contemporary Dialogues on the Left. London: Verso 2000

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M11, BA M13, § 4.2.2, §57.3.5, §57.6

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36