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190074 SE M5.4 Historische und gesellschaftliche Bedingungen des Lehrens und Lernens (2017S)

Schulreformen in bildungsgeschichtlicher Perspekive

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 07.03. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 14.03. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 21.03. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 28.03. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 04.04. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 25.04. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 02.05. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 09.05. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 16.05. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 23.05. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 30.05. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 13.06. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 20.06. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Dienstag 27.06. 16:45 - 18:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Schulreformen oder die Forderung nach Schulreformen sind ein Dauerbrenner in der öffentlichen Debatte über das Bildungswesen. Sie werden angesichts wahrgenommener gesellschaftlicher Missstände oder nach Feststellung von tatsächlichen oder vermeintlichen Gebrechen des Bildungssys-tems im öffentlichen Diskurs mit Nachdruck gefordert. Aktuell in Planung oder Umsetzung befindli-che Reformen sind Gegenstand tagespolitischer Auseinandersetzungen.
Die Forderung nach Schulreformen ist dabei aber kein Spezifikum gegenwärtiger öffentlicher Debat-ten. Sie ist so alt wie das öffentliche Schulwesen selbst und rückte insbesondere seit der reformpädagogischen Ära, deren Beginn allgemein etwa um das Jahr 1880 angesetzt wird, ins Zentrum öffentlicher Auseinandersetzung mit dem Phänomen Schule. Es gibt also jede Menge vergangener Schulre-formen oder Schulreformdebatten und auch reichhaltiges bildungshistorisches Wissen über vergangene Schulreformen. In gegenwärtigen Schulreformdebatten wird die Geschichte von Schulreform dennoch kaum wahrgenommen. In der gesellschaftlichen Debatte über Schulreformen tritt Geschichte, so sie überhaupt eine Rolle spielt, entweder im Gesicht einer Verfallsgeschichte als angeblich bessere alte Zeit auf, oder wahrgenommene Missstände im Bildungssystem werden als zu überwindende Relikte der Vergangenheit dargestellt. Auch im wissenschaftlichen Diskurs über Bildungsreformen spielt das Wissen der historischen Bildungsforschung gegenüber den Deutungsangeboten der empiri-schen Bildungsforschung, der Bildungspsychologie oder der Hirnforschung eine marginale Rolle.
Dieses Seminar widmet sich dem Phänomen Schulreform in bildungsgeschichtlicher Perspektive. Vergangene Schulreformen, Schulreformdebatten und Schulreformprojekte werden exemplarisch untersucht. Dabei wird insbesondere die Frage verfolgt, welche Schlüsse historische Bildungsforschung aus dem Verlauf vergangener Schulreformen ziehen kann.
Die genannten Fragestellungen werden in erster Linie anhand aktueller bildungshistorischer Forschungsliteratur über frühere Bildungsreformen verfolgt. Diese wird im Seminar gemeinsam gelesen und erörtert. Darüber hinaus soll auch der eine oder andere zeitgenössische Quellentext zum Thema besprochen werden. Die Texte, die in der Lehrveranstaltung erörtert werden, werden jeweils einer Gruppe von Studierenden zur Vorbereitung übertragen, die dann auch die Verantwortung für die Gestaltung der Auseinandersetzung mit den jeweiligen Texten übernimmt. (Es handelt sich bei dieser Art der Vorbereitung nicht um Referate im klassischen Sinn, da wir davon ausgehen, dass alle die zu besprechenden Texte gelesen haben. Der Beitrag der ‚Referierenden‘ zielt also nicht primär auf die Vermittlung des Inhaltes der Texte sondern auf die Gestaltung der Auseinandersetzung mit ihnen.)
Studierende, die eine Seminararbeit schreiben wollen, werden im Zuge der Lehrveranstaltung bei der Erarbeitung einer Forschungsfrage und eines Konzepts für die Seminararbeit unterstützt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit in der Lehrveranstaltung; Vorbereitung und Gestaltung der Auseinandersetzung mit einem der Lehrveranstaltungstexte; Seminararbeit oder Präsenta-tion und Verteidigung eines kurzen Statements in einer Abschlussdebatte inkl. schriftlicher Ausarbei-tung des Statements (ca. 750 Wörter)
Gewichtung der Teilleistungen: Mitarbeit allgemein (Qualität und Häufigkeit der Diskussionsbeiträge): 30%; Gestaltung der Auseinandersetzung mit einem der Lehrveranstaltungstexte: 30%; Seminararbeit oder Abschlussstatement (schriftlich und mündlich): 40%
Letzter Abgabetermin für die Seminararbeit: 31. Juli 2017; alle anderen Teilleistungen müssen spätestens beim letzten Lehrveranstaltungstermin vorliegen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mitarbeit: Regelmäßige Anwesenheit in der LV; Lesen der vereinbarten Texte, regelmäßige aktive Beteiligung an Diskussionen.
Vorbereitung und Gestaltung der Auseinandersetzung mit einem der Lehrveranstaltungstexte: Qualität der Vorbereitung. Wird die gewählte Art der Auseinandersetzung dem Text gerecht? Gelingt es, die Auseinandersetzung mit dem Text für die Mitstudierenden anregend zu gestalten?
Seminararbeit: Eigenständige Bearbeitung einer selbstgewählten Forschungsfrage im Zusammenhang mit dem Thema der Lehrveranstaltung; klare, nachvollziehbare Darstellung; sprachliche Richtigkeit; Einhaltung der inhaltlichen und formalen Kriterien für wissenschaftliche Texte (Zitieren etc.). Umfang: ca. 7500-10000 Wörter. Detaillierter Kriterienkatalog wird auf Moodle zugänglich gemacht.
Präsentation und Verteidigung eines kurzen Statements in einer Abschlussdebatte: Nachvollziehbare Präsentation eigener Überlegungen zu den in der Lehrveranstaltung bearbeiteten Fragestellungen in schriftlicher und mündlicher Form; Erläuterung bzw. Präzisierung der eigenen Positionen auf Nachfragen in der Diskussion hin; konstruktives Aufgreifen der Beiträge anderer Teilnehmerinnen in der Debatte.

Prüfungsstoff

Literatur

Crotti, C., & Osterwalder, F. (Hg.). (2008). Das Jahrhundert der Schulreformen. Internationale und nationale Perspektiven. 1900 - 1950. Bern u.a.: Haupt.
Cuban, L. (1990). Reforming Again, Again, and Again. Educational Researcher, 19(1), 3-13.
Grunder, H.-U. (2015). Schulreform und Reformschule. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Keim, W. (1984). Die Wiener Schulreform der ersten Republik ein vergessenes Kapitel der europäi-schen Reformpädagogik. Die deutsche Schule, 76, 267-282.
Keim, W., & Schwerdt, U. (Eds.). (2013). Handbuch der Reformpädagogik in Deutschland (1890 - 1933). Gesellschaftliche Kontexte, Leitideen und Diskurse (Vol. 1). Frankfurt am Main; Wien [u.a.]: Lang.
Keim, W., & Schwerdt, U. (Eds.). (2013). Handbuch der Reformpädagogik in Deutschland. (1890-1933). Praxisfelder und pädagogische Handlungssituationen (Vol. 2). Frankfurt am Main; Wien [u.a.]: Lang.
Kemper, H. (1990). Schule und bürgerliche Gesellschaft. Zur Theorie und Geschichte der Schulreform von der Aufklärung bis zur Gegenwart. 1. Bürgerliche Öffentlichkeit und öffentliche Schulen: Aufklä-rung und Neuhumanismus. Weinheim: Deutscher Studien-Verl.
Kemper, H. (1990). Schule und bürgerliche Gesellschaft. Zur Theorie und Geschichte der Schulreform von der Aufklärung bis zur Gegenwart. 2. Politisierung der Erziehung und Pädagogisierung der Schule: 19. Jahrhundert, Weimarer Republik und Bundesrepublik. Weinheim: Deutscher Studien-Verl.
Kluchert, G. (2003). Die Entwicklung der Lehrer-Schüler-Interaktion und die Bildungswachstumsschü-be. Zur inneren Schulreform im 20. Jahrhundert. Zeitschrift für Pädagogik, 49(1), 47-68.
Popkewitz, T. S. (1988). Educational reform. Rhetoric, ritual, and social interest. Educational Theory, 38(1), 77-93.
Tyack, D., & Cuban, L. (1995). Tinkering toward Utopia. A century of Public School Reform. Cambridge/Massachusetts und London: Havard University Press.
Tyack, D., & Tobin, W. (1994). The "Grammar" of Schooling. Why Has it Been so Hard to Change? American Educational Research Journal, 31, 453-479.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

M5.4

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:37