Universität Wien FIND

190108 SE M7.1 Bildung, Biographie und Lebensalter (2017W)

Berufsorientierung I

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

1. Einheit: Mittwoch:  25. Oktober 2017, 9:00-14:00 Uhr, SR 4c
2. Einheit: Mittwoch:  08. November 2017, 9:00-14:00 Uhr, SR 4c, SR 5
3. Einheit: Mittwoch:  22. November 2017, 9:00-14:00 Uhr, SR 4c, SR 4a
4. Einheit: Mittwoch:  06. Dezember 2017, 9:00-14:00 Uhr, SR 4c
5. Einheit: Mittwoch:  13. Dezember 2017, 9:00-14:00 Uhr, SR 6

Das Seminar findet am IFF (Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien) statt.
Anmeldung bitte unter silvia.hellmer@aau.at (nicht u:space).
Weitere Infos unter http://www.workinprocess.at/ws17/berufsfeld.html


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung ist Teil eines Lehrprogramms 'Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensnetzwerke und soziales Lernen' der Alpen Adria Universität Klagenfurt, die am Wiener Standort der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF), Wien 1070, Schottenfeldgasse 29 abgehalten wird.

Inhalt und Methodik:
Die Herausforderung, mit denen Individuen in der 'Zweiten Moderne' konfrontiert sind, geht einher mit einer verstärkten gesellschaftlichen Aufmerksamkeit für Individuen, für Subjekte, für AkteurInnen, für Biografien, für die Einzelnen. Wenn Individuen in der 'Zweiten Moderne' dazu aufgefordert sind, sich selbst mit Gesellschaft
kompatibel zu machen, wenn Individuen immer mehr Entscheidungen abgerungen werden, wenn aufgrund der hybrider gewordenen gesellschaftlichen Angebote eben diese Entscheidungen auch noch herausfordernder geworden sind - dann ist es wahrscheinlich, dass die Beziehungen zwischen Individuen und Gesellschaft oftmals prekär, wenn nicht sogar krisenhaft sind. Wenn das eigene Leben in Bezug auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft uneindeutig ist, wenn biografische Schwellensituationen
und gesellschaftlichen Krisenzeiten und in sich vervielfachenden Lebenswelten' ist das 'Sich-und-anderen-Erklären, warum das Leben so und nicht anders verlaufen ist, Notwendigkeit' (Löffler 1999, 68).

Die Lehrveranstaltung, die sich über zwei Semester erstreckt, knüpft daran an: eine Verbindung zwischen Studium und (möglicher) eigener Berufspraxis wird hergestellt, um Schnittstellen zwischen den jeweiligen TeilnehmerInnen (Individuen im Sinne von AkteurInnen) und gesellschaftlichen Möglichkeiten und Barrieren (konkret des Arbeitsmarkts) herzustellen. Vor allem mit Formen eines reflexiven biografischen Zugangs und der Methode des narrativ-autobiografischen Interviews (Biografiearbeit bzw. Biografieforschung) wird die Auseinandersetzung mit den eigenen bereits im Studium und anderswo erworbenen theoretischen, methodischen, fachlichen und sozialen Erfahrungen und Kompetenzen in den Mittelpunkt gestellt.

Die Lehrveranstaltung ist Teil des IFF-Lehrprogramms Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensmanagement und soziales Lernen.

In einer daran anschließenden Lehrveranstaltung im SoSe 2018 sollen dann konkrete Bedingungen des aktuellen Arbeitsmarkts behandelt und Kontakte mit relevanten Institutionen (in Form von biografischen Interviews mit RepräsentantInnen von Berufsfeldern und Organisationen) geknüpft werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Voraussetzung für den Zeugniserwerb:
Durchgehende Teilnahme, schriftliche Ausarbeitung (individuelles Reflexionsprotokoll) und Präsentation der geforderten Produkte, Seminararbeit

Zertifikat (optional):
Absolvierung von mindestens 12 Semesterwochenstunden im Rahmen des Lehrprogramms Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensnetzwerke und soziales Lernen. Informationen zum Lehrprogramm unter www.workinprocess.at.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Im Wintersemester (Berufsfeldorientierung I) wird in Kleingruppen gearbeitet: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reflektieren ihren bisherigen Biografieverlauf: Was hat man wo mit wem wie erlebt und erfahren? Man reflektiert sich selbst und mit Unterstützung offener Fragen als gesellschaftlicheR AkteurIn, als Mann oder Frau, als
jemand, die oder der womöglich bereits Lesekreise oder Veranstaltungen organisiert hat, die oder der vielleicht schon einmal journalistische Aufsätze verfasst hat, als jemand mit pädagogischen Erfahrungen, als jemand mit diesen oder jenen Kontakten, als Alleinerzieherin usw. Solche und andere Erfahrungen stehen für bestimmte individuelle und gesellschaftliche Kompetenzen und Interessen; diese sollen bewusst werden; die anderen TeilnehmerInnen werden aufgefordert, Feedback zu geben. In
der Seminararbeit werden biografische Praxis und Theorie zueinander in Beziehung gesetzt.

Prüfungsstoff

Texte zum biografischen Paradigma, Biografiearbeit im sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Feld, Grundlagen der Biografiearbeit

Literatur

Literatur:

Alheit, Peter: Transitorische Bildungsprozesse: Das 'biographische Paradigma' in der Weiterbildung. In: Mader, Wilhelm (Hg.): Weiterbildung und Gesellschaft. Theoretische Modelle und politische Perspektiven. 2. erw. Aufl., Bremen 1993, 343-416.

Jansen, Irma: Biografie im Kontext sozialwissenschaftlicher Forschung und im Handlungsfeld pädagogischer Biografiearbeit. In: Hölzle, Christina/Jansen, Irma (Hg.): Ressourcenorientierte Biografiearbeit. Grundlagen Zielgruppen Kreative Methoden. Wiesbaden 2009

Miethe, Ingrid: Biografiearbeit. Lehr- und Handbuch für Studium und Praxis. Weinheim/München 2011.

weitere einführende Literatur

AK Wien/IFF Wien (Hg.): Verschlungene Wege. Von der Uni ins Berufsleben. Sammelband zur Tagung 'Biografie & Berufsfeld'. Wien 2006.

Alheit, Peter: Identität oder 'Biographizität'? Beiträge der neuen sozial- und erziehungswissenschaftlichen Biographieforschung zu einem Konzept der Identitätsentwicklung. In: Integrative Therapie 3-4/2002, 190-209.

Buschmeyer, Hermann/Heidi Behrens-Cobet (Bearb.): Biographisches Lernen. Erfahrungen und Reflexionen, hg. vom Landesinstitut für Schule und Weiterbildung. Soest 1990.

Bolles, Richard Nelson: Durchstarten zum Traumjob, Frankfurt/New York, 4. durchgesehene Auflage 2000.

Dausien, Bettina: Theoretische Perspektiven und methodologische Konzepte für eine re-konstruktive Geschlechterforschung. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hg.): Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Opladen 2004, 314-325.

Dressel, Gert: Wissen schaffen als Ich-AG. Über frei herumlaufende GeistesarbeiterInnen. In: Peskoller, Helga/Michaela Ralser/Maria A. Wolf (Hg.): Texturen von Freiheit. Beiträge für Bernhard Rathmayr. Innsbruck 2007, 223-232.

Dressel, Gert/Langreiter, Nikola: Wissenschaftlich Arbeiten schneller, höher, weiter? Zum (Un-) Verhältnis von Arbeit und Freizeit in den (Kultur-) Wissenschaften [51 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(1), 2008, Art. 38. Verfügbar über: http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/viewArticle/313/687

Dressel, Gert/Novy, Katharina: Vergessen gehört zum Erinnern. 'So etwas gibt sehr viel, wenn man sprechen kann' Biografiearbeit als Bildungsarbeit. In: tools. Österreichische Fachzeitschrift für Erwachsenenbildung, Heft 4/2009, 8+10.

Faulhammer, Michaela/Marianne Reich (Hg.): Den eigenen Weg gehen. Erfolgsgeschichten österreichischer Frauen. Wien 2006.

Forum Sozialforschung (Hg.): Positionierung der außeruniversitären Sozialforschung (= Forum Sozialforschung Schriftenreihe, 4). Wien 1999.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

M7.1 (IFF)

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42