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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

190270 SE M6.1 Pädagogik bei kultureller Verschiedenheit und sozialer Benachteiligung (2017W)

Emergente, integrale, und konstruktivistische Theorie- und Praxisansätze zur Gestaltung ermöglichender Lernräume.

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Deutsch - inkl. dem Lesen von Englischsprachiger Literatur

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 13.10. 09:45 - 13:00 Hörsaal 1 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 20.10. 09:45 - 13:00 Hörsaal 1 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 10.11. 09:45 - 13:00 Hörsaal 1 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 01.12. 09:45 - 16:30 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 15.12. 09:45 - 13:00 Hörsaal 1 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 12.01. 09:45 - 13:00 Hörsaal 1 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 26.01. 09:45 - 13:00 Hörsaal 1 Sensengasse 3a 1.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Warum kann es für die Inklusionsforschung sowie angehende PädagogInnen und von Bedeutung sein, sich mit einer Theorie und korrespondierenden Methodologie über soziale Transformation zu befassen, die augenscheinlich in der Welt des Managements verortet ist, ohne dabei vorschnell in reflexartige Bewertungen zu verfallen? Eine mögliche Antwort gibt der aus neomarxistischen Theorietraditionen kommende HOLLOWAY in seinem Buch „Kapitalismus aufbrechen“, in dem er schreibt: „Die Notwendigkeit einer dauerhaften und radikalen Neugestaltung der Gesellschaft ist dringender denn je, aber dorthin gelangen wir nur, wenn wir hier und jetzt alle Arten von Brüchen in der Struktur der Herrschaft erkennen, schaffen, ausweiten und vervielfachen“ (2010, 42). „Always start by attending to the crack” – so formulieren das gleiche Prinzip SCHARMER und KÄUFER (2013, 23) und meinen damit das Wahrnehmen und Aufmerksamkeit richten auf all jene Herausforderungen, Unterbrechungen und Öffnungen, wo sich das Alte langsam beginnt zu verabschieden und das Neue zu zeigen. Wo beginnt sich Inklusion zu zeigen, wo sehen wir die Brüche und Öffnungen innerhalb des alten Systems? Wo schlägt es auch zurück, zeigt sich unter neuem Namen lediglich im alten Gewand, erleben wir Etikettenschwindel und sehen nur ein ‚Mehr vom Gleichen’? Was kann die angestrebte soziale, organisationale und gesellschaftliche Transformation unterstützen, wie können Formen der Produktion und Aufrechterhaltung von sozialer Benachteiligung in und durch (pädagogische) Systeme überwunden werden, wie können wir gleichberechtige, inklusive und ko-kreative Formen der Zusammenarbeit, des Lernens initiieren und begleiten und welche Rolle spielen wir als (zukünftig) in pädagogischen Handlungsfeldern tätige Personen dabei eigentlich?

Im Mittelpunkt dieser gemeinsamen Lernveranstaltung steht die Vermittlung sowie theoretische und praktische Aneignung der Theorie U, als einer evolutionären Grammatik, die den „Prozess des In-die-Welt-Kommens von sozialer Wirklichkeit beschreibt und mittels einer erlernbaren und vermittelbaren sozialen Technologie unterstützen kann.

Die Lernveranstaltung wird dabei selbst als gemeinsamer inklusiver Lernraum mit hohem experimentellen Charakter gestaltet, was von den teilnehmenden Studierenden ein Hohes Maß an Eigenverantwortung und Bereitschaft des Einlassens auf selbstorganisierte Lernprozesse, Offenheit und Bereitschaft zur (Selbst-Reflexion) sowie Einfühlungsvermögen abverlangt.

Am Ausgangspunkt des Seminars steht das Finden und Entwickeln einer persönlichen Fragestellung die sich mit einem (pädagogischen) Handlungsfeld und darin beobachtbaren Formen von sozialer Benachteiligung beschäftigt, sowie eine persönliche Lerngrenze darstellt. Im Laufe des Semesters wird diese Fragestellung Grundlage eines gemeinsamen Prozess der Erkundens, gemeinsamen Nachdenkens und aktivem ko-kreativen Gestaltens entlang und mit Hilfe der Phasen der Theorie U.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Möglichst durchgehende Anwesenheit in allen Blöcken (Gruppenprozess) - jedoch mind. 80 % Anwesenheit; aktive Mitarbeit in den Seminarblöcken; Bearbeiten von Einzel-, Team und Gruppenaufgaben innerhalb UND außerhalb der Seminareinheiten (z.B. Interviews, Beobachtungen, Gruppenintervisionen sowie Entwickeln eines kleinen Projekts); Entwickeln und Bearbeiten einer persönlichen Fragestellung; Verfassen einer persönlichen Reflexion und theoretischen (Seminar-)Arbeit in der die aktive Auseinandersetzung und Integration von theoretischen Hintergründen ersichtlich wird. Details in der ersten Seminareinheit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Lehrveranstaltung verfolgt das Ziel, dass sich Studierende in einer inklusiven Lernumgebung, theoretisch und praktisch mit Grundlagen der Theorie U auseinandersetzen und entlang einer selbst definierten Fragestellung auf deren Übertragbarkeit und Umsetzbarkeit in pädagogischen Handlungsfeldern (selbst-)kritisch überprüfen. Darüber hinaus will das Seminar dazu anregen, das eigene pädagogische Selbstbild und Handlungsverständnis sowie performative biographische Erfahrungen zu reflektieren. Zu diesem Zweck werden im Laufe des Semesters praktische Teilleistungen (Führen eines Interviews, Organisation eines Praxiseinblicks, Durchführung von Gruppenintervisionstreffen, sowie Entwickeln eines kleines Projekts) definiert, über die jeweils kurze schriftliche Reflexionen abzugeben sind. Abgeschlossen wird das Seminar überdies mit einer persönlichen Reflexion sowie, einer theoretischen (Seminar)Arbeit, in welcher die aktive Aneignung und Integration von theoretischem Grundlagenwissen sowie die Bearbeitung der Fragestellung aus einer theoretischen Perspektive nachvollzogen werden kann.

Zur Anwendung kommt dabei der folgende Notenschlüssel:
90 - 100 %: Sehr Gut
80- 89% %: Gut
70 - 79 %: Befriedigend
60 - 69 %: Genügend
< 60 %: Nicht Genügend

Für die aktive Mitarbeit und Anwesenheit werden max. 20 % angerechnet, für die Abgabe aller Teilleistungen max. 40 % sowie ebenfalls 40 % für die schriftlichen Abschlussarbeiten (10 % persönliche Reflexion, 30 % theoretische Arbeit).

Prüfungsstoff

Einzel-, Team- und Gruppenarbeiten innerhalb UND außerhalb der Lehrveranstaltung; Grundlagen der Theorie U: z.B. Aufmerksamkeitsstrukturen, Formen des Zuhörens und der Gesprächsführung (Dialog, Presencing). Kennenlernen, anwenden und reflektieren von Werkzeugen der Theorie-U: z.B. Dialog-Interviews, Sensing Journeys, Journalling, Presencing, Case-Clinics, Prototyping. Selbstverantwortetes Lernen und Aneignen von Grundlagenliteratur. Praktische und theoretische Auseinandersetzung mit der Übertragung der Theorie U in pädagogische Handlungsfelder und Systeme. Verfassen einer persönlichen Reflexion sowie theoretischen (Seminar-)Arbeit.

Literatur

Andreas Hinz, Tanja Kinne, Robert Kruschel und Stephanie Winter (Hrsg.) (2016): Von der Zukunft her denken. Inklusive Pädagogik im Diskurs. Bad Heilbrunn: Klinkhardt Verlag

LALOUX, Frederic (2015): Reinventing Organizations: A Guide to Creating Organizations In-spired by the Next Stage in Human Consciousness. Brüssel: Nelson Palker

LYRA, Olga (2012): Führungskräfte und Gestaltungsverantwortung. Inklusive Bildungsland-schaften und die Theorie U. Bad Heilbrunn: Klinkhardt

LALOUX, Frederic (2015): Reinventing Organizations: A Guide to Creating Organizations In-spired by the Next Stage in Human Consciousness. Brüssel: Nelson Palker

SCHARMER, Otto (2009): Theorie U: Von der Zukunft her führen. Presencing als soziale Technik. Heidelberg: Carl-Auer

SCHARMER, Otto & KÄUFER, Kathrin (2013): Leading from the Emerging Future. From Ego-System to Eco-System Economies. San Francisco: Berret Koehler

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

M6.1

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42