Universität Wien FIND

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200213 SE Identity and Belonging (2021S)

Gestörte Gesellschaft? Kritische Perspektiven auf psychische Störungen

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 20 - Psychologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
Fr 26.03. 10:00-11:30 Digital

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 16.04. 14:00 - 17:00 Digital
Freitag 23.04. 14:00 - 17:00 Digital
Freitag 30.04. 14:00 - 17:00 Digital
Freitag 07.05. 14:00 - 17:00 Digital
Freitag 14.05. 14:00 - 17:00 Digital
Freitag 21.05. 14:00 - 15:30 Digital
Freitag 28.05. 14:00 - 17:00 Digital
Freitag 04.06. 14:00 - 15:30 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Benennung und Klassifikation psychischer Störungen entsteht nicht in einem neutralen ahistorischen Raum, sondern ist eng an geltende Vorstellungen von "normalem" und "abweichendem" Verhalten und Erleben und somit auch an gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse geknüpft. Dies bedeutet einerseits, dass gesellschaftliche Verhältnisse Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten sowie die Entstehung psychischer Störungen und Leidens haben. So ist seit längerem bekannt, dass gesellschaftlich benachteiligte Gruppen, wie LGBTIQA+ oder BPOC, eine höhere Vulnerabilität aufweisen, psychisch zu erkranken. Andererseits wird durch diese Verhältnisse jedoch auch definiert, welches Verhalten und Erleben als krank bzw. gesund gilt. So wurde beispielsweise Homosexualität als psychische Störung erst 1987 aus dem DSM-III und 1991 aus dem ICD-10 gestrichen, während die Geschlechtsidentität von trans Personen bis heute mit der Diagnose "Störung der Geschlechtsidentität" nach ICD-10 pathologisiert wird.

Ziel der Lehrveranstaltung ist eine kritische Auseinandersetzung mit psychischen Störungen und deren Verschränkung mit Macht- und Herrschaftsverhältnissen aus feministischer und gesellschaftskritischer Perspektive. Dies soll auf zwei Ebenen geschehen:
1. Stabilisierung und Reproduktion gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse durch psychiatrische Diagnosen:
Anhand ausgewählter Beispiele sollen die historischen Entwicklungen der Definitionen psychischer Störungen und aktuelle Diskurse um psychische Störungen kritisch auf die (Re)Produktion von Macht- & Herrschaftsverhältnissen beleuchtet werden. Zentrale Fragen dabei sind: Wie wird durch psychiatrische Diagnosen Verhalten und Erleben pathologisiert? Welche Vorannahmen gesellschaftlicher Ordnung liegen spezifischen Störungen zugrunde?

2. Einschreibung gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse in das Erleben und Verhalten von Subjekten:
Aufbauend auf Fragen der historischen Entwicklungen rund um Psychiatrie und psychiatrischen Diagnosen sowie deren gesellschaftspolitischer Einordnung, soll auf einer zweiten Ebene untersucht werden, inwieweit sich gesellschaftliche Verhältnisse bzw. Ideologien der Ungleichheit, wie Sexismus, Rassismus oder LGBTIQA+-Feindlichkeit, in Subjekte einschreiben und sich (unter anderem) in psychischen Krankheiten äußert.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Für eine positive Absolvierung der Lehrveranstaltung sind die Anwesenheit in den LV-Einheiten, die mündliche Mitarbeit und Teilnahme an Diskussionen, sowie die Lektüre der für die jeweiligen Module zur Verfügung gestellten Texte Voraussetzung. Die Teilnehmer*innen sollen zudem zu ausgewählten Einheiten Einzel- und Gruppenaufgaben bearbeiten und verschriftlichen. Zusätzlich wird in Kleingruppen mit Unterstützung der Lehrenden ein kleines Rechercheprojekt in Form eines Interviews mit ausgewählten psychiatrischen Einrichtungen, Organisationen oder in diesem Bereich arbeitenden Personen zu konzipieren, umzusetzen und vorzustellen sein.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 02.03.2021 11:09