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210033 LK BAK5: LK Theoriegeschichte und Theoriedebatten (2017W)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 21 - Politikwissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Eine Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase ist erforderlich! Eine nachträgliche Anmeldung ist NICHT möglich.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.

Beachten Sie die Standards guter wissenschaftlicher Praxis.

Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte und erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis).

Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 12.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 19.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 09.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 16.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 23.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 30.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 07.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 14.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 11.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 11.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 18.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 25.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
Donnerstag 01.02. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Lektürekurs EMANZIPATIO(EN) / Theoriegeschichte und Theoriedebatten:

Ausgehend von der Zwiespältigkeit des Emanzipationsbegriffs (vgl. Lyotard, Laclau), der mit Bezug auf das Spannungsverhältnis von „Befreiung“ und „Unterwerfung“ untersucht wird, werden die historischen Politiken, die das Verständnis der Emanzipation im Wesentlichen geprägt haben (Arbeiteremanzipation, Frauenemanzipation und Befreiungsbewegungen der sog. Dritten Welt) im Zusammenhang mit den betreffenden Emanzipationstheorien (Marxismus, Feminismus, postkoloniale Kritik) besprochen.
Im zweiten Schritt wird die Vielfalt an Identitätspolitiken, die auch den Begriff der „Emanzipation“ für sich in Anspruch nehmen, kritisch untersucht.
Vor der Folie der mittlerweile in den Humanwissenschaften eingebürgerten Identitätskritik wird letztendlich auch die Rückkehr zum Universalismus einer „Emanzipation des/der Menschen“, unabhängig von Geschlechtsidentität, Nations- oder Rassenzugehörigkeit, erörtert.

Das Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über unterschiedliche Emanzipationstheorien und -erfahrungen zu gewinnen, wie auch die Sackgassen der Emanzipationsrhetorik zu beleuchten, wenn diese sich in ein wettbewerbsbestimmtes politisches Verständnis verwandelt. Über den Emanzipationsbegriff hinaus sollen sich die Studierenden mit Begriffen „Demokratie“, „Hegemonie“, „Differenz“ und „Identität“ kritisch befassen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- wöchentliche schriftliche Reflexionen zum Text der jeweiligen Einheit
- eine Moderation (statt des Referats)
- Seminararbeit (min. 10 S.)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- aktive Diskussionsbeteiligung (20% der Gesamtnote)
- regelmäßige Teilnahme (max. zwei Fehlstunden)
- wöchentliche Reflexionen (1-2 Seiten, insgesamt 8 Abgaben, 10%)
- zehnseitige Seminararbeit (70%)

Regelmäßige Teilnahme, Diskussionsbeteiligung und Reflexionen sind die Voraussetzung für die Abgabe der Seminararbeit.

Prüfungsstoff

Die LV wird nicht mit der Prüfung, sondern mit einer Seminararbeit abgeschlossen.
Die unter "Literatur" aufgelisteten Texte werden in Reflexionen besprochen. Für die Seminararbeit wird davon eine Auswahl getroffen und mit Sekundärliteratur erweitert.

Literatur

Semesterübersicht

12.10.
Einführung

19.10.
Marx, Karl. „Zur Judenfrage“ [1844/1844]. Karl Marx u. Friedrich Engels, Werke. Bd. I. Berlin: Dietz, [1956] 1981: 347-377.

09.11.
Lukács, Georg. Geschichte und Klassenbewusstsein: Studien über marxistische Dialektik. Berlin: Malik, 1923.
Kapitel „Vorwort“ (S. 11-42) und „Das Phänomen der Verdinglichung“ (S. 257-287).

16.11.
Adorno, Theodor W., u. Max Horkheimer. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente [1944/1947]. Max Horkheimer, Gesammelte Schriften. Bd. V. „Dialektik der Aufklärung“ und Schriften 1940-1950. Frankfurt/M.: Fischer, 1987: 13-290.
Kapitel „Begriff der Aufklärung“ (bis S. 30).

23.11.
de Beauvoir, Simone. Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau. 1992.

30.11.
Butler, Judith. Das Unbehagen der Geschlechter [1990]. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991.
Kapitel „Die Subjekte von Geschlecht/Geschlechtsidentität/Begehren“, Nachwort.

07.12.
Honneth, Axel. Kampf um Anerkennung: zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1992.
Kapitel „Translator’s Introduction“, „Muster intersubjektiver Anerkennung: Liebe, Recht, Solidarität“.

14.12.
Rancière, Jacques. Das Unvernehmen: Politik und Philosophie [1995].
Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2002.
Kapitel „Der Anfang der Politik“.

11.01.
Laclau, Ernesto. Emanzipation und Differenz [1996]. Wien: Turia+Kant, 2002.
Kapitel „Jenseits von Emanzipation“.

18.01.
Chibber, Vivek. Postcolonial Theory and the Specter of Capital. London u.a.: Verso, 2013.
Kapitel „Postcolonial theory and subaltern studies“.

25.01.
Franzt Fanon: „Gegenseitige Begründung von Nationalkultur und Befreiungskampf“. Die Verdammten dieser Erde. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002. S. 181-189.

Zusammenfassung und abschließende Diskussion

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 18.10.2018 11:28