Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

210107 SE M3: Politische Theorien und Theorieforschung (2018W)

Sozialismus oder Barbarei? Das Verhältnis von Theorie und Praxis bei Castoriadis, Lefort und Gauchet

9.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 21 - Politikwissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Eine Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase ist erforderlich! Eine nachträgliche Anmeldung ist NICHT möglich.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.

Beachten Sie die Standards guter wissenschaftlicher Praxis.

Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte und erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Ab WS 2018 kommt die Plagiatssoftware (‘Turnitin') bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen zum Einsatz.

An/Abmeldung

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 09.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 16.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 23.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 30.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 06.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 13.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 20.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 27.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 04.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 11.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 08.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 15.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 22.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock
Dienstag 29.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2 (H2), NIG 2.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In seiner intellektuellen Biographie »Castoriadis, une vie« (2014) vermerkt der französische Historiker François Dosse, dass der griechischstämmige Philosoph und Psychoanalytiker Cornelius Castoriadis (1922-1997), der seit 1945 in Paris lebte und arbeitete, paradoxerweise in unterschiedlichen Kontexten rezipiert, jedoch nie umfassend gewürdigt wurde, ja speziell in politischen Diskussionszusammenhängen ein Außenseiter blieb.
Die Lehrveranstaltung setzt es sich zum Ziel, vor dem Hintergrund des französischen Kontextes rund um die Gruppe »Socialisme ou Barbarie«, die Castoriadis gemeinsam mit Claude Lefort gegründet hatte, die systematischen Schwerpunkte seiner Arbeit zu rekonstruieren: Neben seiner Kritik am Totalitarismus der Bürokratie und seiner intensiven Auseinandersetzung mit der marxistischen Geschichtstheorie sind es vornehmlich die in seinem Hauptwerk »Gesellschaft als imaginäre Institution« (1975) dargelegten Überlegungen zur Konstitution und Autonomie von Subjektivität, seine Ausführungen zur Instituierung und Kritik von Gesellschaft sowie seine demokratietheoretischen Explikationen, die im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen werden.
Neben Castoriadis werden zu unterschiedlichen Fragestellungen (Totalitarismuskritik, Demokratietheorie) auch die Arbeiten von Claude Lefort (bzw. Marcel Gauchet) zu Wort kommen sowie rezente Sekundärliteratur mit in die Diskussion einbezogen werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

a) Regelmäßige Teilnahme (max. zwei Fehleinheiten), aktive Mitarbeit und Feedback auf die Rohentwürfe der Seminararbeiten der Kolleg*innen (20%)
b) Schriftliche und termingerechte Beantwortung lektüreleitender Fragen(25%)
c) Abschließende Seminararbeit (ca. 15 Seiten) (55%) (Abgabetermin 15.2.2019)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung für die positive Beurteilung ist die Abfassung einer Seminararbeit sowie die wöchentliche Abgabe von schriftlichen Lektürereflexionen, die sich an vorgegebenen lektüreleitenden Fragen orientieren sollen. Zudem wird die regelmäßige Teilnahme (ein zweimaliges Fehlen ist gestattet), aktive Mitarbeit und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den zur Diskussion gestellten Texten vorausgesetzt.

Prüfungsstoff

Literatur

Primärliteratur:
Cornelius Castoriadis: Gesellschaft als imaginäre Institution. Entwurf einer politischen Philosophie. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990 (franz. 1975).

Der Haupttext des Seminars (Castoriadis: Gesellschaft als imaginäre Institution) ist im Buchhandel erhältlich und wird zur Anschaffung empfohlen.
Alle weiteren Primär- und Sekundärtexte werden auf Moodle zur Verfügung gestellt.

Für einen ersten Überblick empfiehlt sich die Lektüre von (die Texte sind bereits auf Moodle zugänglich):
- Andrea Gabler: » Die Despotie der Fabrik und der Vor-Schein der Freiheit. Von „Socialisme ou Barbarie“ gesammelte Zeugnisse aus dem fordistischen Arbeitsalltag «, in: Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit, 16/2001, 349-378.
Gerhard Gamm: »Cornelius Castoriadis: Gesellschaft als imaginäre Institution (1975)«, in: ders./Andreas Hetzel/Markus Lilienthal: Interpretationen. Hauptwerke der Sozialphilosophie. Stuttgart: Reclam 2001, 173-194.
Martin W. Schnell: »Cornelius Castoriadis«, in: Thomas Bedorf/Kurt Röttgers (Hg.): Die französische Philosophie im 20. Jahrhundert. Darmstadt: WBG 2009, 88-94.
Robert Seyfert: »Cornelius Castoriadis: Institution, Macht, Politik« in: Ulrich Bröckling/Robert Feustel (Hg.): Das Politische denken. Zeitgenössische Positionen. Bielefeld: transcript 2010, 253-272.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:38