Universität Wien FIND

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Vor-Ort-Lehre und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein. Melden Sie sich für Lehrveranstaltungen/Prüfungen über u:space an, informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf u:find und auf der Lernplattform moodle.

Regelungen zum Lehrbetrieb vor Ort inkl. Eintrittstests finden Sie unter https://studieren.univie.ac.at/info.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

210116 SE M3: Politische Theorien und Theorieforschung (2021S)

Der Staat im Postmarxismus

9.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 21 - Politikwissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

Die Lehre wird im SoSe 2021 zu Beginn voraussichtlich digital stattfinden. Je nach Lage wird auf hybride oder Vor-Ort-Lehre umgestellt. Die Lehrenden werden die konkrete Organisationsform und Lehrmethodik auf ufind und Moodle bekannt geben, wobei auch mit kurzfristigen Änderungen gerechnet werden muss.

Eine Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase ist erforderlich! Eine nachträgliche Anmeldung ist NICHT möglich.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.

Achten Sie auf die Einhaltung der Standards guter wissenschaftlicher Praxis und die korrekte Anwendung der Techniken wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens.
Plagiierte und erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis).
Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 11.03. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 18.03. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 25.03. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 15.04. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 22.04. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 29.04. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 06.05. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 20.05. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 27.05. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 10.06. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 17.06. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 24.06. 09:45 - 11:15 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Postmarxistische Theorien versuchen, Zwischenräume zu eröffnen. Abseits einer Entweder-oder-Konzeption geht es vor allem um das Zusammenspiel, die Gleichzeitigkeit und das Verhältnis scheinbar oppositioneller Kategorien (z.B. das Universelle und das Partikulare, das Politische und die Politik, Struktur und Subjekt, Grenze und Horizont, Staat und (Zivil)Gesellschaft, etc.). Bis heute bleiben jene Ansätze, die unter dem Namen „Postmarxismus“ geführt werden, äußerst heterogen. Dennoch weisen die solchermaßen bezeichneten Theorien Parallelen auf. Dazu gehört auch, dass ihnen oft ein mangelndes Verständnis des Staates vorgeworfen wurde und wird.
Dieses Seminar widmet sich also der Frage der Staatlichkeit in postmarxistischen Theorien: von Agamben, Badiou, Balibar, Butler, Deleuze und Guattari, Hardt und Negri, Lefort und Gauchet, Laclau und Mouffe, Nancy, Rancière und Žižek. Eine zentrale Annahme postmarxistischer Theorien ist, dass Institutionen zuallererst durch hegemoniale Artikulationen hervorgebracht werden. Die Frage des Staates und der Institutionen wird über eine solche Theoretisierung re-politisiert.

Die Zugänge einiger postmarxistischer Autor_innen zum Staat werden im Seminar anhand zentraler Konzepte in leicht zugänglicher Form dargestellt und von marxistischen und neomarxistischen Staatstheorien abgegrenzt. Zudem wird die Relevanz der Ansätze in Hinblick auf zeitgenössische politische Bewegungen hin geprüft.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

AUSSCHLIEßLICH DIGITAL
a) Regelmäßige Teilnahme (max. zwei Fehleinheiten) und aktive Mitarbeit (15%)
b) Schriftliche und termingerechte Abgabe der Lektürereflexion (20%)
c) kurze Präsentation wichtiger Thesen (in Gruppen zusammengefasst) (25%)
d) Seminararbeit (40%)
Eine selbstständige Anmeldung innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn über univis ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend!
Eine nachträgliche Anmeldung ist NICHT möglich.
Anwesenheitspflicht in der ersten LV-Einheit: Studierenden, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung, und Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung für die positive Beurteilung ist der positive Abschluss JEDER Teilleistung.
Dazu gehören: die regelmäßige Teilnahme (ein zweimaliges Fehlen ist gestattet); aktive Mitarbeit und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den behandelten Texten; Diskussion in der Stunde und Referat. Am Ende des Semesters ist eine 10-seitige Seminararbeit abzugeben.

Prüfungsstoff

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent und als Theorieseminar konzipiert. Insofern liegt der didaktische Fokus auf der intensiven Lektüre der Texte und der gemeinsamen Diskussion sowie dem selbstständigen Arbeiten für die Seminararbeit.

Literatur

EIN READER WIRD ZUR VERFÜGUNG GESTELLT

Einführung und Überblick:
Bruell, Cornelia und Monika Mokre (2018): Postmarxistisches Staatsverständnis, Baden- Baden.

Badiou, Alain, 2017: „Vierundzwanzig Anmerkungen über die Verwendung des Wortes „Volk““, in: Badiou / Bourdieu / Butler et al.: Was ist ein Volk?, Paris 2017, S. 9-16.

Butler, Judith, 2017: „Wir, das Volk“: Überlegungen zur Versammlungsfreiheit, in: Badiou, Alain/ Bourdieu, Pierre/ Butler, Judith/ Didi-Hubemann, Georges/ Khiari, Sadri/ Rancière, Jacques, Was ist ein Volk? Hamburg 2017, S. 39-55.

Deleuze, Gilles/Guattari, Felix, 2005: Tausend Plateaus: Kapitalismus und Schizophrenie. Berlin.

Derrida, Jacques, 1991: Gesetzeskraft. Der „mystische Grund der Autorität“. Frankfurt.

Hardt, Michael/ Negri, Antonio, 2003: Empire. Die neue Weltordnung. Frankfurt.

Hetzel, Andreas, 2009: „Der Staat im Diskurs der radikalen Demokratie“, in: Rüdiger Voigt und Michael Hirsch (Hrsg.), Der Staat in der Post-Demokratie. Staat, Politik, Recht und Polizei in der neueren französischen Philosophie, Stuttgart 2009, S. 171-189.

Laclau, Ernesto, 2002: „Subjekt der Politik, Politik des Subjekts“, in: ders.: Emanzipation und Differenz, hrsg. und Vorwort von Marchart, Oliver, Wien 2002, S. 79-103.

Laclau, Ernesto/Mouffe, Chantal, 1991: Hegemonie und radikale Demokratie: zur Dekon- struktion des Marxismus. Wien.

Marchart, Oliver, 2001: "Die politische Theorie des zivilgesellschaftlichen Republikanismus: Claude Lefort und Marcel Gauchet", in: Brodocz, André /Schaal, Gary S. (Hrsg.): Politische Theorien der Gegenwart II, Opladen 2001, S. 161-191.

Marchart, Oliver, 2009: „Politik ohne Fundament. Das Politische, der Staat und die Unmöglichkeit der Gesellschaft bei Ernesto Laclau und Chantal Mouffe“, in: Hirsch / Voigt (Hrsg.): Der Staat in der Postdemokratie. Staat, Politik, Demokratie und Recht im neueren französischen Denken, Stuttgart 2009, S. 133-144.

Mouffe, Chantal, 2007: Pluralismus, Dissens und demokratische Staatsbürgerschaft, in: Martin Nonhoff (Hrsg.), Diskurs - radikale Demokratie - Hegemonie. Zum politischen Denken von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, transcript, Wien 2007, S. 41-53.

Nancy, Jean-Luc, 1983: Die undarstellbare Gemeinschaft. Stuttgart.

Rancière, Jacques, 2011: Der Hass der Demokratie. Berlin.

Žižek, Slavoj, 2012: „Das ‚unendliche Urteil‘ der Demokratie“, in: Agamben, Badiou, Bensaid et al.: Demokratie? Eine Debatte, Frankfurt a.M. 2012, S. 117-136.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26