Universität Wien FIND

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Vor-Ort-Lehre und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein. Melden Sie sich für Lehrveranstaltungen/Prüfungen über u:space an, informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf u:find und auf der Lernplattform moodle. ACHTUNG: Lehrveranstaltungen, bei denen zumindest eine Einheit vor Ort stattfindet, werden in u:find momentan mit "vor Ort" gekennzeichnet.

Regelungen zum Lehrbetrieb vor Ort inkl. Eintrittstests finden Sie unter https://studieren.univie.ac.at/info.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

230049 SE Praktiken der Sorge (2020S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung kann für jede Forschungsspezialisierung des Masterstudiums Soziologie herangezogen werden, sofern dies inhaltlich zu Ihrem Masterarbeitsvorhaben passt bzw. mit dem Betreuer oder der Betreuerin abgesprochen wurde.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 11.03. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 25.03. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 01.04. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 22.04. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 06.05. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 20.05. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 17.06. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 24.06. 12:45 - 15:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft und des damit verbundenen Anstieges an Alterskrankheiten (wie etwa Demenz) lässt sich gegenwärtig in vielen europäischen Staaten eine Krise der Pflege beobachten, die sowohl die Sphären der privaten Pflege und Fürsorge in den Familien als auch der bezahlten Pflege und Fürsorge in und durch entsprechende(n) wirtschaftliche(n) Organisationen und Institutionen (Pflegedienste, Pflege- und Altersheime, Krankenhäuser usw.) betrifft. Ausgehend von dieser Beobachtung werden in dem Seminar unterschiedliche Perspektiven eingenommen, um sich sowohl mit konstituierenden Aspekten der beobachteten Krise als auch mit zentralen sozialwissenschaftlichen Konzepten von Care sowie entsprechender Forschung zur Thematik zu beschäftigen. Das umfasst sowohl eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Begriff der Sorge als auch eine Beschäftigung mit Aspekten machtasymmetrisch verzerrter Arbeitsbeziehungen und geschlechts-, milieu- und ethnienspezifischer Ungleichheiten und beinhaltet nicht zuletzt auch die Frage nach den Möglichkeiten ihrer praxeologischen Erforschung. Diesen Überlegungen folgend stehen in dem Seminar die Zielsetzungen im Vordergrund, sich kritisch mit der diagnostizierten Krise der Pflege auseinander zu setzen sowie anhand der Beschäftigung mit einer Reihe empirischer Studien in verschiedenen sozietären Kontexten und Feldern (wie etwa der Pflege von Angehörigen in der Familie oder der Pflege und Betreuung in entsprechenden Institutionen) analytische Kriterien von Praktiken der Sorge herauszuarbeiten. Dabei werden auch persönliche Erfahrungen einer der LeiterInnen aus dem Bereich der Sterbehilfe (Hospiz) in das Seminar eingespeist.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die LV wird durch Inputs seitens der Leitenden, lektürebegleitende Aufgabenbearbeitungen und Präsentationen der Studierenden sowie Arbeit in Kleingruppen und Plenumsdiskussionen gestaltet. Die aktive Teilnahme an den Diskussionen wird erwartet.

Hinweis der SPL:
Die Erbringung aller Teilleistungen ist Voraussetzung für eine positive Beurteilung, wenn nicht explizit etwas anderes vermerkt wurde.
Werden einzelne verpflichtende Teilleistungen nicht erbracht, gilt die Lehrveranstaltung als abgebrochen. Falls dem Nichterbringen der Leistung kein wichtiger und unvorhersehbarer Grund seitens des/der Studierenden vorliegt, wird die LV negativ beurteilt.
Bei Vorliegen eines solchen Grundes (zB eine längere Erkrankung) kann der/die Studierende auch nach Ablauf der Frist von der LV abgemeldet werden. Über das Vorliegen eines wichtigen Grundes entscheidet die Lehrveranstaltungsleitung. Der Antrag auf Abmeldung ist unverzüglich nach Eintreten des Grundes zu stellen.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder auch Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als "nicht beurteilt" gewertet und mit dem Vermerk "geschummelt/erschlichen" in das Notenerfassungssystem eingetragen.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen: Details werden von den Lehrenden in der Lehrveranstaltung bekanntgeben.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Bewertung des Seminars erfolgt auf Basis schriftlicher Zusammenfassungen des Lesestoffs der einzelnen Sitzungen und der studentischen Präsentationen (ein Drittel) und einer individuellen schriftlichen Abschlussarbeit (zwei Drittel).

Es besteht Anwesenheitspflicht.

Prüfungsstoff

Wissenschaftliche Seminararbeit (10-12 Seiten ohne Lit.verzeichnis), die nach Absprache mit der Leitung, eine spezifische Fragestellung des Seminarthemas bearbeitet.

Oder:

Wissenschaftliche Bearbeitung von 3-4 seitens der Leitung vorgegebenen Fragestellungen, die sich auf den gesamten Lesestoff des Seminars beziehen

Literatur

Artus, I. / Peter Birke, P. /Kerber-Clasen, S. /Menz, W. (Hrsg.)(2017): Sorge-Kämpfe. Auseinandersetzungen um Arbeit in sozialen Dienstleistungen, VSA: Hamburg
Aulenbacher, B./Riegraf, B./ Theobald, H. (Hrsg) (2014): Sorge: Arbeit, Verhältnisse, Regime - Care: Work, Relations, Regimes, Soziale Welt, Sonderband, Nomos: Baden-Baden 2014.
Jonas, M./ Littig, B. /Wroblewski, A. (eds.) (2017): Methodological Reflections on Practice Oriented Theories. Dordrecht: Springer

Littig, B. (2016): Nachhaltige Zukünfte von Arbeit? Geschlechterpolitische Betrachtungen. In: Thomas Barth, Georg Jochum, Beate Littig (eds), Nachhaltige Arbeit. Soziologische Beiträge zur Neubestimmung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse, Frankfurt: Campus: 77-100

Klinger, C. (2019): Die andere Seite der Liebe. Das Prinzip Lebenssorge in der Moderne, Campus: Frankfurt

Mol, A. (2008): The Logic of Care Health and the problem of patient choice. London: Routledge.

Moser, I. (2010): Perhaps tears should not be wiped away. On quality and improvement in dementia care. In: Mol, A., Moser, I. and Pols, J. (Eds.): Care in Practice On Tinkering in Clinics, Homes and Farmes. Transcript: Bielefeld, pp. 277-300.

Pols, J., Pasveer, B., Willems, D. (2018): The particularity of dignity: relational engagement in care at the end of life. Med Health Care and Philos 21: 89-100

Taylor, J. (2010): On recognition, caring and dementia In: Mol, A., Moser, I. and Pols, J. (Eds.): Care in Practice On Tinkering in Clinics, Homes and Farmes. Transcript: Bielefeld, pp. 27-56.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:21