Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

230063 VO+SE Organisations- und Gesundheitssoziologie (2020W)

5.00 ECTS (2.50 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Termin am 10.10. findet nur online statt

Freitag 09.10. 09:45 - 13:00 Hybride Lehre
Hörsaal H10, Rathausstraße 19, Stiege 2, Hochparterre
Samstag 10.10. 09:00 - 12:45 Hybride Lehre
Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 16.10. 15:00 - 19:00 Digital
Samstag 17.10. 09:45 - 14:00 Digital
Freitag 23.10. 14:00 - 18:00 Digital
Samstag 24.10. 10:00 - 14:00 Digital
Freitag 11.12. 09:45 - 13:00 Digital
Samstag 12.12. 14:00 - 18:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziele:
Die LV soll mit grundsätzlichen theoretischen Ansätzen, Analysekonzepten und Forschungsergebnissen der Gesundheits- und Organisationssoziologie vertraut machen und deren Anwendung an aktuellen Projekten der Lehrenden demonstrieren. Die Studierenden setzen sich mit aktueller Forschungsliteratur und Fallbeispielen auseinander, um gegenwärtige Wandlungsprozesse im Gesundheitswesen soziologisch zu erfassen. Die Verknüpfung von Theorie (Sensibilisierung des Blicks), empirischer Forschung (Kunst der sicheren Fragestellung) und Anwendung (Aufgreifen aktueller und relevanter Problemlagen) soll den Studierenden eine umfassende Einführung in das Forschungsfeld der Gesundheits- und Organisationssoziologie und vielfältige Anregungen für Vertiefungsmöglichkeiten in diesen Bereichen ermöglichen.

Inhalte:
Die Gesundheitssoziologie hat wesentliche Beiträge geleistet, um die soziale Konstruktion und Produktion von Gesundheit und Krankheit zu erforschen. In der Lehrveranstaltung wird das medizinische Modell von Gesundheit durch eine biopsychosoziale Perspektive erweitert und ein umfassendes Verständnis der sozialen Determinanten von Gesundheit erarbeitet. Der Organisationsfokus der Lehrveranstaltung beleuchtet gesellschaftliche Strategien des Umgangs mit Gesundheit und Krankheit, indem die Ausbildung sozialer Rollen, die Einflusssphären der medizinischen Profession und organisationale Praktiken in Gesundheitseinrichtungen rekonstruiert werden.
Diese zentralen gesundheits- und organisationssoziologischen Konzepte werden genutzt, um die Auswirkungen aktueller gesellschaftlicher Wandlungsprozesse wie die Digitalisierung und die Veränderung des Krankheitsspektrums zu analysieren. Anhand eines aktuellen europäischen Forschungsprojekts der Lehrenden wird aufgezeigt, wie die Einführung von digitalen Technologien im Gesundheitsbereich die Erfahrungen von Gesundheit und Krankheit, die Praktiken der Selbstversorgung (Self-management) und die Behandlung und Organisation der Krankheitsversorgung verändern. Dabei wird auch die zunehmende Bedeutung der digitalen Arzt-Patienten Interaktion in Hinblick auf die gegenwärtige Corona-Situation hervorgehoben. In Bezug auf die Veränderung des Krankheitsspektrums (v.a. die Zunahme chronischer Krankheiten) wird die Bedeutung der Selbsthilfebewegung und der Gesundheitsförderung entlang konkreter Fallbeispiele diskutiert. So wird aufgezeigt, wie Patientenbeteiligung durch Selbsthilfeorganisationen im österreichischen Gesundheitssystem verankert ist und wie kurrativ ausgerichtete Krankenhäuser und Primärversorgungseinrichtungen einen ergänzenden Fokus auf Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz entwickeln können. Bei der Vorstellung der Projekte wird die Relevanz partizipativer Forschungsmethoden zur Entwicklung neuer Gesundheitstechnologien und -services, die den komplexer werdenden Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzer*innen entsprechen, erläutert.
Methode:
Die Lehrveranstaltung setzt sich aus 8 Blockterminen zusammen. Jeder Blocktermin besteht sowohl aus vorlesungsähnlichen Einführungen und Darstellungen der Lehrenden, die einen raschen Überblick und Wissensvorrat bei den Studierenden herstellen sollen, als auch aus Gruppenarbeiten und Themenreferaten durch die Studierenden (als Einzelvortrag oder als Vortrag der Diskussionsergebnisse einer Arbeitsgruppe). Für die Lehrveranstaltung wird den Studierenden eine fest umgrenzte und überschaubare Textauswahl (auf der elektronischen Lernplattform Moodle) bereitgestellt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent. Die Anwesenheit in bzw. Teilnahme an mindestens 80 % der Einheiten ist Voraussetzung für Zeugniserwerb.
Die Leistungsbeurteilung setzt sich aus folgenden Teilleistungen zusammen, wobei jede Teilleistung einzelnd beurteilt wird.
Die Beurteilung setzt sich zusammen aus folgenden Teilleistungen:
a) aktive Mitarbeit in den Gruppenarbeiten (20%)
b) Referat mit ppt und 2-seitigem Handout (30%)
d) dem Verfassen einer Seminararbeit (Umfang ca. 10 Seiten excl. Titelseite, Inhaltsverzeichnis, 50%)

Hinweis der SPL:
Die Erbringung aller Teilleistungen ist Voraussetzung für eine positive Beurteilung, wenn nicht explizit etwas anderes vermerkt wurde.
Werden einzelne verpflichtende Teilleistungen nicht erbracht, gilt die Lehrveranstaltung als abgebrochen. Falls dem Nichterbringen der Leistung kein wichtiger und unvorhersehbarer Grund seitens des/der Studierenden vorliegt, wird die LV negativ beurteilt.
Bei Vorliegen eines solchen Grundes (zB eine längere Erkrankung) kann der/die Studierende auch nach Ablauf der Frist von der LV abgemeldet werden. Über das Vorliegen eines wichtigen Grundes entscheidet die Lehrveranstaltungsleitung. Der Antrag auf Abmeldung ist unverzüglich nach Eintreten des Grundes zu stellen.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder auch Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als "nicht beurteilt" gewertet und mit dem Vermerk "geschummelt/erschlichen" in das Notenerfassungssystem eingetragen.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen: Details werden von den Lehrenden in der Lehrveranstaltung bekanntgeben.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent. Eine Anwesenheit in bzw. Teilnahme an mindestens 80% der Einheiten ist Voraussetzung für den Zeugniserwerb. Die Gesamtnote setzt sich aus den oben angeführten Teilleistungen zusammen.

Prüfungsstoff

Die Literatur in der Lehrveranstaltung umfasst die von der Lehrveranstaltungsleitung zu Verfügung gestellten Texte auf der begleitenden Moodle-Lernplattform sowie weitere selbstständig recherchierte Quellen.

Literatur

Baecker, D. (2017). Polykontexturalität und Management im Krankenhaus: Kooperation und Integration aus systemtheoretischer Sicht. InKooperation und Integrationdas unvollendete Projekt des Gesundheitssystems(pp. 95-120). Springer VS, Wiesbaden.

Forster, Rudolf und Krajic, Karl (2013). Gesundheit und Medizin. In: E. Flicker und R. Forster (Hrsg.) Forschungs-und Anwendungsfelder der Soziologie, 141-156.

Froschauer, Ulrike (2008): Organisationen. In: Forster, R (Hg.): Forschungs- und Anwendungsbereiche der Soziologie. Facultas. Wien, 186-201.

Henwood, Flis und Marent, Benjamin (2019) Digital Health: Sociological Perspectives, 26th Sociology of Health & Illness Monograph, Wiley-Blackwell (im Erscheinen)

Hurrelmann, Klaus und Richter, Mathias (2013). Gesundheits-und Medizinsoziologie: eine Einführung in sozialwissenschaftliche Gesundheitsforschung.

Iseringhausen, O. und Staender, J. (2012). Das Krankenhaus als organisation. In: Handbuch Organisationstypen (pp. 185-203). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Klatetzki, T. (2012). Professionelle Organisationen. In: Handbuch Organisationstypen (pp. 165-183). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Nettleton, Sarah (2013) The Sociology of Health and Illness (3. Auflage), Polity Press, Cambridge.

Scambler, Graham (2018) Sociology as Applied to Health and Medicine (7. Auflage) London, Palgrave.

Von Unger, Hella (2013) Partizipative Forschung: Einführung in die Forschungspraxis. Springer-Verlag, 2013.

Weick, Karl (2015): Der Prozess des Organisierens. Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt/Main.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA A2 VOSE Spezielle Soziologie

Letzte Änderung: Fr 09.10.2020 14:29