Universität Wien
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230108 SE M3 Lektüreseminar: Klassismus - aktuelle Perspektiven und Kontroversen (2026S)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Montag 02.03. 16:45 - 18:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
  • Montag 16.03. 09:45 - 16:00 Seminarraum 17, Kolingasse 14-16, OG02
  • Montag 20.04. 09:45 - 16:00 Seminarraum 17, Kolingasse 14-16, OG02
  • Montag 04.05. 09:45 - 16:00 Seminarraum 17, Kolingasse 14-16, OG02
  • Montag 15.06. 09:45 - 16:00 Seminarraum 17, Kolingasse 14-16, OG02

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Begriff des "Klassismus" hat in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum zunehmend Verbreitung gefunden. In Analogie zu Konzepten wie Sexismus oder Rassismus verweist er auf Prozesse der Abwertung, Ausgrenzung und Marginalisierung entlang sozialer Herkunft bzw. sozialer Position.
Während der Begriff von einigen Autor*innen explizit als politischer Kampf- oder "Interventionsbegriff" (Kemper) verstanden wird, findet er zugleich verstärkt Eingang in akademische und theoretische Debatten. Damit verbinden sich grundlegende Fragen nach seiner analytischen Brauchbarkeit, seiner begrifflichen Schärfe sowie seiner Anschlussfähigkeit an bestehende Ansätze der Klassenforschung sowie der Stigma- und Diskriminierungsforschung.
Darüber hinaus wird der Klassismusbegriff häufig im Kontext intersektionaler Analysen diskutiert, die das Zusammenwirken unterschiedlicher Benachteiligungs- und Ungleichheitsverhältnisse in den Blick nehmen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Seminar u. a. mit folgenden Fragen: In welchem Verhältnis stehen Klassismuskonzepte zu klassischen und neueren Klassentheorien? Welche Wechselwirkungen zwischen ökonomischen, kulturellen und politischen Ordnungslogiken lassen sich identifizieren? Wie verhalten sich Klassismusanalysen zu anderen Mechanismen sozialer Ungleichheit, Ausgrenzung und Diskriminierung?

Ziel des Seminars:
Ziel des Seminars ist es, den aktuellen Diskurs zum Klassismusbegriff gemeinsam zu erschließen, theoretisch einzuordnen und kritisch zu reflektieren. Durch die systematische Kontextualisierung mit Ansätzen der Klassen-, Stigma- und Intersektionalitätsforschung sollen Studierende befähigt werden, Klassismus als analytisches Konzept differenziert zu beurteilen, seine Reichweite und Grenzen zu diskutieren und eigene begriffliche Positionierungen zu entwickeln.

Methoden:
Das Seminar ist als theorie- und diskursorientierte Lehrveranstaltung konzipiert. Neben ausgewählten Textgrundlagen stehen strukturierende Inputs, studentische Kurzreferate, Diskussionen im Plenum und in Kleingruppen sowie gemeinsame theoretische Arbeitsphasen im Vordergrund. Ziel ist ein aktives, dialogisches und reflexives Erarbeiten der Inhalte.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Textlektüre, Arbeit in Kleingruppen, Diskussionen im Plenum, aktive Teilnahme und Anwesenheit, schriftliche Arbeiten

Regelmäßige Leistungserbringungen:
1) Zu jeder Einheit sind die vorgegebenen Texte von allen zu lesen und vorzubereiten
2) Von allen TN wird eine aktive Beteiligung an den Diskussionen in der LVA erwartet.

Weitere Leistungen:
Während des Semesters ist von allen Studierenden ein laufendes Lernprotokoll, in dem die Diskussionen aus dem Seminar reflektiert und der eigene Lernfortschritt dokumentiert wird, zu verfassen. In Kleingruppen werden zu den Seminartexten Referate vorbereitet. Abschließend erarbeiten Studierende ein theoretisches Mapping, dass den Klassismus-Begriff in aktuellen Debatten und einem größeren theoretischen Feld verortet.

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Hinweis der SPL Soziologie:
Die Lehrveranstaltungsleitung kann eine Regelung über das Ausmaß der Anwesenheitspflicht festlegen. Für Studierende besteht kein grundsätzliches Recht auf einen festgelegten Anteil erlaubter Abwesenheit, unabhängig von den Gründen. Die Einhaltung der Anwesenheitspflicht ist eine Mindestanforderung für eine positive Beurteilung. Wenn Studierende aus wichtigen Gründen an Lehreinheiten nicht teilnehmen können und/oder wenn krankheitsbedingt Teilleistungen nicht erbracht werden konnten, kann die Lehrveranstaltungsleitung Ersatzleistungen einräumen.
In Hinblick auf An- und Abmeldung zu (bzw. den Abbruch von) prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen gilt § 10 des studienrechtlichen Satzungsteils.
Alle Teilleistungen müssen erbracht werden, um eine positive Beurteilung erlangen zu können.
Führt das Ergebnis der zentralen schriftlichen Teilleistung dazu, dass eine negative Beurteilung der gesamten prüfungsimmanenten Lehrveranstaltung droht, wird eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt. Die Kriterien sowie eine angemessene Frist für die Verbesserung werdenin der Lehrveranstaltungbekannt gegeben.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin) zur Anwendung kommen.
Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann die Lehrveranstaltungsleitung ein mündliches Nachfragen zur Plausibilisierung vorsehen. Studierende haben dabei eine Mitwirkungspflicht. Eine erschlichene Leistung (Plagiat, Schummeln etc.) wird auf dem Sammelzeugnis als solche ausgewiesen (Eintragung eines "X") und zählt als Prüfungsantritt.
Die Verwendung von KI-Tools ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung explizit vorgesehen ist. Jede Verwendung von KI ist zu dokumentieren, und die Guidelines der Universität Wien zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in der Lehre sind zu beachten: https://phaidra.univie.ac.at/detail/o:2092606
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. es wurde etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert, KI missbräuchlich oder undokumentiert verwendet oder die Unterschrift auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als "nicht beurteilt" gewertet und entsprechend erfasst. Diese und weitere Bestimmungen finden sich im studienrechtlichen Satzungsteil: https://satzung.univie.ac.at/studienrecht/.
Studierende, die eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung bereits dreimal negativ absolviert haben und sich für einen vierten Antritt anmelden wollen, kontaktieren bitte die StudienServiceStelle Soziologie während der Anmeldephase (vgl. Zusatzinformation "Dritte Wiederholung bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen": https://soziologie.univie.ac.at/info/pruefungen/#c56313)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Aufgrund der Blockstruktur und der Konzeption der Teilleistungen ist eine durchgehende Anwesenheit erforderlich.

1. Regelmäßige Seminarteilnahme und aktive Mitarbeit (15%)
2. Laufendes Lernprotokoll (Einzelarbeit) (25%)
3. Kurzreferat zu einem Text in Kleingruppen + Handout (30%)
4. Theoretisches Mapping (Einzelarbeit) (4-5 Seiten) (30%)

Prüfungsstoff

Seminartexte, Seminarvorträge, gemeinsam im Seminar analysierte Materialien. Alle Texte werden über Moodle zur Verfügung gestellt. Die finale Seminarliteratur wird zu Semesterbeginn bekannt gegeben.

Literatur

Baron, Christian (2014): Klasse und Klassismus. Eine kritische Bestandsaufnahme; in: PROKLA, 44. Jg., Nr. 175, 225236
Degele, Nina/Winker, Gabriele. 2007. Intersektionalität als Mehrebenenanalyse. (Blog Beitrag).
Fraser, Nancy. 2022. Three Faces of Capitalis labor: Uncovering the hidden ties among gender, race and class (Walter-Benjamin-Lecture). Berlin.
Gamper, Markus/ Kupfer, Annett. 2024. Klassismus. Einsichten. Themen der Soziologie (Band 10). Bielefeld.
Goffman, Erving. 1963. Stigma. Notes on the Management of Spoiled Identity. London: Penguin.
Kemper, Andreas. 2015. "Klassismus!" Heißt Angriff. Warum Wir Von Klassismus Sprechen Sollten - Und Warum Dies Bisher Nicht Geschah." Kurswechsel (4): 2531.
Scherr, Albert. 2014. Diskriminierung Und Soziale Ungleichheiten: Erfordernisse Und Perspektiven Einer Ungleichheitsanalytischen Fundierung Von Diskriminierungsforschung Und Antidiskriminierungsstrategien. Essentials. Wiesbaden: Springer VS.
Seeck, Francis/ Theißl, Brigitte. 2020. Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen. Münster.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 24.03.2026 15:07