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230123 SE Ausgewählte Paradigmen: Moderne Gesellschaft und Individualisierung (2018S)

Theoretische und empirische Perspektiven

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 06.03. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 13.03. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 20.03. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 10.04. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 17.04. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 24.04. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 08.05. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 15.05. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 29.05. 12:30 - 15:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 05.06. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 12.06. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 19.06. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 26.06. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Strukturen der modernen Gesellschaft erfahren eine globale Verbreitung - und mit ihnen auch ihre komplexen sozialen, kulturellen und ökologischen Folgeprobleme. Mit einem dieser Folgeprobleme wollen wir uns in dieser Lehrveranstaltung besonders beschäftigen: nämlich mit der Individualisierungsproblematik.
Dabei sollen drei Ziele verfolgt werden: zunächst wird es darum gehen, die Individualisierungsproblematik anhand verschiedener soziologischer Theorien zu betrachten. Neben Klassikern wie Karl Marx, Max Weber und Emile Durkheim werden auch die individualisierungstheoretischen Konzeptionen der Kritischen Theorie, der Systemtheorie, der neomarxistischen Kulturtheorie Pierre Bourdieus sowie der Modernisierungstheorie Ulrich Becks besprochen werden. Dies wird auf der Grundlagen von Vorträgen (Weber), der Lektüre von ausgewählten Texten zu den verschiedenen Theorien sowie von Kurzreferaten geschehen. Ein zweites Ziel dieser Lehrveranstaltung besteht darin, sich auf der Grundlage einer theoretisch reflektierten Erkenntnisperspektive mit verschiedenen empirischen Phänomenen, die im individualisierungstheoretischen Kontext von Relevanz sind, auseinanderzusetzen. Die Bereiche Wohnen, Verkehr, Arbeit und Medien sind hier von Interesse. Aber auch die Frage, wie sich der Prozess der Individualisierung - neben seiner strukturellen Dimension - in kultureller Dimension darstellt und was in der Moderne unter einer individualisierten Selbst- und Sozialkultur zu verstehen ist, soll Gegenstand der Auseinandersetzung werden. Die politische Dimension der Individualisierungsproblematik wird auch Gegenstand der Diskussion sein und beispielsweise anhand der neofundamentalistischen Identitätskonzeptionen der Neuen Rechten erörtert werden.

Mit Blick auf die Bearbeitung der verschiedenen Facetten der modernen Individualisierungsproblematik sei darauf hingewiesen, dass auf Entwicklungen innerhalb der österreichischen Gesellschaft unter Einbeziehung sozialstatistischer Daten besonders eingegangen werden soll.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Seminararbeit (Länge circa 12-15 Seiten), aktive Mitarbeit und regelmäßige Teilnahme, Kurzreferat, Lektüre von Seminartexten, eventuell kleinere schriftliche Arbeiten (Fragen).

Hinweis der SPL: bei Feststellung einer erschlichenen Teilleistung (Abschreiben, Plagiieren, Ghostwriting, etc.) muss die gesamte Lehrveranstaltung als geschummelt gewertet und als Antritt gezählt werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die TeilnehmerInnen der Seminarveranstaltung sollen die Individualisierungsproblematik in ihrer gesellschaftlichen und individuellen Relevanz begreifen und aus der Perspektive soziologischer Individualisierungstheorien analysieren lernen. Es soll dabei klar werden, dass die strukturelle und kulturelle Dimension der Individualisierungsproblematik an der Emergenz der modernen Gesellschaft und ihrer spezifischen Organisationsstrukturen hängt. Mit der Globalisierung dieser Strukturen wird auch der Prozess der Individualisierung sowohl in seiner strukturellen - z.B. Urbanisierung, Migration, Verkehr, Medien, Wohnen - als auch kulturellen - Erosion von traditionalen Weltbildern, Säkularisierung u.a. - Dimension zu einem globalen und überdies auch politisch hochgradig bedeutsamen Phänomen. Vor diesem Hintergrund ist auch die politische Relevanz soziologischer Aufklärung hinsichtlich der gesellschaftlichen und individuellen Bewältigung der riskanten Chancen der moderner Individualisierungsproblematik zu erörtern.

Prüfungsstoff

Seminararbeit (70%), Referat/Mitarbeit (20%), kleinere schriftliche Arbeiten (10%)

Literatur

Beck, Ulrich (1986), „Individualisierung, Institutionalisierung und Standardisierung von Lebenslagen und Biographiemustern“ (Kap. V), in: ders., Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 205 – 220.
Bourdieu, Pierre (1998), “Der Eigentumssinn. Die soziale Genese eines Präferenzsystems“, in: dies., Der Einzige und sein Eigenheim. Schriften zu Politik & Kultur 3, Hamburg: VSA, S. 130 – 161.
Brand, Ulrich/ Wissen, Markus (2017), „Imperiale Automobilität“ (Kap. 6), in: dies., Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus, München: oekom, S. 125 – 146.
Bruns, Julian/ Glösel, Kathrin/ Strobl, Natascha (2016), „Ideologie und Strategie der Neuen Rechten und der Identitären“, in: dies, Die Identitären : Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa (2., aktualisierte und erweiterte Auflage), Münster: Unrast, S. 198 – 224.
Burkhart, Günter (1994), „Individuelle Mobilität und soziale Integration. Zur Soziologie des Automobi-lismus“, in: Soziale Welt 45.Jg., H3, S. 216-241.
Foucault, Michel (1975), „Die normierende Sanktion“, in: Überwachen und Strafen, Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 229 – 238.
Günter Dux (2008), Grundsicherung und Arbeit. Eine gerechte Gesellschaft ist möglich, in: ders., Warum denn Gerechtigkeit. Die Logik des Kapitals. Die Politik im Widerstreit mit der Ökonomie, Weilerswist: Velbrück, S. 270 – 302.
Häußermann, Hartmut/Siebel, Walter (1996), „Sozialstruktur und Hauseigentum“ (13. Kapitel), in: dies., Soziologie des Wohnens : eine Einführung in Wandel und Ausdifferenzierung des Wohnens, Weinheim [u.a.]: S. 261 – 284.
Horkheimer, Max (1947), „Aufstieg und Niedergang des Individuums“, in: ders., Zur Kritik der instrumentellen Vernunft. Aus den Vorträgen und Aufzeichnungen seit Kriegsende (hgg. v. Alfred Schmidt), Frankfurt/M.: Fischer 1985, S. 124 – 153.
Junge, Matthias (2002), Individualisierung, Franfurt/M./New York: Campus, S. 21 – 42.
Marx, Karl (1848), Manifest der Kommunistischen Partei, in: MEW 4, Berlin: Dietz 1972, S. 459-474.
Möller, Renate (2016), Das Smartphone als Leitmedium, in: Becker, Ulrike / Friedrichs, Henrike / von Gross, Friederike (Hg.), Ent-Grenztes Heranwachsen, Wiesbaden : Springer Fachmedien, S. 185-199.
Pramstaller, Pirmin (2015), Einfluss des elektronischen Medienkonsums auf die sportmo-torische Leistungsfähigkeit Tiroler Volksschüler (Masterarbeit), Universität Innsbruck.
Schimank, Uwe (2002), „Die individualistische Identität der Person in der funktional differenzierten Gesellschaft“, in: ders., Das zwiespältige Individuum : zum Person-Gesellschaft-Arrangement der Moderne, Opladen : Leske + Budrich, S. 15 – 36.
Schimank, Uwe (2002), Jenseits Gottes und des Nichts: Funktionale Differenzierung und reflexiver Subjektivismus, in: ders., Das zwiespältige Individuum : zum Person-Gesellschaft-Arrangement der Modern, Opladen : Leske + Budrich, S. 65 – 68.
Schmidt, Gert (2011), Automobil und Automobilismus, in: Schwedes, Oliver (Hg.), Verkehrspolitik. Eine interdisziplinäre Einführung, S. 341-359.
Schroer, Markus (2000), „Individualisierte Gesellschaft“, in: Kneer, Georg (Hg.) Soziologische Gesellschaftsbegriffe : Konzepte moderner Zeitdiagnosen, München : Fink ; 2000 ; 2. Aufl.
Tillmann, Angela/ Hugger, Kai-Uwe (2014), Mediatisierte Kindheit – Aufwachsen in medi-atisierten Lebenswelten, in: Angela Tillmann/Sandra Fleischer/Kai-Uwe Hugger (2014) (Hg.), Handbuch Kinder und Medien, Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 31 – 45.

Informationsmaterialien u.a.
URL: http://www.zersiedelt.at/index.php
URL: http://www.sueddeutsche.de/wissen/kognition-jetzt-pass-halt-auf-1.2971866
URL: http://meinauto.wien/der-verein/
URL: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46223/Urlaub-war-uns-wichtiger-als-Eure-Zukunft-sorry
URL: https://www.heise.de/tp/features/Nur-wer-eine-Identitaet-hat-kann-die-der-anderen-respektieren-3697556.html

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA T2 SE Ausgewählte Paradigmen

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:43