Universität Wien

230123 UE M4 Interpretative Auswertungsstrategien (2026S)

Ausgewählte qualitative Methoden der Datenanalyse

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Eine Anmeldung zu dieser Lehrveranstaltung ist für Studierende des Masterstudiums Soziologie (Version 2024) ausschließlich unter dem Modul M4 möglich.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 10.03. 15:00 - 18:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
  • Dienstag 24.03. 15:00 - 18:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
  • Dienstag 05.05. 15:00 - 18:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
  • Dienstag 02.06. 15:00 - 18:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
  • Dienstag 16.06. 15:00 - 18:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
  • Dienstag 30.06. 15:00 - 18:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung vermittelt ein fundiertes Verständnis zentraler Prämissen interpretativer Ansätze der qualitativen Datenanalyse (Objektive Hermeneutik, Feinstrukturanalyse, Dokumentarische Methode, Grounded Theory), indem ihre Gemeinsamkeiten und differenten Zielsetzungen diskutiert werden. Ziel ist es, dass Studierenden aus den unterschiedlichen interpretativen Auswertungsstrategien jene Verfahren auswählen und anwenden können, die zu einer Forschungsfrage, dem Material und vor allem dem Erkenntnisinteresse passen. Im Mittelpunkt stehen daher sowohl epistemologischen Grundlagen als auch die praktische Anwendung einzelner Analyseschritte der Verfahren. Es werden sowohl fallorientierte sequenzanalytische Auswertungsstrategien (Objektive Hermeneutik und Feinstrukturanalyse), als auch fallübergreifende, interpretative Analysen (Grounded Theory, Dokumentarische Methoden) der rekonstruktiven Sozialforschung vorgestellt und erlernt. Ergänzend werden organisatorische Fragen des Interpretierens in Gruppen, dem Aufbereiten von Materialien (am Beispiel der Gruppendiskussion) sowie Möglichkeiten der Typenbildung und Ergebnisdarstellung in qualitativen Forschungsberichten besprochen.

Die Lehrveranstaltung kombiniert Inputphasen mit Interpretationssitzungen sowie Beispielen aus der Forschungspraxis. Nach einführenden Vorträgen zu den jeweiligen Ansätzen und der Vorab-Lektüre einschlägiger Methodentexte, präsentieren die Studierende recherchierte Forschungsbeispiele und analysieren in Kleingruppen bereitgestelltes qualitatives Sekundärmaterial (Gruppendiskussionstranskripte, Einzelinterviewtranskripte).
Reflexionsrunden dienen der kritischen Auseinandersetzung mit den Stärken und Grenzen der jeweiligen Verfahren. Präsentationen der Gruppenergebnisse am Ende des Semesters zeigen die Herausforderungen des gemeinsamen Interpretierens auf und erzielte Ergebnisse werden in einem Endbericht festgehalten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Aktive Mitarbeit in der Übung durch Wortmeldungen, Gruppenanalyse und in Form kurzer Präsentationen;
- Eigenständige Lektüre der Pflichtliteratur;
- Recherche, Erarbeitung und Präsentation eines Beispiels aus der Forschungspraxis
- Eigenständige Analyse in einer AG
- Präsentation der Analyse in der AG und Erstellen eines schriftlichen Berichtes (unter Einbezug der Pflichtliteratur) samt Reflexion in einer AG

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Hinweis der SPL Soziologie:
Die Lehrveranstaltungsleitung kann eine Regelung über das Ausmaß der Anwesenheitspflicht festlegen. Für Studierende besteht kein grundsätzliches Recht auf einen festgelegten Anteil erlaubter Abwesenheit, unabhängig von den Gründen. Die Einhaltung der Anwesenheitspflicht ist eine Mindestanforderung für eine positive Beurteilung. Wenn Studierende aus wichtigen Gründen an Lehreinheiten nicht teilnehmen können und/oder wenn krankheitsbedingt Teilleistungen nicht erbracht werden konnten, kann die Lehrveranstaltungsleitung Ersatzleistungen einräumen.
In Hinblick auf An- und Abmeldung zu (bzw. den Abbruch von) prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen gilt § 10 des studienrechtlichen Satzungsteils.
Alle Teilleistungen müssen erbracht werden, um eine positive Beurteilung erlangen zu können.
Führt das Ergebnis der zentralen schriftlichen Teilleistung dazu, dass eine negative Beurteilung der gesamten prüfungsimmanenten Lehrveranstaltung droht, wird eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt. Die Kriterien sowie eine angemessene Frist für die Verbesserung werdenin der Lehrveranstaltungbekannt gegeben.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin) zur Anwendung kommen.
Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann die Lehrveranstaltungsleitung ein mündliches Nachfragen zur Plausibilisierung vorsehen. Studierende haben dabei eine Mitwirkungspflicht. Eine erschlichene Leistung (Plagiat, Schummeln etc.) wird auf dem Sammelzeugnis als solche ausgewiesen (Eintragung eines "X") und zählt als Prüfungsantritt.
Die Verwendung von KI-Tools ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung explizit vorgesehen ist. Jede Verwendung von KI ist zu dokumentieren, und die Guidelines der Universität Wien zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in der Lehre sind zu beachten: https://phaidra.univie.ac.at/detail/o:2092606
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. es wurde etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert, KI missbräuchlich oder undokumentiert verwendet oder die Unterschrift auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als "nicht beurteilt" gewertet und entsprechend erfasst. Diese und weitere Bestimmungen finden sich im studienrechtlichen Satzungsteil: https://satzung.univie.ac.at/studienrecht/.
Studierende, die eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung bereits dreimal negativ absolviert haben und sich für einen vierten Antritt anmelden wollen, kontaktieren bitte die StudienServiceStelle Soziologie während der Anmeldephase (vgl. Zusatzinformation "Dritte Wiederholung bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen": https://soziologie.univie.ac.at/info/pruefungen/#c56313)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung:
Anwesenheitspflicht: Studierende dürfen 1,5 Blockeinheiten (4,5 Std.) unentschuldigt fehlen
Durchführung und Präsentation der Analyse samt Bericht

(1) Aktive Mitarbeit, Lektüre der Pflichtliteratur und Beteiligung in der Diskussion durch konstruktive Wortmeldungen (40 Punkte)
(2) Erarbeitung und Präsentation Beispiels aus der Forschungspraxis (20 Punkte)
(3) Durchführung und Präsentation der Analyse samt Berichterstellung (40 Punkte)
Es wird zwei Abgabezeitpunkte für den Endbericht geben: Termin 1 bis 31.07.2026 - Note bis 15.08.2026; Termin 2 bis 31.08.2026 - Note bis 15.09.2026)

Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung sind 60 Punkte erforderlich. Alle Teilleistungen müssen erfüllt werden.
1 (sehr gut) 100-90 Punkte | 2 (gut) 89-81 Punkte | 3 (befriedigend) 80-71 Punkte |
4 (genügend) 70-60 Punkte | 5 (nicht genügend) 59-0 Punkte

Prüfungsstoff

Folien, Pflichtlektüre;
Die zu analysierenden Materialien, alle Folien und Pflichtliteratur werden über den Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt

Literatur

Akremi, Leila; Baur, Nina; Knoblauch, Hubert; Traue, Boris (Hrsg.) (2018): Handbuch Interpretativ forschen. Beltz Juventa.
Bohnsack, Ralf (2021): Rekonstruktive Sozialforschung. 10., durchgesehene Auflage; UTB.
Charmaz, Kathy (2024): Constructing Grounded Theory. 3rd Edition; SAGE.
Flick, Uwe (2011): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. 4. Auflage; Rowohlt.
Froschauer, Ulrike; Lueger, Manfred (2025): Das qualitative Interview. 3. Auflage; UTB.
Froschauer, Ulrike; Lueger, Manfred (2025): Feinstrukturanalyse, in: Froschauer, Ulrike; Lueger, Manfred (2025): Das qualitative Interview. 3. Auflage; UTB, S. 119-143.
Froschauer, Ulrike; Lueger, Manfred (2009): Interpretative Sozialforschung: Der Prozess. UTB.
Kanter, Heike (2018): Dokumentarische Methode, in: Akremi, Leila; Baur, Nina; Knoblauch, Hubert; Traue, Boris (Hrsg.), Handbuch Interpretativ forschen. Beltz Juventa, S. 479-505.
Kelle, Udo; Kluge Susann (2010): Vom Einzelfall zum Typus. Fallvergleich und Fallkontrastierung in der qualitativen Sozialforschung. 2. Auflage; VS Verlag.
Kleemann, Frank; Krähnke, Uwe; Matuschek, Ingo (2013): Interpretative Sozialforschung. Eine Einführung in die Praxis des Interpretierens. 2., überarbeitete Auflage; Springer.
Kluge, Susann (2000). Empirisch begründete Typenbildung in der qualitativen Sozialforschung, in: Forum Qualitative Sozialforschung 1(1), Art. 14.
Knoblauch, Hubert; Baur, Nina; Traue, Boris; Akremi, Leila (2018): Was heißt ‚interpretativ forschen‘?, in: Akremi, Leila; Baur, Nina; Knoblauch, Hubert; Traue, Boris (Hrsg.), Handbuch Interpretativ forschen. Beltz Juventa, S. 9-35.
Kramer, Rolf-Torsten (2015): Dokumentarische Methode und Objektive Hermeneutik im Vergleich, in: Sozialer Sinn, 16(2), S. 171-197.
Lueger, Manfred (2010): Interpretative Sozialforschung. Die Methoden. Facultas WUV.
Mey, Günter; Mruck, Katja (2011): Grounded Theory Reader. 2. Auflage; Springer.
Meyer, Christian; Meier zu Verl, Christian (2022): Ergebnispräsentation in der qualitativen Forschung, in: Baur, Nina; Blasius, Jörg (Hrsg.), Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. Springer, S. 295-315.
Przyborski, Aglaja; Wohlrab-Sahr, Monika (2021). Qualitative Sozialforschung: ein Arbeitsbuch. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage; De Gruyter Oldenbourg.
Reichertz, Jo (2018). Interpretieren in Interpretationsgruppen, in: Akremi, Leila; Baur, Nina; Knoblauch, Hubert; Traue, Boris (Hrsg.), Handbuch Interpretativ forschen. Beltz Juventa, S. 72-107.
Rosenthal, Gabriele (1995): Erlebte und erzählte Lebensgeschichte. Gestalt und Struktur biographischer Selbstbeschreibungen. Campus.
Soeffner, Hans-Georg (1999): Verstehende Soziologie und sozialwissenschaftliche Hermeneutik, in: Hitzler, Ronald; Reichertz, Jo; Schröder, Norbert (Hrsg.), Hermeneutische Wissenssoziologie. Standpunkte zur Theorie der Interpretation. UVK, S. 39-49.
Strauss, Anselm; Corbin, Juliet (1996): Grounded Theory. Grundlagen Qualitativer Sozialforschung. Beltz.
Strübing, Jörg (2021): Grounded Theory. Zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung eines pragmatistischen Forschungsstils, 4. Auflage; Springer.
Vogl, Susanne (2022): Gruppendiskussion, in: Baur, Nina; Blasius, Jörg (Hrsg.), Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. VS Springer. S. 913-919.
Wernet, Andreas (2009): Einführung in die Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik. 3. Auflage; VS Verlag.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 24.03.2026 15:07