Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

240026 SE VM1 / VM7 - Unwahrscheinliche Solidaritäten in der Krise (2026S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung ist die positive Absolvierung aller Teilleistungen erforderlich.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen.
Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) für die Produktion von Texten ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich gestattet oder gefordert wird (z. B. für einzelne Arbeitsaufgaben). Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann die Lehrveranstaltungsleitung eine mündliche Reflexion ('Notenrelevantes Gespräch') der abgegebenen Arbeiten vorsehen, die erfolgreich zu absolvieren ist.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder auch Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als 'nicht beurteilt' gewertet und entsprechend erfasst.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 10.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 17.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 24.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 14.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 21.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 28.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 05.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 12.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 19.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 26.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 02.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 09.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 16.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 23.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 30.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In den globalen Krisen der letzten Jahre wird von verschiedenen Seiten an die Solidarität appelliert. Wenn Staat und Kapital versagen, wird sie im Desaster beschworen, um durch gegenseitige Hilfe zusammenbrechende Infrastrukturen zu ersetzen. Doch was ist diese viel beschworene Solidarität: chauvinistische Verbrüderung, neoliberale Eigenverantwortung, sozialistische Internationale, alltägliche Praxis der Sorge oder die Lebensform einer revolutionären Gesellschaft? Im Seminar erarbeiten wir uns einen kritischen Solidaritätsbegriff und analysieren Praxen der Solidarität ausgehend von Konflikten rund um Migration, Sorge und Klima. Der Schwerpunkt wird dabei auf solidarischen Praxen und den daran anschließenden Gesellschaftsentwürfen und Kritiken liegen, die wir mit radikal demokratischen, dekolonialen und queerfeministischen Theorien analysieren werden. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf gegenseitiger Hilfe im Desaster, auf sozialen Bewegungen und internationalen Institutionen liegen.

Ziele: Die Studierenden lernen zentrale politikwissenschaftliche Begriffe und Theorien kennen und wenden sie an. Sie lernen Praxen und Diskurse der Solidarität mit Hilfe kritischer Theorien zu problematisieren, zu beschreiben, zu analysieren und zu kritisieren. Sie bekommen Einblicke in die Desaster- und Bewegungsforschung. Die Studierenden vertiefen ihr Verständnis der Krisen von Sorge, Grenzen und Klima. Sie schreiben eine Seminararbeit und verbessern dabei zentrale wissenschaftliche Fähigkeiten: Thema eingrenzen, Fragestellung und Thesen entwickeln, recherchieren, akademisch schreiben, präzise argumentieren.

Methoden: Begriffs- und Theoriearbeit auf der Grundlage kritischer Theorien. Desasterforschung, Bewegungsforschung, kulturwissenschaftliche Analyse von Praxen und Diskursen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Anwesenheit, Mitarbeit und Lektüre: 49%
Seminararbeit: 51%
KI-Tools können für Recherchezwecke und als Hilfsmittel für die Erstellung der Seminararbeit, bspw. für Übersetzung/Korrektur, eingesetzt werden. Ihr Einsatz muss aber dokumentiert werden. Geschrieben werden soll die Arbeit von den Studierenden selbst.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen: 1. Anwesenheit (Fehlen bei zwei Einheiten erlaubt), Mitarbeit und Lektüre der Texte. 2. Seminararbeit im Umfang von 40 000 Zeichen.

Beurteilung:
Beide Teilleistungen müssen positiv abgeschlossen werden.
Mitarbeit und Lektüre werden mit 5 kleinen Aufgaben abgefragt. Für das Erledigen dieser Aufgaben gibt es eine Note (1-5). (Wer alle Aufgaben erledigt bekommt eine 1, wer nur vier erledigt, bekommt eine 2 …)

Die Seminararbeit wird anhand folgender Kriterien benotet (1-5):
Präzise Fragestellung/These
Stringente Argumentation
Beschreibung, Analyse und Kritik
Wissenschaftlichkeit
Herangezogene Literatur/Recherche
Stil

Beide Noten werden verrechnet, wobei die Note der Seminararbeit im Zweifelsfall entscheidet, da die Gewichtung 49% zu 51% ist.

Prüfungsstoff

1. Anwesenheit, Lektüre der Texte und Mitarbeit.
2. Seminararbeit im Umfang von 40 000 Zeichen: Recherche, Lektüre und Schreiben der Arbeit.

Literatur

Adamczak, Bini. 2017. Beziehungsweise Revolution: 1917, 1968 und kommende. 2. Auflage, Originalausgabe. Edition Suhrkamp 2721. Suhrkamp.

Aldrich, Daniel P. 2017. „The Importance of Social Capital in Building Community Resilience“. In Rethinking Resilience, Adaptation and Transformation in a Time of Change, herausgegeben von Wanglin Yan und Will Galloway. Springer International Publishing. https://doi.org/10.1007/978-3-319-50171-0_23.

Arendt, Hannah. 2007. Vita activa oder Vom tätigen Leben. 6. Piper Taschenbuch.

Bayertz, Kurt, Hrsg. 1998. Solidarität: Begriff und Problem. 1. Aufl. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1364. Suhrkamp.

Bourgeois, Léon, und Effi Böhlke. 2020. Solidarität: von den Grundlagen dauerhaften Friedens. Erste Auflage, Originalausgabe. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2293. Suhrkamp.

Brunkhorst, Hauke. 2002. Solidarität: von der Bürgerfreundschaft zur globalen Rechtsgenossenschaft. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1560. Suhrkamp.

Chatterton, Paul, David Featherstone, und Paul Routledge. 2013. „Articulating Climate Justice in Copenhagen: Antagonism, the Commons, and Solidarity“. Antipode 45 (3): 602–20. https://doi.org/10.1111/j.1467-8330.2012.01025.x.

Featherstone, David. 2012. Solidarity: hidden histories and geographies of internationalism. Zed Books.

Fleischmann, Larissa. 2020. Contested Solidarity: Practices of Refugee Support between Humanitarian Help and Political Activism. With Universität Konstanz. Culture and Social Practice. Transcript.

Gebhardt, Mareike. 2023. „Un-Mögliche Solidarität: Zivile Seenotrettung zwischen radikaler Demokratie und kolonialen Kontinuitäten“. Genealogy+Critique 9 (1). https://doi.org/10.16995/gc.10500.

Hark, Sabine. 2021. Gemeinschaft der Ungewählten: Umrisse eines politischen Ethos der Kohabitation: ein Essay. Erste Auflage. Edition Suhrkamp 2774. Suhrkamp.

Hooks, Bell. 1986. „Sisterhood: Political Solidarity between Women“. Feminist Review, Nr. 23: 125. https://doi.org/10.2307/1394725.

Land, Clare. 2015. Decolonizing Solidarity: Dilemmas and Directions for Supporters of Indigenous Struggles. Zed books.

Mohanty, Chandra Talpade. 2003. Feminism without borders: decolonizing theory, practicing solidarity. Duke University Press.

Prainsack, Barbara. 2020. „Solidarity in Times of Pandemics“: Democratic Theory 7 (2): 124–33. https://doi.org/10.3167/dt.2020.070215.

Redecker, Eva von. 2020. Revolution für das Leben: Philosophie der neuen Protestformen. Fischer.

Schutzbach, Franziska. 2024. Revolution der Verbundenheit: wie weibliche Solidarität die Gesellschaft verändert. Originalausgabe. Droemer.

Schwenken, Helen, und Helge Schwiertz. 2021. „Transversale und inklusive Solidaritäten im Kontext politischer Mobilisierungen für sichere Fluchtwege und gegen Abschiebungen“. In Nach der »Willkommenskultur«, herausgegeben von Samia Dinkelaker, Nikolai Huke, und Olaf Tietje. Transcript Verlag. https://doi.org/10.1515/9783839454145-008.

Solnit, Rebecca. 2009. A paradise built in hell: the extraordinary communities that arise in disasters. Viking.

Susemichel, Lea, und Jens Kastner, Hrsg. 2021. Unbedingte Solidarität. 1. Auflage. Unrast.

Tormos, F. 2017. „Intersectional Solidarity“. Politics, Groups, and Identities 5 (4): 707–20. https://doi.org/10.1080/21565503.2017.1385494.

Tschakert, Petra. 2022. „More-than-Human Solidarity and Multispecies Justice in the Climate Crisis“. Environmental Politics 31 (2): 277–96. https://doi.org/10.1080/09644016.2020.1853448.

Uekusa, Shinya, Steve Matthewman, und Daniel F. Lorenz. 2022. „Conceptualising Disaster Social Capital: What It Is, Why It Matters, and How It Can Be Enhanced“. Disasters 46 (1): 56–79. https://doi.org/10.1111/disa.12470.

Winker, Gabriele. 2021. Solidarische Care-Ökonomie: revolutionäre Realpolitik für Care und Klima. X-Texte zu Kultur und Gesellschaft. Transcript.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

VM1; VM4; VM7

Letzte Änderung: Mi 25.02.2026 12:47