Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

240030 VO Die Narrative von Gewalt (3.3.6) (2019W)

Genozidale Verfolgung, mediale Darstellungen und künstlerische Beiträge in der Bewältigungsarbeit

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 04.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Freitag 11.10. 15:00 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Freitag 08.11. 15:00 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Freitag 15.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Freitag 22.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Freitag 29.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Freitag 06.12. 15:00 - 18:15 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Freitag 10.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Freitag 17.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Freitag 24.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal A, NIG 4.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Am Beispiel unterschiedlicher Formen von Massengewalt im letzten Jahrhundert, wird die Entstehung von Narrativen untersucht. Der regionale Fokus liegt in Westasien und im Kaukasus.
Dabei werden Fragen von Verleugnung von Staatsgewalt, dem erzwungenen Schweigen der Überlebenden danach, d.h. Fragen von ‚hidden genocides‘ (Stanley Cohen), von ‚Erinnern und Vergessen‘ (Paul Connerton), von Verschweigen, Verleugnung (Tony Robben) und von aktiver Bewältigung diskutiert. Die Rolle der Medien in der Darstellung und Bearbeitung von Konflikten wird kritisch beleuchtet. Schließlich wird auf die Bedeutung künstlerischer Ausdrucksformen eingegangen. Menschen sind oft am Ende ihrer Sprache, um erlittene oder beobachtete extreme Gewalt zu erzählen oder in nachvollziehbaren Narrationen darzustellen. Hierbei spielen Kunst (produktionen) eine wesentliche Rolle, um das Unsagbare auszudrücken und zu vermitteln. Schließlich hat Kunst einen bedeutenden Anteil in der Entstehung von Gedenk- und Erinnerungskulturen.
Auf folgende historische Ereignisse, ihre Narrative und den Medien und Kunstproduktionen wird schwerpunktartig fokussiert: Die Verfolgung der christlichen und demographisch kleinen Religionsgemeinschaften während des 1. Weltkrieges im Osmanischen Reich. Die Massengewalt an alevitischen Gemeinschaften in den 1930er und 1980er Jahren. Die genozidale Gewalt gegen KurdInnen im Irak in den 1980er Jahren und die Verfolgung der YezidInnen durch den IS ab 2014.
Im Hauptteil der Lehrveranstaltung werden theoretische Ansätze aus der Anthropology of Violence and Conflict, der Memory Studies sowie der Medien- und Kunstanthropologie erörtert. Die Entstehung von Erinnerung in der Generation der Überlebenden, die transgenerationale Wirksamkeit und die Narrative in den nächsten Generationen werden diskutiert. Augenmerk wird dabei auch auf die genderspezifische Gewalt gelegt. Schließlich wird am Beispiel unterschiedlichen Kunstschaffens (Bildende Kunst, Filmschaffen, Musikproduktionen) der Beitrag zur Entstehung von Erinnerungsformen gezeigt.
Lehrziele
Das theoretische Instrumentarium der KSA, um solche Prozesse untersuchen zu können wird vorgestellt. Diskutiert werden schließlich die über Generationen dauernden Langzeitfolgen. Hierbei sollen die Studierenden lernen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen Formen von extremer Gewalt haben können, und schließlich welche Relevanz das sozialanthropologische Instrumentarium für Analysen hat. Schließlich sollen Studierende diese Zugänge und dieses Verständnis auch für eigene Forschungen anwenden können.
Methoden
Frontalunterricht, zumindest ein Gastvortrag, anhand von Multimediamaterial wird exemplarisch das methodische Instrumentarium der KSA dargestellt und dessen Anwendung diskutiert.

Sprache, in der die Lehrveranstaltungsprüfung bzw. Lehrveranstaltung
abgehalten wird: Deutsch (Gastvortrag auf Englisch)

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

90 minütige schriftliche Prüfung über den vorgetragenen Vorlesungsstoff und die Pflichtlektüre nach Ende der LV, Kombination von geschlossenen Fragen und kurzer Essay. Der erste Prüfungstermin findet Ende des WS 2019/20, drei weitere Prüfungstermine im darauffolgenden SS 2020 statt; Anmeldung erforderlich. Erlaubte Hilfsmittel bei der Prüfung: keine

ACHTUNG - aufgrund der Corona bedingten Modifikation der Prüfungsmodalitäten wird die Prüfung folgendermaßen organisiert:
Die Prüfung findet mündlich und per Videokonferenz statt und umfasst den vorgetragenen Vorlesungsstoff und die Pflichtlektüre. Termine werden mit den Studierenden einzeln vereinbart.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Beurteilungsschlüssel:
Sehr gut: 100 % bis 91 %
Gut: 90 % bis 76 %
Befriedigend: 75 % bis 61 %
Genügend: 60 % bis 51 %
Nicht genügend: 50 % und weniger

Prüfungsstoff

Inhalte der Lehrveranstaltung, Pflichtliteratur

Literatur

Empfehlungen des / der Vortragenden
Literatur: Basisliteratur und Pflichtliteratur ist in der Handbibliothek aufgestellt bzw. in moodle gespeichert

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 05.10.2020 10:10