Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

240030 SE BM5 Ethnographische Texte: Erinnerungslandschaft, Raum und Nostalgie (2026W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit!
Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte oder erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Es kommt die Plagiatssoftware Turnitin zum Einsatz.
Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) zur Erbringung von Teilleistungen ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich gefordert wird.
Do 08.10. 09:45-11:15 Seminarraum D, NIG 4. Stock

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Donnerstag 22.10. 09:45 - 13:00 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Donnerstag 05.11. 09:45 - 13:00 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Donnerstag 26.11. 09:45 - 13:00 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Donnerstag 10.12. 09:45 - 13:00 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Donnerstag 07.01. 09:45 - 13:00 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Donnerstag 28.01. 09:45 - 13:00 Seminarraum D, NIG 4. Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung werden Studierende eine ethnographische Monografie vollständig lesen: „The Make-Believe Space: Affective Geographies of a Postwar Polity“ von Yael Navaro-Yashin, sowie Ausschnitte aus zwei weiteren Werken kennenlernen: Michaela Schäubles „Narrating Victimhood: Gender, Religion and the Making of Place in Post-War Croatia“ und Svetlana Boyms „The Future of Nostalgia“. Zusätzlich werden ausgewählte theoretische und methodische Texte zu Erinnerung, Raum, Affekt und ethnographischer Praxis diskutiert.

Navaro-Yashins Monografie bildet das ethnographische und theoretische Zentrum des Seminars. Auf Grundlage einer Feldforschung in Nordzypern untersucht sie, wie Menschen in einer politisch umstrittenen, von Gewalt und Vertreibung geprägten Raumlandschaft leben und affektiv mit ihr in Beziehung treten. Navaro-Yashin fragt: Wie verdichten sich Gefühle an Orten, Objekten und Ruinen? Welche affektiven Qualitäten hat ein Raum, der aus Enteignung und Besetzung entstanden ist?
Schäubles „Narrating Victimhood“ eröffnet eine komparative Perspektive: In ihrer Ethnografie des postsozialistischen, postkonfliktuellen Kroatiens untersucht sie, wie Erinnerungslandschaften durch Narrativ, Ritual und religiöse Praxis geformt werden. Ausgewählte Kapitel erlauben es, Fragen nach der räumlichen Verdichtung von Krieg, Trauma und Erinnerung in einem zweiten südosteuropäischen Kontext zu verfolgen und mit Navaro-Yashins Ansatz in Dialog zu bringen.
Boyms theoretische Auseinandersetzung mit Nostalgie liefert einen übergreifenden konzeptuellen Rahmen für die im Seminar verhandelten Phänomene vom affektiven Verhältnis zur Vergangenheit und Raum. Ihr Nostalgiekonzept eröffnet eine Brücke zwischen den beiden Fallstudien und ermöglicht es, die unterschiedlichen Formen des Umgangs mit verlorenen oder veränderten Räumen theoretisch zu fassen.

Der Kurs hat somit drei Lernziele: Erstens erhalten die Studierenden einen vertieften Einblick in die Verbindung zwischen ethnographischer Beschreibung und theoretischer Reflexion, insbesondere im Hinblick auf die Themen Erinnerung, Affekt, Raum, Konflikt und Nostalgie. Zweitens lernen die Studierenden Struktur, Argumentation und Stil ethnographischer Monografien zu erkennen und kritisch zu bewerten. Drittens entwickeln die Studierenden ihre akademischen Lese- und Schreibkompetenzen weiter, insbesondere die Fähigkeit, das Argument einer Monografie zu analysieren und ein eigenes, empirisch und theoretisch gestütztes Argument zu formulieren, das für die anthropologische und sozialwissenschaftliche Forschung relevant ist.

Methodisch ist die Lehrveranstaltung interaktiv aufgebaut. Die Studierenden erarbeiten eigenständig ausgewählte Kapitel, die in der Lehrveranstaltung gemeinsam diskutiert und vertieft werden. Die kontinuierliche schriftliche Auseinandersetzung fördert das Verständnis des Materials und die Fähigkeit zur Entwicklung eigenständiger Argumente. Die Lehrveranstaltung wird durch die Lernplattform Moodle unterstützt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Es besteht Anwesenheitspflicht (max. drei mal 1,5 Stunden Fehlzeit, bzw. eineinhalb Blocktermine). Die Leistungskontrolle besteht aus vier (mündlichen und schriftlichen) Teilleistungen:

a) Aktive, diskussionsbasierte Lektüre der Pflichtliteratur, schriftliche Vorbereitung der Diskussion und mündliche Beteiligung auf dieser Grundlage (bis zu 30 Punkte)
b) Vorstrukturierung eines der Pflichtlektüretexte für die Diskussion (d.h. ca. 10-minütige Einführung in den Text, die Textstruktur und die zentralen Thesen, Vorbereitung der anschließenden gemeinsamen Diskussion sowie deren Moderation) (bis zu 10 Punkte)
c) Verfassen von zwei Rezensionen (1–2 Seiten) zu ausgewählten Kapiteln der Pflichtliteratur, sowie Vorbereitung einer Diskussion im Laufe des Semesters (bis zu je 10 Punkte)
d) Verfassen einer schriftlichen Seminararbeit, die die Monographie in Bezug zu den ausgewählten Kapiteln der beiden anderen Monographien setzt, im Umfang von 2500–3000 Wörtern (bis zu 40 Punkte, Details werden in der Lehrveranstaltung besprochen). Abgabe bis 15.03.2027, 23:59 Uhr.

Bei negativer Beurteilung der Seminararbeit besteht die Möglichkeit zur Verbesserung. Die Studierenden erhalten dazu ein Feedback für die Überarbeitung. Die verbesserte Fassung ist bis spätestens 30.04.2027, 23:59 Uhr einzureichen.

Als Hilfsmittel ist Sekundärliteratur erlaubt und erwünscht. Die Verwendung von KI (insbesondere ChatGPT) ist für alle Teilleistungen nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Lehrperson gestattet.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für eine positive Gesamtwertung müssen alle Teilleistungen positiv abgeschlossen und insgesamt mindestens 61 Punkte erzielt werden. Die höchste zu erreichende Punktzahl ist 100 und entspricht einer 1 (sehr gut).
Bewertet werden bei der mündlichen Mitarbeit Quantität UND Qualität der Beteiligung, bei der Vorstrukturierung mit Diskussionsleitung die Zeiteinteilung, der Aufbau und Inhalt der Darstellung sowie die Fragen mit Diskussionsleitung.
Die Bewertung der schriftlichen Arbeiten verläuft entlang folgender Kriterien:
• Formalia [z.B. Zitierweise, Formatierung],
• Sprache/Stil [Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion, Satzbau, Ausdruck]
• Auswahl und sachlich angemessener Umfang der bearbeiteten Literatur
• Genauigkeit der Wiedergabe der Quellen/Literatur
• Gliederung und Aufbau der Arbeit
• Klarheit der Argumentation und der Durchführung des Gedankens
• Reflexivität/Auseinandersetzungsfähigkeit im Umgang mit Quellen/Literatur
• Originalität

Beurteilungsmaßstab:
• 91-100 Punkte: 1 (sehr gut)
• 81-90 Punkte: 2 (gut)
• 71-80 Punkte: 3 (befriedigend)
• 61-70 Punkte: 4 (genügend)

Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte und erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Die Plagiatssoftware (‘Turnitin') kommt bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen zum Einsatz.

Prüfungsstoff

Inhalte der Lehrveranstaltung (Literatur und Diskussionsbeiträge).

Literatur

Zentrale Monographie:
Navaro-Yashin, Yael. 2012. The Make-Believe Space: Affective Geographies of a Postwar Polity. Durham and London: Duke University Press.

Weitere Pflichtliteratur:
Boym, Svetlana. 2001. The Future of Nostalgia. New York: Basic Books. (ausgewählte Kapitel).
Schäuble, Michaela. 2014. Narrating Victimhood: Gender, Religion and the Making of Place in Post-War Croatia. New York and Oxford: Berghahn Books. (Einleitung und ausgewählte Kapitel).


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 03.09.2026 21:47