Universität Wien

240035 VO Einführung in die Geschichte der russischen und sowjetischen Ethnologie (2022W)

VOR-ORT

Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen. Plagiierte Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Es kommt die Plagiatssoftware (‘Turnitin') zum Einsatz.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Lehrveranstaltung soll nach Möglichkeit in Präsenz durchgeführt werden. Aufgrund der jeweils geltenden Abstandsregelungen und anderer Maßnahmen kann es zu Anpassungen kommen.

UPDATE 30.09.2022: geänderte Termine!

  • Montag 03.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Montag 24.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Donnerstag 03.11. 11:30 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Freitag 02.12. 11:30 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Donnerstag 15.12. 11:30 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Donnerstag 12.01. 11:30 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Donnerstag 26.01. 11:30 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Russland – und damit indirekt auch die russische Wissenschaft – hat sich seit dem Überfall auf die Ukraine international isoliert. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass das Land im Laufe des 20. Jahrhunderts eine weitgehend eigenständige Tradition ethnologischer und anthropologischer Wissensproduktion entwickelt hat, die in quantitativer Hinsicht (Zahl der EthnologInnen, der Forschungsprojekte und der Publikationen) zu den international größten Disziplinen ihrer Art zählt. Aus ideologischen, sprachlichen und politischen Gründen sind diese - wie auch immer zu bewertenden - Ergebnisse im Rahmen der „westlichen“ Disziplinen jedoch nur mangelhaft rezipiert worden. Die Lehrveranstaltung soll Informationslücken schließen und die kritische Auseinandersetzung mit russisch/sowjetischen ethnologischen Methoden, Theorien und Praktiken befördern. Der „neue Kalte Krieg“ und die Entwicklungen seit dem 24. Februar 2022 werden in der Lehrveranstaltung bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Verhältnis zu „westlichen“ Ethnologien und Anthropologien behandelt werden.

Die Lehrveranstaltung wird Vorlesungs- und Präsentationselemente vereinen. Im ersten Teil des Semesters werden die folgenden Themenbereiche überblickshaft präsentiert werden:
- Methodische Vorbemerkungen zur ethnologischen Theoriengeschichte
- Überblick über die “Vorgeschichte” der russischen Ethnologie
- Die Institutionalisierung der russischen Ethnologie
- Die sowjetische Ethnographie
- Russische Ethnologie in postsowjetischer Zeit

Der zweite Teil der Lehrveranstaltung wird u.a. aus Präsentationen und Diskussionen bestehen. Dabei werden u.a. folgende Themen und Fragenkomplexe behandelt werden:
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen russischer und sowjetischer Ethnologie
- Russisch/sowjetische Ethnologie und internationale Entwicklungen
- Was ist brauchbar außerhalb Russlands?
- Was ist “russisch” an der russisch/sowjetischen Ethnologie?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die zentralen Elemente des Leistungsnachweises werden eine schriftliche Prüfung ODER das Verfassen einer schriftlichen Arbeit sein. Mitarbeitsbonus durch aktive Teilnahme (inklusive Reaktionspapier) an Gruppendiskussionen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Es ist notwendig mindestens 60 von 100 möglichen Punkten zu machen um eine positive Beurteilung zu erhalten. Für ein "sehr gut" benötigen Sie mindestens 90 Punkte, für ein "gut" mindestens 80 Punkte, und so weiter.

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff für die schriftliche Prüfung sind die Vorlesungsinhalte und ein Teil der Pflichtliteratur.
Für die schriftliche Arbeit muss das Thema aus dem Bereich “Geschichte der russischen und sowjetischen Ethnologie” stammen (mindestens 5.000 Worte unter Verwendung von minimal 10 Quellen)

Literatur

- Alymov, Sergei. 2011. “On the Soviet Ethnography of Soviet Life: The Case of the ‘Village of Viriatino’.” Histories of Anthropology Annual 7: 23-48.
- Elfimov, Alexei. 2007. “Russian Ethnography: Dilemmas of the Present and the Past.” Anthropological Yearbook of European Cultures 16(1): 77-100.
- Glebov, Sergey. 2014. Siberian Ruptures: Dilemmas of Ethnography in an Imperial Situation. In An Empire of Others: Creating Ethnographic Knowledge in Imperial Russia and the USSR. R. Cwetkowski and A. Hofmeister, eds. Pp. 281-310. Budapest: Central European University Press.
- Hirsch, Francine. 1997. The Soviet Union as a Work-in-Progress: Ethnographers and the Category Nationality in the 1926, 1937, and 1939 Censuses. Slavic Review 56(2): 251-278.
- Kan, Sergei. 2008. Evolutionism and Historical Particularism at the St. Petersburg Museum of Anthropology and Ethnography. Museum Anthropology 31(1): 28-46.
- Meurs, Wim van. 2001. “Die sowjetische Ethnographie: Jäger oder Sammler?” In: Inszenierung des Nationalen. Geschichte, Kultur und die Politik der Identitäten am Ende des 20. Jahrhunderts. B. Binder, W. Kaschuba, and P. Niedermüller, eds. Pp. 107-135. Alltag und Kultur; 7. Cologne: Böhlau.
- Slezkine, Yuri. 1997. Naturalists Versus Nations: Eighteenth-Century Russian Scholars Confront Ethnic Diversity. In Russia's Orient: Imperial Borderlands and Peoples, 1700--1917. D.R. Brower and E.J. Lazzerini, eds. Pp. 27-57. Indiana-Michigan Series in Russian and East European Studies. Bloomington: Indiana University Press.
- Tishkov, Valery A. 1992. “The Crisis in Soviet Ethnography.” Current Anthropology 33(4): 371-394.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 09.02.2023 13:49