Universität Wien FIND

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240044 VS Liebe, Hass und Angst: Ökonomie und Politik der Gefühle (3.3.1) (2012W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit!

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 08.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 15.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 22.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 29.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 05.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 12.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 19.11. 15:00 - 18:15 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 26.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 07.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 21.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Montag 28.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal C, NIG 4. Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In dieser Lehrveranstaltung beschäftigen wir uns mit den "Gefühls-Logiken", die in einer ökonomisch und kulturell globalen Welt herausgebildet werden. Die wechselseitigen Zusammenhänge zwischen sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und affektiven Prozessen interessieren uns dabei ebenso wie die unmittelbaren Auswirkungen von affektiven "Logiken" auf und zwischen Menschen. Anhand von ausgewählten Ethnografien und theoretischen Ansätzen lernen wir affektive Prozesse schließlich als ein wesentliches "intimes Feld" von Globalisierung und Macht kennen.

Bereits in der Vergangenheit hat die Anthropologie Bahn brechende Einsichten in die soziale und kulturelle Verfasstheit und Konstruktion von Gefühlen geliefert. Diese Erkenntnisse sowie neuere anthropologische und kulturwissenschaftliche Studien, die die vielfältigen Bewegungen von und Bewegtheiten durch Emotionen im Zuge der diversen Globalisierungsprozesse aufgezeigt haben, haben schließlich maßgeblich zu jenem "affective turn" beigetragen, der seit Mitte der 1990er Jahre in den Sozial- und Kulturwissenschaften identifiziert wird.
Wir werden anhand von Liebe, Mitgefühl, Hass, Angst/Furcht, aber auch anderen Gefühlen, so spezifischen Fragen nachgehen, wie: Welche Ideen von "Liebe" zirkulieren global und was bewirken sie in spezifischen Kontexten? Wie kommt es dazu, dass eine bestimmte Vorstellung von Liebe zur Verbindung zwischen Menschen und gleichzeitig zum Ausschluss von anderen Menschen führt? Wie steht es um das Verhältnis "Liebe" und Kapitalismus? Wie werden in der neoliberalen Arbeitswelt positive Gefühle erzeugt und eingesetzt? Welche Subjekte und Identitäten werden durch affektive Politiken konstituiert? Wie funktionieren Hass und Angst, damit sie Trennlinien zwischen "Us" und "Them" ("Wir" und "die Anderen") ziehen und bestimmte Kollektive erzeugen können? Welche affektiven Politiken führen dazu, dass sich Menschen mit Ideen wie dem Nationalstaat oder dem Nationalismus identifizieren? Wie wird Furcht erzeugt, um Menschen politisch zu kontrollieren, um Bevölkerungen zu regieren?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Der Leistungsnachweis setzt sich aus 3 Schritten zusammen:
1. Regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit (einschließlich verpflichtende Lektüre von Texten).
2. Mündliche Präsentationen und vorbereitete Diskussion (durch Discussants) derselben.
3. Kurze schriftliche Abschluss-Arbeiten.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Studierenden erhalten anhand von ausgewählten Studien einen fundierten Überblick über den aktuellen Wissensstand zu Theorien und Ethnografien über die ökonomischen und politischen "Logiken" von Gefühlen in einer globalen Welt. Sie lernen dabei in kritischer Weise Emotionen als ein wesentliches "intimes Feld" von Globalisierungsprozessen, sozialen Differenzierungen, Subjektformationen und Machtinteressen zu verstehen.

Prüfungsstoff

Vermittlung von Inhalten durch die LV-Leiterin und eigenständige Erarbeitung und kritische Diskussion von Inhalten durch die Studierenden.
Begleitender Einsatz der Lernplattform Moodle.

Literatur

Ahmed, S. (2004). Affective Economies. Social Text 79, Vol. 22(2): 117-139.

Hochschild, A. R. (1983). The Managed Heart: The Commercialization of Human Feeling. Berkeley: University of California Press.

Illouz, E. (2007). Gefühle in Zeiten des Kapitalismus. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Jankowiak, W. (Ed.) (2008). Intimacies. Love and Sex Across Cultures. New York: Columbia University Press.

Klima, A. (2004). Thai Love Thai: financing emotion in post-crash Thailand. Ethnos 69(4): 445-464.

Linke, U. and Smith, D.T. (Eds.) (2009). Cultures of Fear. A Critical Reader. New York: Pluto Press.

Navaro-Yashin, Y. (2012). The Make-Believe Space. Affective Geography in a Postwar Polity. Durham: Duke University Press.

Richard, A. and Rudnyckyj, D. (2009). Economies of affect. Journal of the Royal Anthropological Institute (N.S.) 15: 57-77.

Svazek, M. and Skrbis, Z. (2007). Passions and Powers: Emotions and Globalisation. Identities: Global Studies in Culture and Power 14(4): 367-383.

Tizineto Clough, P. with Harley, J. (Eds.) (2007). The Affective Turn. Theorizing the Social. Durham: Duke University Press.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:39