Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

240063 SE VM5 / VM1 - Ernesto Che Guevara: Exponent der Kubanischen Revolution in Afrika (2026S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung ist die positive Absolvierung aller Teilleistungen erforderlich.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen.
Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) für die Produktion von Texten ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich gestattet oder gefordert wird (z. B. für einzelne Arbeitsaufgaben). Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann die Lehrveranstaltungsleitung eine mündliche Reflexion ('Notenrelevantes Gespräch') der abgegebenen Arbeiten vorsehen, die erfolgreich zu absolvieren ist.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder auch Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als 'nicht beurteilt' gewertet und entsprechend erfasst

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Geplant ist: reguläre vor-Ort-Lehre - ohne Platzbeschränkungen.

  • Dienstag 10.03. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 17.03. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 24.03. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 14.04. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 21.04. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 28.04. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 05.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 12.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 19.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 26.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 02.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 09.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 16.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 23.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
  • Dienstag 30.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Als Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara, 1964 nach Afrika kam, um den antiimperialistischen Kampf zu unterstützen, waren die meisten Kolonien schon vier Jahre zuvor (1960) unabhängig geworden. Der algerische Befreiungskrieg [unter der Führung der FLN] gegen die französische Fremdherrschaft wurde infolge der Evian-Abkommen am 18. März 1962 offiziell beendet. Abgesehen von den Apartheid-Systemen in Südafrika bzw. Südrhodesien [Simbabwe] existierten nur noch einige Territorien unter portugiesischer Kolonialdomination [Angola, Mosambik, Portugiesisch Guinea (Bissau-Guinea), die Kapverdischen Inseln, São Tomé und Príncipe, Äquatorialguinea], da Portugal die einzige europäische Kolonialmacht darstellte, welche überhaupt nicht bereit war, auf ihr afrikanisches Kolonialreich zu verzichten.
Grundsätzlich gilt es in dieser Hinsicht, festzustellen, dass Afrikas Emanzipationsbewegungen, trotz erlangter Unabhängigkeit, quasi gezwungen waren, den Befreiungsprozess fortzusetzen, zumal sie nach 1960 mit einer neuen Herrschaftsform [dem Neokolonialismus] konfrontiert waren. Dies bedeutete, dass die alten Abhängigkeitsstrukturen zwischen ex-Kolonien und ex-Metropolen nicht verschwunden waren, und dass Paris, London oder Brüssel doch beabsichtigten, alles Mögliches zu tun, damit ihre jeweiligen Einflusssphären intakt blieben.
In diesem Zusammenhang ist auch die Kongo-Krise (ab 1960 bis etwa 1966) zu verstehen, die am 17. Jänner 1961 [angeblich unter Mitwirkung von belgischen und US-Geheimdiensten] in die Ermordung von Patrice Lumumba, dem kongolesischen Ministerpräsidenten münden sollte. Später wurde dieser zu einem politischen Mythos und zum Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen und nicht zuletzt auch zu einer Symbolfigur des antiimperialistischen Kampfes im ganzen Kontinent.
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es doch kein Zufall, dass Fidel Castro beschlossen hatte, Che Guevara nach Kongo zu entsenden, damit dieser gegen den von den USA unterstützten General Mobutu vorgehen bzw. sein revolutionäres Unternehmen in die Tat umsetzen konnte. In der Folge sollte Che 1964 inkognito nach Afrika reisen. Diese Phase von Guevaras Leben war lange Zeit unbeachtet oder einfach vernachlässigt worden. Durch die Veröffentlichung seines Kongo-Tagebuches kann nun das sogenannte 'afrikanisches Abenteuer' des kubanischen Revolutionärs weitgehend beleuchtet werden. Aufgrund der neuen Erkenntnisse können übrigens auch Organisationsstrukturen sowie die politische Militanz afrikanischer Befreiungsbewegungen dokumentiert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aufgabe der LV ist es, die Genese der afrikanischen Emanzipationsbewegungen historisch und ideologisch einzuordnen. Ferner werden Auswirkungen der Assimilationsdoktrin auf die Grundhaltung der afrikanischen Eliten und Antikolonialisten erläutert. Es wird ebenfalls versucht, festzustellen, inwiefern es eine Korrelation zwischen dem Kalten Krieg und dem Export der kubanischen Revolution nach Afrika bestanden hat. Nicht zuletzt werden ideologische Gegensätze, unterschiedliche Varianten des Nationalismus, wie auch Defizite des Antikolonialismus bzw. das de facto vorprogrammierte Scheitern der politischen Allianz zwischen einerseits den afrikanischen Nationalisten und andererseits den internationalistischen Antiimperialisten [Che-Mission oder der Kommunistischen Partei Frankreichs (letzterer kann man unter Umständen National-Chauvinismus vorwerfen)] untersucht. Anhand von historischen Quellen und Texten wird der Versuch unternommen, durch Übungen Themen zu finden, vorhandene Theorien zu analysieren und deuten, Quellen in schriftlichen Arbeiten zu verwenden, historische Zusammenhänge herzustellen etc...

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Voraussetzungen für einen positiven Abschluss: regelmäßige und aktive Teilnahme, Übungen und Referate, Verfassung einer Seminararbeit (etwa 15 Seiten).
Beurteilungsmaßstab: 100 Punkte können erreicht werden:
• 2 kleine Tests [10 Punkte pro Test]
• Mitarbeit: 10 Punkte
• Gruppen-Präsentation: 20 Punkte
• Referat: 20 Punkte
• Seminararbeit: 30 Punkte
Benotung:
• 1 (sehr gut) 100 – 90 Punkte
• 2 (gut) 89 – 81 Punkte
• 3 (befriedigend) 80 – 61 Punkte
• 4 (genügend) 60 – 51 Punkte
• 5 (nicht genügend) 50 – 0 Punkte

Prüfungsstoff

Siehe oben.

Literatur

1. Che Guevara: Der afrikanische Traum: das wieder aufgefundene Tagebuch vom revolutionären Kampf in Kongo, Kiepenheuer & Witsch 2000 2. Che Guevara: Der Partisanenkrieg, Militärverlag, Berlin-Ost 1961
3. Che Guevara: Latinoamericana: Tagebuch einer Motorradreise 1951 / 1952, Kiepenheuer & Witsch 1994 4. Fanon, Frantz: Die Verdammten dieser Erde [Vorwort von Jean-Paul Sartre], Suhrkamp Verlag 1981. 5. Moneta, Jakob: Die Kolonialpolitik der Französischen Kommunistischen Partei, Verlag für Literatur und Zeitgeschehen 1968 6. Said, Edward: Kultur und Imperialismus: Einbildungskraft und Politik im Zeitalter der Macht, Fischer Verlag 1994.
7. Paco Ignacio Taibo II: Che. Die Biographie des Ernesto Guevara, Edition Nautilus 1997.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

IE: VM1 / VM5;

Letzte Änderung: Do 12.02.2026 19:26