Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

240091 SE VM1 / VM8 - Imperialismus, Krieg und Entwicklungspolitik (2026S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung ist die positive Absolvierung aller Teilleistungen erforderlich.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen.
Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) für die Produktion von Texten ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich gestattet oder gefordert wird (z. B. für einzelne Arbeitsaufgaben). Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann die Lehrveranstaltungsleitung eine mündliche Reflexion ('Notenrelevantes Gespräch') der abgegebenen Arbeiten vorsehen, die erfolgreich zu absolvieren ist.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder auch Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als 'nicht beurteilt' gewertet und entsprechend erfasst

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Donnerstag 05.03. 15:00 - 18:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
  • Donnerstag 26.03. 15:00 - 18:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
  • Donnerstag 23.04. 15:00 - 18:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
  • Donnerstag 07.05. 15:00 - 18:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
  • Donnerstag 28.05. 15:00 - 18:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
  • Donnerstag 18.06. 15:00 - 18:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

LV-Inhalte:
Wie können gegenwärtige globale Macht- und Herrschaftsverhältnisse als imperiale konzeptionell gefasst werden? Wie kann ein möglicher Zusammenhang von Imperialismus und Krieg theoretisch und empirisch erschlossen werden? Inwiefern und wie verdichten sich diese globalen Verhältnisse in aktuellen Konflikt- und Kriegszonen im arabischsprachigen Raum sowie in Israel/Palästina? Wie zeigen sich darin koloniale Herrschaftsarchitekturen und Kriegsführungen? Inwiefern und wie lassen sich in imperiale Herrschaftsverhältnisse auch Entwicklungspolitiken staatlicher Geberagenturen einbetten?

Mit diesen zentralen Fragestellungen bietet die LV eine multiperspektivische Lesart des möglichen Zusammenhangs von Imperialismus und Krieg an. Diesen werden wir auf zwei miteinander verschränkten Ebenen erschließen:
Erstens werden zentrale Erkenntnisse von Imperialismusanalysen der letzten Jahrzehnte aus politökonomischer, staatstheoretischer und dekolonialer Perspektive einer kritischen Rekonstruktion unterzogen und zusammengefasst. Ein zu erarbeitendes Verständnis der Bedeutung von ökonomischen Dimensionen imperialer Herrschaft ebenso wie deren Verhältnis zu Staat und Geopolitik, zu militärischer Dominanz und Krieg sowie zur Produktion von (wissenschaftlichem) Wissen dient dabei zweitens als Ausgangspunkt für eine theoretisch informierte Annäherung an gegenwärtige Konflikt- und Kriegszonen in der arabischsprachigen Welt sowie an Israel/Palästina.

LV-Ziele:
Ziele der Lehrveranstaltung lassen sich auf folgenden Ebenen konkretisieren:

1. Inhaltliche Ebene:
Mit einer kritischen Einordnung von Erkenntnissen aus Imperialismusanalysen wird ein theoretisch informiertes Koordinatensystem grundlegend angedacht und mit den oben geschilderten Krisen- und Kriegszonen in Kommunikation gebracht. Ziel ist es, ein konzeptionell verdichtetes Mosaik zu erstellen, anhand dessen jene Krisen- und Kriegsdynamiken beginnend erschlossen werden können.

2. Didaktische Ebene:
Während des Semesters steht die prozessorientierte Aneignung verschiedener Fertigkeiten des wissenschaftlichen Arbeitens im Vordergrund:
Entlang verschiedener Kriterien (zentrale Begriffe und Thesen eines Textes, Aufbau der Argumentationsstränge, historische Verortung bzw. historische Grenzen eines Textes) soll erstens ein hermeneutisch orientiertes Textverständnis erarbeitet werden. Mit der Recherche in Kleingruppen zu verschiedenen Themenstellungen (Entwicklungspolitiken im arabischsprachigen Raum; internationales Recht und imperiale Verhältnisse; Öl und globaler Kapitalismus; Rüstungsindustrie und -politik; Kriegsführung; Wissensproduktion) wird zweitens das Erforschen imperialer Verhältnisse in den Krisen- und Kriegszonen wissenschaftlich eingeübt. Diese Aneignungsprozesse werden in vielfältige Arbeitsweisen der Einzel- und Gruppenarbeit eingebettet, sodass die Studierenden überdies ihre kommunikativen Kompetenzen erweitern können.
Mit dem abschließenden Verfassen einer SE-Arbeit soll drittens eine beginnende Integration in wissenschaftliche Textproduktionen erleichtert werden.

LV-Methoden:
(Gruppen-)Diskussion und Präsentation von eigenen Recherchen; schriftliche Zusammenfassung und Kommentierung der Basistexte; (Impuls-)Referate des LV-Leiters.
Ergänzt werden die Diskussionen durch Gastvortragende, die mit ihrer Expertise Schwerpunkte der LV vertiefend ausleuchten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

• Regelmäßige und durchgehende Anwesenheit.
• Aktive Beteiligung am Diskussionsprozess.
• Schriftliche Zusammenfassung und kritische Stellungnahme zu allen Basistexten im Umfang von maximal je zwei Seiten. Abgabe ist der Termin, bei dem die Diskussion des jeweiligen Basistextes auf dem Programm steht.
• Präsentation eigener Rechercheergebnisse in Gruppenarbeit.
• Verfassen einer SE-Arbeit im Umfang von mindestens 15 Seiten Textteil.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

• Regelmäßige und durchgehende Anwesenheit (aufgrund der geblockten Termine verunmöglicht ein mehr als einmaliges Fehlen einen positiven Abschluss der LV).
• Schriftliche Zusammenfassung und kritische Stellungnahme zu allen Basistexten im Umfang von maximal je zwei Seiten. Abgabe ist der Termin, bei dem die Diskussion der jeweiligen Basistexte auf dem Programm steht (maximal 20 Punkte).
• Präsentation von eigenen Rechercheergebnissen in Gruppenarbeit (maximal 30 Punkte).
• Verfassen einer SE-Arbeit im Umfang von mindestens 15 Seiten Textteil (maximal 50 Punkte).

Beurteilungsmaßstab:
1 (sehr gut): 100-90 Punkte
2 (gut): 89-81 Punkte
3 (befriedigend): 80-71 Punkte
4 (genügend): 70-60 Punkte
5 (nicht genügend): 59-0 Punkte

Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung sind 60 Punkte erforderlich.

Prüfungsstoff

Aufgrund des prüfungsimmanenten Charakters der LV siehe 'Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab' sowie die auf Moodle angegebene Literatur und die Regelung für Präsentationen und die abschließende SE-Arbeit.

Literatur

Akbarzadeh, Shahram (Hg.) (2019): Routledge Handbook of International Relations in the Middle East. London/New York
Azoulay, Ariella Aïsha (2019): Potential History. Unlearning Imperialism. London/New York
Bhattacharyya, Garhi (2018): Rethinking Racial Capitalism: Questions of Reproduction and Survival. London/New York
Bieler, Andreas/Morton, Adam David (2018): Global Capitalism, Global War, Global Crisis. Cambridge
Hanieh, Adam (2024): Crude Capitalism: Oil, Corporate Power, and the Making of the World Market. London
Khalidi, Rashid (2022): The Hundred Years' War on Palestine: a History of Settler Colonialism and Resistance, 1917-2017. New York
Khalili, Laleh (2013): Time in the Shadows: Confinement in Counterinsurgencies. Stanford, California
Krieger, Helmut (2022): Die Würde der Revolte − Zur Dialektik von Revolution und Konterrevolution im arabischen Raum seit 2011. In: Akbulut, Hakan/Hagemann, Steffen/Opitz, Anja (Hg.): Umbruch, Zerfall und Restauration. Der Nahe Osten im Spannungsfeld regionaler Akteure und externer Mächte. Wiesbaden, 19-43
Patnaik, Utsa/Patnaik, Prabhat (2017): A Theory of Imperialism. New York
Prashad, Vijay (2013): The Poorer Nations. A Possible History of the Global South. New Delhi
Security in Context: Promoting Critical Research and Policy Analysis on Peace and Conflict. https://www.securityincontext.com/
Mallavarapu, Siddharth (2021): Imperialism, International Law, and War: Enduring Legacies and Curious Entanglements. In: Brock, Lothar/Simon, Hendrik (Hg.): The Justification of War and International Order. From Past to Present. Oxford, 45-62
Ten Brink, Tobias (2008): Staatenkonflikte: zur Analyse von Geopolitik und Imperialismus. Ein Überblick. Stuttgart
Tricontinental: Institute for Social Research: https://thetricontinental.org/
Turner, Mandy/Kühn, Florian P. (Hg.) (2016): The Politics of International Intervention. The Tyranny of Peace. London

Weitere Literatur finden Sie auf der Moodle Plattform und wird am Beginn der LV bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

VM1/VM8

Letzte Änderung: Mi 25.02.2026 11:27