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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

240123 SE VM2 / VM6 - Ungleiche sozialräumliche Entwicklung in der EU (2021W)

Integration und Desintegration aus der Perspektive der Entwicklungsforschung

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
GEMISCHTSGU

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

+++ CoViD 19 - Lehrbetrieb +++

"Lehre soll wieder prioritär vor Ort stattfinden. Insbesondere aufgrund der Kapazitätsvorgaben vor Ort (50% Hörsaal-Auslastung) können auch gemischte/hybride oder rein digitale Settings erforderlich sein."
(Rektorat der Universität Wien, September 2021)

+++ Update 14. September 2021 +++

Ich möchte dieses Seminar zumindest zum Teil vor Ort (in Präsenz) abhalten.

Ich werde nach Ende der Anmeldefrist Informationen zur ersten Einheit aussenden. Abhängig von der CoViD19-Lage zu diesem Zeitpunkt, werde ich ein Konzept für die (vorläufige) Präsenzlehre oder Streaming präsentieren.

Sollte es das Wetter erlauben, kann der erste Termin auch im Freien stattfinden (Prater, Augarten).

In jedem Fall wird bei einem persönlichen Zusammentreffen die 3G-Regel gelten, die voraussichtlich von mir kontrolliert werden muss/wird. Die entsprechenden Unterlagen plus ein Personaldokument (Reisepass, Führerschein) wären Voraussetzung für eine Teilnahme.

Die Informationen der Universität Wien für das CoViD19-Semester 2021/22: https://studieren.univie.ac.at/lernen-pruefen/vor-ort-studieren/

Freitag 08.10. 08:00 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
Freitag 22.10. 08:00 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
Freitag 05.11. 08:00 - 11:15 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
Freitag 19.11. 09:00 - 12:00 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
Freitag 03.12. 09:00 - 12:00 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
Freitag 17.12. 09:00 - 12:00 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
Freitag 14.01. 09:00 - 12:00 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01
Freitag 28.01. 09:00 - 12:00 Seminarraum 7, Kolingasse 14-16, OG01

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Kohäsion und Konvergenz gehörten zu den wichtigen Entwicklungsversprechen für periphere Staaten und Regionen im Integrationsprozess, der in die heutige Europäische Union (EU) mündete. Dieses Seminar untersucht die strukturellen Ungleichheiten in der EU und macht sich auf die Spur der historischen Hintergründe und Entwicklungspfade und der anhaltenden sozialräumlichen Polarisierung (zwischen den und innerhalb der Mitgliedsstaaten). Ausgangspunkt sind die Untersuchungen der „Europäischen Dependenzschule“ (EDS), die in den 1970er und 1980er Jahren, anknüpfend an die Lateinamerikanische Dependenzschule und die Polarisierungstheorie, Erkenntnisse der Entwicklungsforschung auf die Zentrum-Peripherie-Beziehungen in Europa anzuwenden begannen.

Verschiedene strukturelle Entwicklungen werden diskutiert, die insbesondere für periphere Länder und deren Integration in die EU Konsequenzen hatten:

+ Die Formierung der westeuropäischen Integration im Kalten Krieg
+ Krisen und Umbau der Weltwirtschaft in den 1970er und 1980er Jahren (neue internationale Arbeitsteilung, Finanzialisierung, „neue“ Abhängigkeit durch die wachsende Bedeutung von transnationalen Konzernen und Güterketten)
+ Abhängige und periphere Entwicklung und Phasen der Integration von „ungleichen Partnern“ (insbesondere die erste Süderweiterung und die Integration der Länder Zentral-, Ost- und Südeuropas in Verbindung mit deren Transformationskrisen)
+ Prozesse von selektiver und abhängiger Industrialisierung ('Wachstum ohne Entwicklung', Industrialisierung ohne Entwicklung') bzw. De-Industrialisierung.

Ausgehend von den Entwicklungspfaden der Länder in den EU-Integrationsprozess werden die jüngsten politökonomischen Entwicklungen in der EU exemplarisch nachgezeichnet. Abschließend sollen historische und gegenwärtige alternative Lösungsansätze (z.B. „self-reliance“, neue Industriepolitik) abgeschätzt werden, die die soziale und ökologische Krisensituation reflektieren.

Eine gemeinsame Literaturarbeit soll eine Matrix für eine eigenständige Untersuchung eines Fallbeispieles bilden, z.B.: Was bedeuten die Begriffe Zentrum, Peripherie und Semiperipherie? Wie kann man diese Kategorien operationalisieren und wie kann man eine Kategorisierung für Europa vornehmen? Welche Abhängigkeiten lassen sich zwischen Zentrum und Peripherie erkennen? Haben sich diese verändert? Unterscheidet sich die gegenwärtige Krisensituation von den 1970er und 1980er Jahren? Gibt es einen Zusammenhang zwischen abhängiger Integration und den heute beobachtbaren desintegrativen Prozessen?

Das Seminar verbindet individuelle Arbeit und Gruppenarbeit. Die TeilnehmerInnen werden einander die Fortschritte kommunizieren und präsentieren, auftretende Fragen und Probleme diskutieren. Lektüre und Diskussionen dienen als inhaltliche Basis für die Arbeit an der Seminararbeit. Der LV-Leiter begleitet diesen Prozess mit thematischen Inputs und kurzen Vorträgen. Am Ende des Seminars werden Ergebnisse eigenständiger Forschung zu einem Fallbeispiel präsentiert.

Die StudentInnen werden Methoden zur Typologisierung und Operationalisierung von Zentrum-Peripherie-Beziehungen kennenlernen und auch wie diese auf die Situation der EU angewandt werden können. Zudem werden Charakteristika der Länder des Zentrums und der (Semi-)Peripherie diskutiert, die auch auf unterschiedliche Handlungsspielräume der verschiedenen EU-Länder verweisen.

Nach Abschluss der Lehrveranstaltung werden die StudentInnen historische, theoretische und empirische Fragen der wirtschaftlichen Integration der EU und deren ungleicher Entwicklung beurteilen und gegenwärtige Tendenzen der europäischen politischen Ökonomie einordnen können.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit (Präsentation, Diskussion, mündliche oder schriftliche Textreflexion)
Teamarbeit (in den Gruppen)
Seminararbeit: mind. 15 Seiten

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Student*innen sollen komplexe sozialwissenschaftliche Texte in englischer Sprache lesen und in deutscher Sprache kommunizieren und diskutieren können.

Prüfungsstoff

Literatur

Umfangreiche Literatur im C3-Handapparat und auf Moodle, Literatur des LV-Leiters (und Autorenkollektivs), u.a.: Rudy Weissenbacher (2019): The Core-Periphery Divide in the European Union: a Dependency Perspective. London: Palgrave MacMillan.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

VM2; VM6

Letzte Änderung: Do 07.10.2021 12:49