Universität Wien

240515 VO MM3 Intersektionalitäts-Paradigma und Critical Whiteness Studies (2026S)

Kritische Ansätze der jüngeren Wissenschaftsgeschichte

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Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

UPDATE 02.06.2026: geänderte Termine

  • Dienstag 10.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 17.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 24.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 14.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 21.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 28.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 05.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 12.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 19.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 26.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 02.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 09.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal A, NIG 4.Stock
  • Dienstag 16.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum D, NIG 4. Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In der Vorlesung beschäftigen wir uns einerseits mit der Intersektionalitäts-Debatte, andererseits mit den Critical Whiteness Studies und den wichtigsten theoretischen Positionen und Grundlagen der beiden Ansätze. Diese sind durch die Rassismustheorie miteinander verknüpft und im Wesentlichen gesellschaftskritisch bzw. gesellschaftsverändernd angelegt. Die Vorlesung beleuchtet die historischen Wurzeln und wichtige wissenschaftstheoretische Entwicklungen sowie zentrale Grundlagen und Theoreme der Auseinandersetzung mit Intersektionalität und „Weiß-Sein“/ „Whiteness“. Die Debatte um die Verwobenheit unterschiedlicher ungleichheitsgenerierender Kategorisierungen, die im Intersektionalitäts-Paradigma mündete, basiert maßgeblich auf den Analysen der „Black Feminists“, „Women of Color“, Queer Studies/Theory sowie der Critical Race Theory. Ebenso forderten diese im Rahmen ihrer rassismuskritischen Analysen, den Blick zurückzuwenden auf das „Subjekt“ des Rassismus und die damit verknüpften Positionierungen und Privilegiertheiten, dies mündete nicht zuletzt in den Critical Whiteness Studies, wobei wiederum ein intersektioneller Fokus relevant ist. Die hier formulierten Positionen, auch im Hinblick auf (meist unbewusste bzw. nicht wahrgenommene) Privilegien, die mit „Whiteness“ verbunden sind, lösten auch im deutschsprachigen Raum Diskussionen aus. So wird auch der Frage nach der Übertragbarkeit dieser Konzepte und Analysen auf den europäischen bzw. deutschsprachigen Kontext einiger Raum gewidmet, mit dem Ziel einer selbstkritischen Reflexion. Diese Konzepte haben, gemeinsam mit den Gender-Studies, wichtige Impulse für eine kritische Gesellschaftsanalyse geliefert und besitzen auch große Relevanz für die Theoriebildung und aktuelle Debatten der KSA, denen wir uns in der Vorlesung ebenfalls widmen wollen.
Methode: Vorträge der LV-Leiterinnen, unterstützt durch Powerpoint-Präsentationen, Filmbeispiele/digitale Medien; Diskussion; selbstständige Erarbeitung ergänzender Pflichtliteratur sowie einer themenspezifischen wissenschaftlichen Abhandlung. Die LV wird E-Learning unterstützt geführt, es wird dazu ein Kurs auf der Moodle-Plattform eingerichtet.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Prüfung in Präsenz (am Ende des Semesters + 3 weitere Termine), 2 offene Fragen werden gestellt, die beide schriftlich zu beantworten sind; plus vor Beginn der Prüfung Abgabe einer themenspezifischen wissenschaftlichen Abhandlung (laut Vorgaben).

Bei der schriftlichen Prüfung vor Ort sind keine Hilfsmittel erlaubt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Teilnahme an der schriftlichen Prüfung.
Keine Anwesenheitspflicht in der Vorlesung – eine Teilnahme ist jedoch empfehlenswert.
Für eine positive Beurteilung müssen 50 % der möglichen Punkte (24 von gesamt 48) erreicht werden: 2/3 bei der schriftlichen Prüfung (max. 32), 1/3 für die wissenschaftliche Abhandlung (max. 16). Details in der 1. EH und auf den Folien.
Die Bewertung erfolgt nach folgendem Punkteschema: Sehr gut = 43–48 Punkte; gut = 36–42,99 Punkte; befriedigend = 30–35,99 Punkte; genügend = 24–29,99 Punkte; nicht genügend = 0–23,99 Punkte.

Prüfungsstoff

Abgabe einer themenspezifischen wissenschaftlichen Abhandlung;
Vorlesungsinhalte, dazu werden die Folien der Powerpoint-Präsentation auf Moodle bereitgestellt;
Wissenschaftliche Artikel sowie Ausschnitte aus Büchern, die in der VO behandelt und vorgestellt werden, sind ebenfalls Teil des Prüfungsstoffes (z.T. auch als Pflichtliteratur);
Gesamte vorgegebene Pflichtliteratur (Selbststudium);
Die Literatur wird, je nach Verfügbarkeit, auf dem zur VO eingerichteten Kurs auf der Moodle-Plattform verlinkt oder bereitgestellt bzw. befindet sich im Handapparat zur VO der FB-KSA;
Weitere bereitgestellte Inhalte auf Moodle: Links, Audiovisuelles Material.

Literatur

Weitere relevante Literatur wird zu Beginn des Semesters bzw. in den jeweiligen Vorlesungs-Einheiten bekannt gegeben.
Ahmed, Sara. 2007. A phenomenology of whiteness. In: Feminist Theory, 8(2), 149–168
Alinia, Minoo. 2015. On Black Feminist Thought: thinking oppression and resistance through intersectional paradigm. In: Ethnic and Racial Studies, 38(13), 2334-2340.
Amesberger, Helga/Halbmayr, Brigitte. 2008. Das Privileg der Unsichtbarkeit. Rassismus unter dem Blickwinkel von Weißsein und Dominanzkultur, Wien
Andreassen, Rikke/Lundström, Catrin/Keskinen, Suvi/Tate, Shirley Anne (eds.). 2023. The Routledge international handbook of new critical race and whiteness studies, London
Anthropology of White Supremacy. Special Section. In: American Anthropologist, 122(1).
Beliso-De Jesús, Aisha M./Pierre, Jemima/Rana, Junaid. 2023. White Supremacy and the Making of Anthropolog. In: Annual Review of Anthropology, 52: 417–435.
Bonilla-Silva, Eduardo. 2020. Racism without Racists. Color-Blind Racism and the Persistence of Racial Inequality, Lanham et al.
Brah, Avtar and Ann Phoenix. 2004. Ain’t I A Woman? Revisiting Intersectionality. In: Journal of International Women’s Studies 5(3): 75–86.
Crenshaw, Kimberlé 1989. Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine. Feminist Theory, and Antiracist Politics. In: University of Chicago Legal Forum: 139–167.
Davis, Kathy. 2010. Intersektionalität als „Buzzword“. Eine wissenschaftssoziologische Perspektive auf die Frage „Was macht eine feministische Theorie erfolgreich?“. In: Lutz, Helma et al. (Hg.). Fokus Intersektionalität. Bewegungen und Verortungen eines vielschichtigen Konzeptes, Heidelberg: 55–68.
DiAngelo, Robin. 2020. Wir müssen über Rassismus sprechen. Was es bedeutet, in unserer Gesellschaft weiss zu sein, Hamburg.
Eggers, Maureen Maisha et al. (Hg.): 2005. Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland, Münster.
Frankenberg, Ruth. 1996. Weiße Frauen, Feminismus und die Herausforderung des Antirassismus. In: Fuchs/Habinger (Hg.): Rassismen & Feminismen ... Wien: 51-66.
Fuchs, Brigitte/Habinger, Gabriele (Hg). 1996. Rassismen & Feminismen. Differenzen, Machtverhältnisse und Solidarität zwischen Frauen, Wien.
Garner, Steve. 2007. Whiteness. An Introduction, London/New York.
Grzanka, Patrick (ed.). 2019. Intersectionality. Foundations and Frontiers, New York/Oxon.
Hess, Sabine/Langreiter, Nikola/Timm, Elisabeth (Hg.). 2011. Intersektionalität revisited. Empirische, theoretische und methodische Erkundungen, Bielefeld
Kelly, Natasha A. (Hg.). 2019. Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte, Münster.
McCall, Leslie. 2005. The Complexity of Intersectionality. In: Signs 30(3), pp. 1771–1800.
Nash, Jennifer C./Pinto, Samantha (eds.). 2023. The Routledge Companion to Intersectionalities, London
Reni Eddo-Lodge. 2019. Warum ich nicht länger mit Weissen über Hautfarbe spreche, Leipzig.
Tate, Shirley Anne. 2022. From Post-Intersectionality to Black Decolonial Feminism. Black Skin Affections, London
Walgenbach, Katharina. Intersektionalität – eine Einführung. Online unter: http://portal-intersektionalitaet.de/uploads/media/Walgenbach-Einfuehrung.pdf
Walgenbach, Katharina/Dietze, Gabriele/Hornscheidt, Antje/Palm Kerstin (Hg.). 2007. Gender als interdependente Kategorie. Neue Perspektiven auf Intersektionalität, Diversität und Heterogenität, Opladen/Farmington Hills.
Walgenbach, Katharina/Reher, Friederike. 2016. Reflecting on privileges: Defensive strategies of privileged individuals in anti-oppressive education. In: Review of Education, Pedagogy, and Cultural Studies, 38(2): 89–210.
Wiedemann, Charlotte. 2019. Der lange Abschied von der weißen Dominanz, München.
Winker, Gabriele/Degele, Nina. 2010. Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten, Bielefeld
Yuval-Davis, Nira. 2006. Intersectionality and Feminist Politics. In: European Journal of Women’s Studies 13(3): 193–209.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 02.06.2026 16:47