Universität Wien FIND

030524 SE Roman Concepts of Contract and their Influence on the European Legal Traditions (2019W)

for diploma and doctoral students

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 3 - Rechtswissenschaften
Continuous assessment of course work

Anmeldung per E-Mail: magret.altrichter@univie.ac.at

Registration/Deregistration

Details

Language: German

Lecturers

Classes

Vorbesprechung: Montag, 07.10.2019, von 09.30-10.00 Uhr im Seminarraum des Instituts für Römisches Recht

TERMINE:
FR 10.1.2020 von 9.00-17.00 Uhr
MO 13.1.2020 von 13.30-18.00 Uhr
DI 14.1.2020 von 13.30-18.00 Uhr
DO 16.1.2020 von 13.30-18.00 Uhr
FR 17.1.2020 von 13.30-18.00 Uhr

Alle Termine finden im Seminarraum des Instituts für Römisches Recht statt.


Information

Aims, contents and method of the course

Den Römischen Juristen sind die Grundlehren des Vertrages als zentraler Rechtsfigur des Privatrechts zu verdanken. Auf Marcus Antistius Labeo (gest. zwischen 10 und 21 n.Chr.) geht die erste Konzeption des synallagmatischen Vertrages zurück (D. 50.16.19). Auch Aristo (zw. I und II Jhr. n.Chr.) sieht in der von Aristoteles übernommenen Idee des synallagma, das sich in der Idee der causa entfaltet, das Wesen des Vertrages (D. 2.14.7.2). Der Jurist Sextus Pedius (zw. I und II Jhr. n.Chr.) sieht dagegen die Natur des Vertrages in der conventio im Sinne der übereinstimmenden Willenserklärungen. (D. 2.14.1.3).
Zu den Leistungen römischer Juristen gehören auch erste Systematisierungen der rechtsgeschäftlichen Akte. Die Spuren einer ersten Systematik der rechtsgeschäftlichen Akte findet man schon bei Quintus Mucius Scaevola (D. 43. 6.80). Gaius (II Jhr. n.Chr.) entwickelt in einer (noch heute aktuellen) Gliederung der Verträge nach der Art ihrer Entstehung (re, verbis, litteris, consensu) die Ideen von Quintus Mucius Scaevola (gest. 82 v. Chr.) weiter. Außerdem schlägt der Spätklassiker Ulpian eine Systematisierung der conventiones iuris gentium (D. 2.14.7 pr.-1) vor, welche die mittelalterliche Theorie über pacta beeinflusst hat.
Die im römischen Recht zum ersten Mal ausgearbeiteten konzeptionellen Grundlagen des Vertrages (contractus) bestimmen die Diskussionen und den wissenschaftlichen Diskurs im Laufe der Rezeption des Römischen Rechts im Mittelalter und in der Neuzeit.
So haben die mittelalterlichen Juristen die Aufmerksamkeit nicht mehr den Verträgen gewidmet, sondern den pacta, d.h. formlosen Vereinbarungen. Sie haben ua eine Theorie über pacta nuda und pacta vestita ausgearbeitet, die auch noch der aktuellen Zivilrechtsdogmatik über die Form des Vertrages zu Grunde liegt.
Auch die Ideen der Gegenseitigkeit und des synallagma stoßen auf Interesse bei den Juristen des Mittelalters und der Neuzeit dank eines neuerlichen Rückgriffes auf Aristoteles. Die Diskussion über die Gegenseitigkeit unter Hugo Grotius (1583 - 1645) und François Connanus (1508-1551) zeigt, dass die von den römischen Rechtsgelehrten – Labeo und möglicherweise von Aristo – entwickelte Theorie zum synallagma aktuell bleibt.
Die Rezeption der römischen Konzeption von „causa“ hat in erster Linie das französische und das italienische Modell des Vertrages bestimmt. Die Theorie über consensus als zentrales Element des Vertrages beeinflusst durch das Naturrecht die deutsche Pandektistik und die aktuelle deutsche Zivilrechtsdogmatik, die nun nicht mehr vom Vertrag, sondern vom Rechtsgeschäft spricht.
Von den Studierenden wird erwartet, auf Basis der bei der Vorbesprechung bekanntgegebenen Literatur ein Referat im Umfang von ca. 20 Minuten abzuhalten.

Assessment and permitted materials

Die Leistungsbeurteilung erfolgt auf Basis eines Referats (20 Minuten + Diskussion) und der Diskussionsbereitschaft im Rahmen der Präsenzeinheiten. Es herrscht Anwesenheitspflicht in allen Seminareinheiten, jedoch kann, wo nötig, eine Einheit mit Entschuldigung versäumt werden.
Sie sind eingeladen eine Seminararbeit für Diplomand*innen oder Dissertant*innen abzufassen. Bei Interesse wenden Sie sich diesbezüglich bitte an die Seminarleiter*innen.

Minimum requirements and assessment criteria

Die Abhaltung des Referats inklusive Handouts oder PowerPointPräsentation und Mitarbeit.

Examination topics

Dem Referatsthema entsprechende Quellen und Sekundärliteratur

Reading list

Spezifische Literatur für Ihr jeweiliges Thema sollten Sie in Eigenregie u.a. in der Institutsbibliothek finden.

Association in the course directory

Last modified: Tu 01.10.2019 11:47