Universität Wien
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133241 PS Proseminar: Reading scandinavian literatures through a postcolonial lense (2026S)

Continuous assessment of course work
ON-SITE

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

max. 35 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

OBS: Die LV beginnt am 03.03.2026 und findet wöchentlich dienstags 11:30-13:00 Uhr statt. Bitte erscheint unbedingt persönlich zur ersten LV-Einheit. Angemeldete Studierende, die ohne triftigen Grund der ersten LV-Einheit fernbleiben, können ggf. wieder abgemeldet werden, um bei Bedarf kurzfristig frei gewordene Plätze an Personen auf der Warteliste zu vergeben.

  • Tuesday 03.03. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 10.03. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 17.03. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 24.03. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 14.04. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 21.04. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 28.04. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 05.05. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 12.05. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 19.05. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 26.05. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 02.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 09.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 16.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 23.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01
  • Tuesday 30.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 12, Kolingasse 14-16, OG01

Information

Aims, contents and method of the course

Beim Stichwort ‚postkoloniale Lektüren‘ mag man zuerst an die englische-anglophone, französische-frankophone oder spanische-lateinamerikanische Literatur denken: Doch die skandinavischen Länder, deren ehemalige Kolonien und die Situation von Minoritäten oder indigenen Gruppen im Norden belegen, dass die oft als vorbildlich geltenden ‚nordischen‘ Kulturen ebenfalls eine koloniale Vergangenheit haben.
Nicht erst Donald Trumps Annexionsfantasien gegenüber Grönland, das sich in Folge des Kolonialismus in einem Verbund („rigsfӕlleskab“) mit Dänemark befindet, rufen die vielfältigen kolonialen Verstrickungen Skandinaviens ins Gedächtnis. Historisch betrachtet fanden und finden sich in Skandinavien sogar „all variations of experience, from colonizing powers, to colonies themselves” (Loftsdóttir / Jensen 2012, 1): Beispiele sind das Kolonialreich Dänemarks, das vom Atlantik bis in die Karibik reicht(e), der Umgang der Nationalstaaten mit der indigenen Gruppe der Sámi in Nordnorwegen und -schweden oder nation building-Prozesse in Norwegen und Island zu Beginn des 19. bzw. 20. Jahrhunderts.

Ziele:
In der LV werden wir uns historisches und sozio-ökonomisches Grundwissen über skandinavische kolonialgeschichtliche Zusammenhänge aneignen. Außerdem beschäftigen wir uns eingehend mit grundlegenden Konzepten und Theorien der postcolonial studies, darunter der Orientalismusbegriff (Edward Said), Mimikry (Homi Bhabha) und Kolonialität (Aníbal Quijano/Walter Mignolo). Am Ende der LV soll eine Proseminararbeit entstehen. Zur Vorbereitung darauf werden wir uns mit Grundfragen wissenschaftlichen Arbeitens beschäftigen und lernen, Sekundärliteratur zu exzerpieren, eine eigene Forschungsfrage zu formulieren und das Konzept der Proseminararbeit mündlich zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. In der Proseminararbeit werden schließlich die in der LV erarbeiteten theoretischen Blickwinkel gemäß literaturwissenschaftlicher Standards auf skandinavische Literaturen angewendet. Natürlich sind auch komparatistische Arbeiten nach Rücksprache mit der LV-Leiterin möglich.

Inhalte:
Die theoretische Seite der LV, in der wir uns postkoloniale Theorien erarbeiten und diskutieren, wird durch Lektüren skandinavischer Literaturen ergänzt. Dabei werfen wir einen zeitlich und räumlich möglichst breiten Blick auf Skandinavien: Von der Romantik über die Moderne bis zur Gegenwart, von Schweden bis nach Grönland. Wir beginnen im 19. Jahrhundert: neben dem Reisebericht En Digters Bazar (Eines Dichters Bazar, 1842) von Hans Christian Andersen, der (vielleicht wenig überraschend) märchenhafte Züge trägt, beschäftigen wir uns mit dem dramatischen Gedicht Peer Gynt (1867) von Henrik Ibsen, das auch heute noch weltweit inszeniert wird (gerade am Akademietheater). Die nächste Station ist die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts: Hier analysieren wir Out of Africa/Den afrikanske Farm (1937) von Karen Blixen/Isak Dinesen, das den Unmut des leider jüngst verstorbenen kenianischen Intellektuellen Ngũgĩ wa Thiong’o auf sich zog, und Íslandsklukkan (Die Islandglocke, 1943-1946) vom isländischen Nobelpreisträger Halldór Laxness. Das Korpus wird durch zwei Texte aus der Gegenwartsliteratur abgerundet: Wir lesen Auszüge aus Linnea Axelssons epischem Gedicht Ædnan (2018), das mit dem schwedischen Augustpriset ausgezeichnet wurde, und aus dem Roman Naasuliardarpi/Blomsterdalen (Das Tal der Blumen, 2020; TW: Suizid), für den die Autorin Niviaq Korneliussen als erste Grönländerin überhaupt den Literaturpreis des Nordischen Rates erhielt. Für die Lektüren und Diskussionen sind Vorkenntnisse in skandinavischen Sprachen eine willkommene Bereicherung, aber keine Pflicht – alle Texte liegen auch in deutscher oder englischer Übersetzung vor.

Methoden:
Die LV besteht aus Inputs durch die LV-Leiterin, Impulsreferaten durch die Studierenden und der gemeinsamen Diskussion der Primär- und Sekundärliteratur in Kleingruppen und im Plenum.

Assessment and permitted materials

OBS: Diese LV richtet sich neben Studierenden der Skandinavistik auch explizit an Studierende der Komparatistik. Sie ist für Modul 3 Literaturtheorie anrechenbar. Da der im Curriculum vorgesehene Leistungsumfang hier 5 ECTS umfasst, wird von den Komparatist*innen eine Zusatzleistung in Form eines kurzen Essays (ca. 5 Seiten) zu einem selbstgewählten Thema mit LV-Bezug gefordert (Abgabefrist: 30.06.26). Näheres dazu in der ersten Einheit (03.03.26). Für die Proseminararbeit sind komparatistische Fragestellungen, die auf der Basis postkolonialer Ansätze skandinavische Texte zu Texten anderer Literaturen in Beziehung setzen, erwünscht.

Für einen positiven Abschluss der LV sind zu leisten:
- Proseminararbeit (10-12 Seiten)
- Referat inkl. Handout (in Gruppen)
- Exzerpt (2-3 Seiten)
- mündliche und schriftliche Mitarbeit sowie Lektüre der Texte
- regelmäßige Teilnahme am Seminar (max. 2 Abwesenheiten)
- zusätzlich für Komparatist*innen: Essay (5 Seiten)

Erlaubte Hilfsmittel: Jegliche Hilfsmittel sind erlaubt, solange Eigenständigkeit und wissenschaftliche Integrität gewährleistet sind. Der Einsatz von KI ist nur nach Rücksprache mit der LV-Leiterin gestattet.

Minimum requirements and assessment criteria

Für eine positive Note sind mindestens 50% der Punkte erforderlich (sehr gut: 90%, gut: 75%, befriedigend: 60%). Auch die Proseminararbeit muss positiv benotet sein.

Die Gesamtpunktzahl (max. 100) setzt sich dabei folgendermaßen zusammen:
- Proseminararbeit (siehe „Richtlinien zur Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten“ auf der Homepage der Skandinavistik): max. 60
- Referat inkl. Handout: max. 15
- Exzerpt: max. 15
- mündliche und schriftliche Mitarbeit sowie Lektüre der Texte: max. 10

Die Studierenden der Komparatistik (Anrechnung unter Modul 3 Literaturtheorie, 5 ECTS) müssen zusätzlich einen Essay abgeben, der positiv bewertet werden muss.

Examination topics

Prüfung = Lehrveranstaltung (prüfungsimmanent)

Reading list

Said, Edward W.: Orientalism. London 2003 [1978].
Bhabha, Homi K.: The Location of Culture. Oxon/New York 2004 [1994].
Mignolo, Walter D.: The Darker Side of Western Modernity. Global Futures, Decolonial Options. Durham/London 2011.
Grosfoguel, Ramón: „Decolonizing Post-Colonial Studies and Paradigms of Political-Economy: Transmodernity, Decolonial Thinking, and Global Coloniality“. In: Transmodernity 1(1), 2011, 1–36. https://doi.org/10.5070/T411000004

Göttsche, Dirk, Axel Dunker und Gabriele Dürbeck (Hgg.): Handbuch Postkolonialismus und Literatur. Stuttgart 2017.
Heede, Dag, Anne Heith und Ann-Sofie Lönngren (Hgg.): Rethinking National Literatures and the Literary Canon in Scandinavia. Newcastle-upon-Tyne 2015.
Heitmann, Annegret: „(Un-)Gerechtigkeit in Isak Dinesens / Karen Blixens Out of Africa / Den afrikanske Farm“. In: Packard, Stephan, Sebastian Donat, Virginia Richter und Roger Lüdeke (Hgg.): Poetische Gerechtigkeit. Düsseldorf 2012, 259–279.
Ipsen, Pernille und Gunlög Fur: „Introduction“. In: Itinerario XXXIII(2), 2009, 7–16.
Kerner, Ina: Postkoloniale Theorien zur Einführung. Hamburg 2012.
Körber, Lill-Ann und Ebbe Volquardsen (Hgg.): The Postcolonial North Atlantic. Iceland, Greenland and the Faroe Islands. Berlin 2014.
Lazarus, Neil (Hg.): The Cambridge Companion to Postcolonial Literary Studies. Cambridge 2004.
Loftsdóttir, Kristín und Lars Jensen (Hgg.): Whiteness and Postcolonialism in the Nordic Region. Exceptionalism, Migrant Others and National Identities. London/New York 2012.
Loftsdóttir, Kristín: Crisis and Coloniality at Europe’s Margins. Creating Exotic Iceland. London/New York 2019.
Ngũgĩ wa Thiong’o: „Her Cook, Her Dog: Karen Blixen’s Africa“. In: Moving the Centre. The Struggle for Cultural Freedoms. London/Nairobi/Portsmouth 1993, 132–135.
Oxfeldt, Elisabeth: Nordic Orientalism. Paris and the Cosmopolitan Imagination 1800-1900. Kopenhagen 2005.
Wennerscheid, Sophie: „Karen Blixen: Out of Africa (1937)“. In: Handbook of Autobiography / Autofiction, Hg. Martina Wagner-Egelhaaf, Berlin/Boston 2019, 1794–1805. https://doi.org/10.1515/9783110279818-147

Eine vollständige Literaturliste wird zu Beginn des Semesters auf Moodle zur Verfügung gestellt.

Association in the course directory

SKB240

Last modified: Mo 27.07.2026 09:26