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135823 KO KO: The Uncanny: Haunted Houses in the Literature by Women (2020W)

Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

max. 32 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Update (3.11.): Die LV wird aufgrund der neuen Bestimmungen die gesundheitliche Lage betreffend bis auf Weiteres gänzlich digital durchgeführt.

Update (24.9.): Die Lehrveranstaltung wird einen digitalen Schwerpunkt haben – mit einzelnen Präsenzeinheiten in kleineren Gruppen. 'Hybride Lehre' heißt bezogen auf dieses Proseminar also konkret: eine Kombination aus Videoschaltungen (BigBlueButton), Diskussionsbeiträgen in Moodle-Foren und Präsenzeinheiten. Ich schicke an alle Studierenden, die für den Kurs angemeldet sind, vor der ersten Einheit ein E-Mail mit konkreten Informationen zum weiteren Ablauf aus.

Tuesday 06.10. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 13.10. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 20.10. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 27.10. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 03.11. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 10.11. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 17.11. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 24.11. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 01.12. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 15.12. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 12.01. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 19.01. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG
Tuesday 26.01. 17:45 - 19:15 Hybride Lehre
Seminarraum 2 Sensengasse 3a 1.OG

Information

Aims, contents and method of the course

„A haunted house is the site/sight upon which collective anxieties converge.“ (Cavallaro 2002: 86)

Frauen haben in Schauergeschichten immer schon eine zentrale Rolle eingenommen, sei es als Hexen, Vampire oder Geister – unheimliche Verführerinnen, denen die Macht nachgesagt wurde, das Leben anderer zu zerstören. Autorinnen haben sich diese Archetypen angeeignet, sie verkomplexifiziert und teilweise auch in ihr Gegenteil verkehrt, um ihre eigenen Realitäten widerzuspiegeln. Unter ihnen sticht, insbesondere in der englischsprachigen Literatur, das Geister- oder Spukhaus – literarisches Motiv, Trope und manchmal auch Figur – besonders hervor: Die unheimliche Doppelgänger*in des perfekten häuslichen Raumes, nach dem Autorinnen, Erzählerinnen und/oder Protagonistinnen eigentlich streben sollten.
Sigmund Freud definiert "Das Unheimliche" in seinem gleichnamigen Essay aus dem Jahr 1919 als „das Heimlich-Heimische, das eine Verdrängung erfahren hat und aus ihr wiedergekehrt ist“ (Freud 1999: 259). Obgleich das Heim oder Haus dem Unheimlichen bereits begrifflich eingeschrieben ist und darüber hinaus eine psychoanalytische Lieblingsmetapher darstellt („...daß das Ich nicht Herr sei in seinem eigenen Haus“), spielt das Geisterhaus in Freuds Essay eine untergeordnete Rolle. Das ist auch deshalb verwunderlich, da er die Wiederkehr von Toten, Geistern und Gespenstern als etwas beschreibt, das vielen Menschen in „allerhöchstem Grade unheimlich erscheint“ und weiter: „Wir haben ja gehört, daß manche moderne Sprachen unseren Ausdruck: ein unheimliches Haus gar nicht anders wiedergeben können als durch die Umschreibung: ein Haus, in dem es spukt. Wir hätten eigentlich unsere Untersuchung mit diesem, vielleicht stärksten Beispiel von Unheimlichkeit beginnen können [...]“ (255). Es handelt jedoch nur eines der zahlreichen literarischen Beispiele, die Freud zur Beschreibung des Unheimlichen heranzieht, von einem Haus, in dem es spukt. Interessanterweise stammt gerade dieser Text – die Erzählung "Inexplicable" (1902) –, den Freud ohne Autor*innen- und Titelangabe referiert, von einer Frau: L[ucy]. G[ertrude]. Moberly, die ihr Geschlecht jedoch hinter ihren Initialen verbirgt.
Was Freud verabsäumte, hat die feministische Literaturwissenschaft in den 1970er/80er Jahren nachgeholt, indem sie das subversive – unheimliche – Potential des “female gothic” (Ellen Moers 1976) und der "Madwoman in the Attic" (Sandra Gilbert & Susan Gubar 1979) des 19. Jahrhunderts herausstrich: „Haunted houses became metonymies for the haunted psyche and body, and beyond, for the dark frustrations experienced by women as women, but also as marginalized or repressed artists. As a symbol of possession, the haunted house saw its meaning literally upset as it was turned into a deliberately flaunted representation of the subconscious, within a critique of gender and class politics.“ (Michlin 2012) Spätestens seit Toni Morrisons radikalem Roman "Beloved" (1987) verkörpert das Geisterhaus auch individuelle und kollektive Traumata, die die Lebenden – Charaktere wie auch Leser*innen – zwingen, sich mit einer Geschichte rassistischer Gewalt auseinanderzusetzen.

Anhand von punktuellen close readings ausgewählter Texte aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert werden wir uns im Wintersemester einer ausschnitthaften Sozialgeschichte des Geisterhauses in der anglophonen Literatur von Frauen* widmen. Der Fokus liegt dabei weniger auf Gattungsfragen (gothic, horror), sondern vielmehr auf dem unheimlichen Potenzial des Geisterhauses und darauf, wie sich dieses in der Literatur von Frauen manifestiert. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Verschränkung der Identitäts- und Strukturkategorien Gender, Klasse und race.

Assessment and permitted materials

(je nach Gesundheitslage in Präsenz oder digital)
- Mitarbeit
- regelmäßige Lektüre und Vorbereitung von Texten
- Expert*innenrolle in einem Round Table
- Abschlussarbeit

Minimum requirements and assessment criteria

Es werden laufend kürzere Texte oder Textausschnitte (die im Vorhinein auf Moodle bereitgestellt werden) zu lesen und vorzubereiten sein. Da die meisten Texte auf Englisch verfasst sind, wird eine gute Kenntnis der englischen Sprache bzw. die Bereitschaft, sich intensiv mit englischsprachigen Texten auseinanderzusetzen, vorausgesetzt.
Mindestanforderung, um das KO positiv abzuschließen, ist die regelmäßige Teilnahme bzw., im Falle des (teilweise) digitalen Unterrichts, eine regelmäßige Mitarbeit / Aktivität auf Moodle sowie die Abgabe einer Abschlussarbeit.
Jede*r Studierende hat im Laufe des Semesters einmal als Expert*in an einem Round Table teilzunehmen, bei dem ein fiktionales Werk im Fokus steht (die Fokusgruppen/Werke werden zu Beginn des Semesters kommuniziert, jede*r kann sich dann für eine/s entscheiden). Es wird in einer kleinen Runde von Expert*innen (je nach Gruppengröße ca. 4–6 Studierende), die alle denselben Roman gelesen und sich im Vorfeld intensiv damit auseinandergesetzt haben, über diesen und insbes. die 'unheimliche' Darstellung von Geisterhäusern darin, gesprochen. Ich stelle vorab Diskussionsfragen zur Orientierung zur Verfügung und werde das Gespräch moderieren. Alle Kolleg*innen, d.h. auch jene, die gerade nicht als Expert*innen fungieren, sind eingeladen, sich mit Fragen und Anmerkungen zu beteiligen.
Am Ende des Semesters (bis spätestens 30.4.2021) ist eine Abschlussarbeit (optional auf Deutsch oder Englisch) abzugeben, die vorab in Form eines Themenvorschlags (inkl. Kurzbibliografie) mit mir abgesprochen wurde.

Die Endnote setzt sich folglich aus vier Teilleistungen zusammen:
1. Aktive Mitarbeit (15%)
2. Teilnahme als Expert*in am Round Table (20%)
3. Abgabe eines Themenvorschlags inkl. Kurzbibliografie (15%),
4. Abgabe der Abschlussarbeit im Umfang von 10–15 Seiten (50%).

Examination topics

Die während des Semesters besprochene Literatur. Die theoretischen und (kürzeren) fiktionalen Texte (Erzählungen, Kurzgeschichten), die wir in den ersten Einheiten besprechen, sind von allen verpflichtend zu lesen / vorzubereiten. Es wird zu Beginn des Semesters ein Reader mit den relevanten Texten bei Facultas (NIG) aufliegen.
Die (längeren) Primärwerke (Romane), die in den Round Tables diskutiert werden, sind von den Expert*innen komplett zu lesen. Jede*r Studierende wird während des Semesters einmal in der Expert*innenrolle sein, d.h. es ist ein Roman pro Person verpflichtend komplett zu lesen. Für die Kolleg*innen, die bei den Round Tables als Zuhörer*innen anwesend sind, sind im Reader enthalten.

Reading list

Sekundärliteratur (Auswahl):

Melissa Edmundson: „Women Writers and Ghost Stories“. In: Scott Brewster/Luke Thurston (Hg.): The Routledge Handbook to the Ghost Story. New York: Routledge 2018, S. 69-77.

Sigmund Freud: „Das Unheimliche [1919]“. In: Ders.: Gesammelte Werke chronologisch geordnet. Unter Mitwirkung v. Marie Bonaparte. Hg. v. Anna Freud et al. 18 Bde. u. ein Nachtragsbd. Bd. XII: Werke aus den Jahren 1917–1920. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1999, S. 229–268. Online verfügbar unter: http://www.pep-web.org.uaccess.univie.ac.at/document.php?id=gw.012.0229a#p0229

Primärliteratur (Auswahl):

Charlotte Perkins Gilman: „The Yellow Wallpaper“ [1892]. In: Dies.: Herland and The Yellow Wallpaper. With an introduction by Lindy West. London: Vintage 2015, S. 195–216.

Shirley Jackson: „The Lovely House“ [1950]. In: Joyce Carol Oates (Hg.): American Gothic Tales. New York: Plume 1996, S. 204–225.
–– The Haunting of Hill House. London: Penguin 2009 [1959].

Jac Jemc: The Grip of It. London: Titan 2019 [2017].

L. G. Moberly: „Inexplicable [1917].“ In: Jack Adrian (Hg.): Strange Tales from The Strand. Oxford/New York: Oxford University Press 1991, S. 183–195.

Toni Morrison: Beloved. London: Vintage 2016 [1987].

Helen Oyeyemi: White is for Witching. London: Picador 2009.

Charlotte Riddell: „The Old House in Vauxhall Walk“ [1882], http://gutenberg.net.au/ebooks06/0606251.txt

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MA M2

Last modified: We 11.11.2020 19:09