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170604 SE MA 1.1. "Forms of Staging and Aesthetic Perception" (2019W)

Nature - Culture - Media

Continuous assessment of course work

Anmeldung: Die selbstständige Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend. Eine nachträgliche Anmeldung ist nicht möglich. Die Anmeldezeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit: Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung. Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Weitere Infos zum Studium finden Sie unter https://spl-tfm.univie.ac.at/

Registration/Deregistration

Details

max. 30 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Friday 25.10. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Friday 08.11. 15:00 - 18:15 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Saturday 09.11. 15:00 - 18:15 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sunday 10.11. 13:00 - 16:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Saturday 11.01. 15:00 - 18:15 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sunday 12.01. 13:00 - 16:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Aims, contents and method of the course

Das Verhältnis von Natur und Kultur ist seit jeher ambivalent zu denken. Einerseits bedeutet Kultur Emanzipation von Natur. So lassen sich schon die frühen Mythen als Versuche verstehen, die Natur berechenbar zu machen. Auf der anderen Seite bedeutet Emanzipation hier nicht, dass Natur und Kultur in ihrer Konstitution als voneinander unabhängig gedacht werden können. Im Gegenteil bedingt es gerade die Differenz beider, dass Natur in ihrer Geltung jeweils, d.h. historisch sich verändernd, kulturell konstituiert ist.

Die bürgerliche Gesellschaft sah sich schließlich an einen Stand gelangt, in welcher die Emanzipation von der Natur allumfassend geglückt, Naturbeherrschung technisch-industriell zum Höhepunkt gekommen ist. Doch mit der Krise des bürgerlichen Zeitalters, ab Mitte des 19. Jahrhunderts, zeigte sich, dass mit der gesteigerten Naturbeherrschung die Verdichtung von in ihrer Unverfügbarkeit dem Naturhaften verwandten Strukturen, dass damit Entfremdung, Verdinglichung und „zweite Natur“ (Georg Lukács) einhergegangen waren.
Naturzwang, so zeigte es sich Beobachtern dieser Zeit der „Remythisierung“, steckt nicht nur in den Naturgewalten bzw. in „erster Natur“, sondern auch in kulturellen Formalisierungen, Verfestigungen, Reifizierungen etc.

Ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts nahm die Problematisierung des Natur–Kultur-Zusammenhanges eine neue Wendung, die sich zum einen aus dekolonialen Bestrebungen und Bewegungen, zum anderen auf dem Feld einer Neuorientierung v.a. der Ethnologie ergaben: Im Lichte des Interesses an nicht-europäischen Denkmuster und im Zuge der dabei erfolgenden Relativierung europäischer Rationalität rückte auch die Frage der Neuorientierung oder gar Pluralisierung von Natur-Kultur-Relationen in den Mittelpunkt, wobei der Anspruch hierbei nicht allein auf das Feld der Erkenntnistheorien beschränkt blieb.

Im Zuge sogenannter „posthumanistischer“ Theorie-Strömungen wurde diese Perspektive über die letzten ca. dreißig Jahre verschärft, indem nicht mehr allein die Evidenz „eurozentrischer“ Muster der Differenz von Natur und Kultur infrage gestellt wurde, sondern die Legalität der Differenz selbst: Lässt sich, so die Grundfrage, überhaupt eine Grenze zwischen Mensch und Natur, Kultur und Natur, Gesellschaft und Natur ziehen? Medientechnologien, denen eine posthumanistische Kraft zugerechnet wird, sowie posthumanistische Ökologie-Theorien und -Theoreme (Anthropozän-Theorem, Gaia-Theorem), taten ihr Übriges.

Das Seminar soll hier versuchen, eine Orientierung und kritische Reflexion zu ermöglichen. Es ist als Lektüre-Seminar angelegt, d.h. es sollen zentrale Texte zu jeder der genannten Strömungen (und, falls gewünscht, auch darüber hinaus) gelesen und gemeinsam offen und kritisch diskutiert werden.

Assessment and permitted materials

Angedacht ist eine Hausarbeit, sowie ein Referat. Gewichtung: 75/50 Prozent

Minimum requirements and assessment criteria

Es gibt keine Vorab-Bedingungen. Bereitschaft und Muße zum Lesen von Texten aus verschiedenen, mehrheitlich theoretischen Fachbereichen sind wünschenswert.

Examination topics

Prüfungstexte (Auswahl) oder Hausarbeitsthema

Reading list

Den konkreten Seminarplan besprechen wir in der ersten Sitzung.

Folgende Literaturbeispiele können aber vielleicht einen ersten Eindruck vermitteln (wobei Ihre Meinung und Kritik auch bei der Seminarplanung in selben Maße gewünscht ist, sofern Sie mögen):

Theodor W. Adorno: Die Idee der Naturgeschichte (1932). Gesammelte Schriften, Bd. 1: Philosophische Frühschriften. Frankfurt a.M. 1973, S. 325-344.

Theodoer W. Adorno/Max Horkheimer (1947): Mensch und Tier. In: Dies., DIalektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt a.M. 19

Philippe Descola: Jenseits von Natur und Kultur (daraus das Kapitel: „Die Gewißheiten des Naturalismus“). Frankfurt a.M. 2011.

Donna Haraway: Ein Manifest für Cyborgs. Feminismus im Streit mit den Technowissenschaften. In: Dies., Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen. Frankfurt a.M. 1995, S. 33-72.

Dies.: Unruhig bleiben. Die Verwandschaft der Arten im Chthuluzän. Frankfurt a.M. 2018 (Auszüge).

Claude Lévi-Strauss: Das wilde Denken. Frankfurt a.M., 1968 (Auszüge)

Georg Lukács: Die Theorie des Romans. Ein geschichtsphilosophischger Versuch über die Formen der großen Epik. Berlin, 1922.

Joachim Ritter: Landschaft. Zur Funktion des Ästehtischen in der modernen Gesellschaft. In: Ders., Subjektivität. Sechs Aufsätze. Frankfurt a.M. 1974, S. 141-163.

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Last modified: Su 27.10.2019 16:47