Universität Wien

170707 UE The Critical Museum and Interacting Art (2026S)

Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

max. 30 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

The seminar includes a field trip (in Vienna). This excursion is expected to take place off-site during regular class hours – the specific date and location will be announced during the first session.

  • Wednesday 11.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
  • Wednesday 25.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
  • Wednesday 22.04. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
  • Wednesday 06.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
  • Wednesday 20.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
  • Wednesday 03.06. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
  • Wednesday 17.06. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Aims, contents and method of the course

Der Kunsthistoriker Piotr Piotrowski entwickelte Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre das Konzept des “kritischen Museums”. Das (Kunst-)Museum sollte dem Konzept folgend eine aktive Rolle einnehmen um das umfangreiche Verständnis unserer gegenwärtigen Welt zu unterstützen und die Bedeutung von Gedächtnis und der Vergangenheit zu betonen. Einem demokratischem Grundverständnis nach wäre das kritische Museum zudem ein Forum in der die Tradition, die Hierarchien und die (oft koloniale) Geschichte von Kunstmuseen Gegenstand von fortwährender Befragung sind. Piotrowskis Konzept weist auf die Wichtigkeit hin die kulturelle und kunsthistorische Hegemonie des Westens im kritischen Museum zu hinterfragen und alternative oder parallele Präsentations- und Interventionsstrategien zu schaffen.
Im Falle der Lehrveranstaltung stammen diese Strategien von den intervenierenden Künsten. Wir widmen uns intensiven performativen Auseinandersetzungen welche ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine kritisch-emanzipatorische Wissenproduktion in den Kunstmseen fördern und institutionskritisch agieren. Beispiele werden u.a. die von Elisabeth Jappe kuratierte Sektion der documenta live. Performance-Aktion-Ritual (1987) und Alexandra Piricis An Immaterial Retrospective of the Venice Biennale 55 (2013) miteinschließen. Die Lehrveranstaltung setzt sich zum Ziel die Fragen zu beantworten wie interagierende Kunst in Kunstmuseen und Ausstellungen emanzipatorische Möglichkeitsräume schaffen kann und wie diese performative Interventionen in die Lebensrealität der Kunsterfahrenden reintegriert werden kann.
Durch den Kurs öffnet sich die Welt der Kunstmuseen für Student*innen der Theaterwissenschaft. Studierende erwerben nicht nur fundamentale Kenntnisse des transdisziplinären wissenschaftlichen Arbeitens (mit Grenzüberschreitungen zwischen Performance Studies, New Art History, New Museology und Critical Museum Studies), sondern werden auch im Stande sein die ästhetischen Komponenten und politische Implikationen von interagierenden Kunstwerken zu analysieren. Wir arbeiten uns entlang eines theoretischen Rückgrats, namentlich dem der Idee des „critical museum“, vom einen Fallbeispiel zum anderen und lernen hierbei die temporalen und geopolitischen Kontexte der performativen Interventionen im Museum kennen. Die Studierenden erhalten auch Möglichkeit mit Gastvortragenden ins Gespräch zu kommen, während der Exkursion Formen der Kunstpräsentation zu beobachten, und somit Wissen unmittelbar aus der künstlerischen und kuratorischen Praxis zu erlangen. Detailliertes Feedback von der Lehrenden hilft Student*innen zudem ihre Soft Skills im wissenschaftlichen Präsentieren und Schreiben weiterzuentwickeln.
Die einzelnen Kurseinheiten werden eine Mischung aus Kurzvorträgen und Inputs der Lehrenden, der tiefgründigen Besprechung und Diskussion von Lektüreinhalten gegengelesen mit dem übergreifenden Thema der Lehrveranstaltung und den gezeigten Fallbeispielen. Studierende werden Fragestellungen in Kleingruppen bearbeiten und erstellen hierbei digitale oder analoge Notizen, Skizzen und Mind Maps die sie im Forum präsentieren und zur Diskussion stellen. Die Lehrende wird bemüht sein für das Seminar 2-3 Expert*in*nen für einen (online) Vortrag oder Round-Table-Gespräch zu gewinnen – idealerweise wären ein*e* Künstler*in*, ein*e* Kurator*in* und ein*e* Projektmanager*in* oder ein*e Mitarbeiter*in* der Museumsverwaltungen unter den Gästen. Teil des Seminars ist ein Exkursionstermin (in Wien) um das erworbene Wissen im Field Trip auszutesten. Der Exkursionstermin wird voraussichtlich off-site im zeitlichen Rahmen einer Lehrveranstaltungseinheit stattfinden. Wenn es die Umstände erlauben, werden wir die Exkursion mit einem Plenumsgespräch abschließen an der auch der*die* Kurator*in* der besuchten Ausstellung aktiv teilnimmt.

Assessment and permitted materials

Lektürebesprechung, mind. 2 max. 3 Seiten
Exkursionsbericht, mind. 1 max. 2 Seiten
Referat, 20 Minuten

Studierende erstellen die Lektürebesprechung und den Exkursionsbericht selbständig, auf Basis von angegebener wissenschaftlicher Literatur, aktiver Recherchearbeit eingebettet in den inhaltlichen Rahmen der Lehrveranstaltung. Dieselbe Vorbereitungsmethodik gilt für das Referat. Beim Vortragen können die eigenen Notizen als Hilfsmittel benutzt werden.
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Hinweis der Studienprogrammleitung: Wir möchten faire Bedingungen für alle Studierenden sicherstellen. Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen. Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) für die Produktion von Texten ist nur dann gestattet, wenn dies ausdrücklich eingefordert wird. Alle Informationen zu Ihren Rechten und Pflichten finden Sie in der Satzung, https://satzung.univie.ac.at/studienrecht/.

Minimum requirements and assessment criteria

Für eine positive Gesamtnote müssen alle Teilleistungen erbracht werden.

Die maximale konsequenzlose Fehlzeit beträgt eine Doppeleinheit (2 Einheiten á 90 Minuten).

Die Beurteilung auf Grundlage einer seriösen wissenschaftlichen Praxis und beruht auf den Angaben des vom SPL veröffentlichten Handbuch des wissenschaftlichen Arbeitens (siehe: https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/wissenschaftliches-schreiben/wissenschaftliches-arbeiten/).

Lektürebesprechung: 25% der Gesamtnote
Exkursionsbericht: 20% der Gesamtnote
Referat: 55% der Gesamtnote

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Hinweis der Studienprogrammleitung: Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen in der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sind in der Regel Präsenzveranstaltungen, in denen die aktive Mitarbeit oder die Zusammenarbeit der Studierenden zur Erreichung der Lehr- und Lernziele erforderlich ist und in denen Teilleistungen erbracht werden müssen. Daher gilt eine generelle Anwesenheitspflicht, mit bis zu 3 Fehleinheiten (6 SWS) im wöchentlichen Format bzw. mit bis zu max. 20% Prozent der Gesamtzeit in Blockformaten. Für Fehlstunden können Lehrende eine Ersatzleistung einfordern; weitere Fehlstunden können, gegen eine Kompensationsleistung, angefragt werden, ihre Bewilligung liegt aber im Ermessen der jeweiligen Lehrperson in Hinblick auf die Kursziele und deren didaktische Vermittlung. Die Gleichbehandlung der Studierenden ist zu gewährleisten.
In Übereinstimmung mit §10, Abs. 1 des studienrechtlichen Teils der Satzung sind diese Anwesenheitsregelungen auf u:space jedem Kurs hinzugefügt. Sie können jedoch ersetzt werden durch individuelle Regelungen seitens der jeweiligen Lehrperson, in Hinblick auf die Kursziele und deren didaktische Vermittlung. Diese Regelungen müssen in Ersatz dieser Notiz auf u:space eingetragen werden und gelten verbindlich für den jeweiligen Kurs.

Examination topics

Prüfungsstoff ist die Pflichtlektüre der Lehrveranstaltung und die von der Lehrenden übermittelten Inhalte, sowie die eigenständig, im Zuge der Recherche-Arbeit erworbenen Kenntnisse.

Reading list

Julian Sverre Bauer/Maja Figge/Lisa Großmann/Wilma Lukatsch (Hg.), Künste dekolonialisieren. Ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernens, Bielefeld: transcript, 2023.

Claire Bishop, „Black Box, White Cube, Gray Zone,“ TDR, Sommer 2018, Jg. 62, Heft 2, S. 22-42.

Claire Bishop, „The Perils and Possibilities of Dance in the Museum: Tate, MoMA, and Whitney,“ Dance Research Journal, Dezember 2014, Jg. 46, Heft 3, S. 63-76.

Franziska Brüggmann, Institutionskritik im Feld der Kunst. Entwicklung – Wirkung – Veränderungen, Bielefeld: transcript, 2020.

Sonke Gau/Angeli Sachs/Thomas Sieber (Hg.), Museum und Ausstellung als gesellschaftlicher Raum, Bielefeld: transcript, 2024.

Katarzyna Murawska-Muthesius und Piotr Piotrowski, „Introduction. From Museum Critique to the Critical Museum,” Katarzyna Murawska-Muthesius und Piotr Piotrowski (Hg.), From Museum Critique to the Critical Museum, Routledge: London/New York, 2015, S. 1-12.

Juliane Rebentisch, „Forms of Participation in Art,“ Qui Parle, Frühling/Sommer 2015, Jg. 23, Heft 2, S. 29-54.

Hannah Rocchi, Choreografie im Museum als Institutionskritik. Räumlichkeiten zwischen White Cube und Black Box, Bielefeld: transcript, 2024.

Sarah Maria Ullrich, Social-Media und Museum. Wie digitale Bilder und ästhetische Praktiken die Kunsterfahrung verändern, Bielefeld: transcript, 2024.

Sandra Umathum, Kunst als Aufführungserfahrung. Zum Diskurs intersubjektiver Situationen in der zeitgenössischen Ausstellungskunst. Felix Gonzalez-Torres, Erwin Wurm und Tino Sehgal, Bielefeld: transcript, 2014.

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Last modified: Mo 27.07.2026 09:27