Universität Wien FIND

180052 LPS Plato: Euthyphro, Apology, Crito (2019S)

für Lehramt und MA Ethik

5.00 ECTS (3.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Continuous assessment of course work

Details

max. 45 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Achtung: Unentschuldigte Abwesenheit in der ersten LV-Einheit führt zur automatischen Abmeldung!! Sollten Sie in der ersten Einheit verhindert sein oder mit Verspätung kommen müssen, schreiben Sie rechtzeitig eine Email an: donata.romizi@univie.ac.at

Tuesday 19.03. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 26.03. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 02.04. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 09.04. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 30.04. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 07.05. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 14.05. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 21.05. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 28.05. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 04.06. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 18.06. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Tuesday 25.06. 16:45 - 19:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

ZIELE UND INHALTE

In diesem LPS werden wir uns
1) inhaltlich, hauptsächlich mit der Figur des Sokrates beschäftigen, und
2) methodologisch, in der wissenschaftlichen Herangehensweise an philosophische Texte üben.

Zu (1): Die hier ausgewählten Dialoge von Platon sollen uns ermöglichen, die Figur des Sokrates kennenzulernen und seine Bedeutung für die Philosophie zu verstehen. Sokrates ist eine zentrale Figur für das Selbstverständnis der Philosophie. Viele betrachten ihn als den ersten Philosophen überhaupt (Cicero nennt ihn z.B. _parens philosophiae_), und auch diejenigen, die frühere Denker als Philosophen betrachten, nennen sie meistens_Vorsokratiker_, was ebenfalls die zentrale Rolle des Sokrates bezeugt. Spätere, große Philosophinnen und Philosophen haben sich mit Sokrates und seinem philosophischen Ansatz gründlich beschäftigt (bspw. Hegel, Kierkegaard, Nietzsche, Arendt). Andere haben aus seiner berühmten Mäeutik eine spezielle Methode für das Lehren und Lernen der Philosophie entwickelt (siehe das (Neo-)Sokratische Gespräch nach Leonard Nelson und Gustav Heckmann).
Sokrates selbst hinterließ aber wohl keine schriftlichen Werke. Wenn wir also wissen und verstehen wollen, wer Sokrates war, wie er im Athen des 5. Jahrhunderts v.Chr. wirkte, was das Besondere bzw. das Philosophische an diesem Wirken war, müssen wir uns auf die Darstellung Anderer verlassen. Ganz im Vordergrund stehen in dieser Hinsicht die Werke seines Schülers Platons, von denen wir drei behandeln werden: Erstens, den Euthyphron, um einige wesentliche Merkmale der Sokratischen Gespräche herauszuarbeiten. Zweitens, Die Apologie des Sokrates, die die Verteidigungsrede von Sokrates vor dem athenischen Volksgericht in literarischer Form wiedergibt (wobei die historische Authentizität der platonischen Erzählung umstritten ist). Drittens, Kriton, einen Dialog, in dem Sokrates im Gefängnis nach dem Todesurteil die Gründe dafür erklärt, dass er die Möglichkeit einer Flucht ablehnt. Diese Werke bringen den philosophischen Ansatz von Sokrates und seine politische Bedeutung sehr schön ans Licht und bieten außerdem die Möglichkeit, sich mit wichtigen frühen Werken Platons auseinanderzusetzen.

Zu (2): In der LV werden wir eine wissenschaftliche Herangehensweise an philosophische Primärtexte üben: Kontextualisierung und Vertiefung mithilfe von Sekundärliteratur; strukturelle und begriffliche Analyse; Identifizierung von Argumentationslinien; Formulierung von sinnvollen und fruchtbaren Fragen für das Verständnis des Textes.

METHODE
- Selbstständige Lektüre der Primärtexte (begleitet von hilfreicher Sekundärliteratur. Achtung: es werden u.a. Texte auf Englisch benutzt).
- Erklärung, Kontextualisierung und Analyse der Texte durch die Lehrende in der LV; Besprechung dieser Inhalte im Plenum.
- Besprechung der Inhalte in kleinen Gruppen (in der LV).

Assessment and permitted materials

Die Benotung wird sich auf die folgenden Teilleistungen beziehen:
- Aktive Teilnahme an der LV: Anwesenheit, Beiträge zur Besprechung der Inhalte im Plenum, Beiträge zu den Gruppendiskussionen.
- Zwei schriftliche Tests (offene Fragen): mid-term, end-term.

Minimum requirements and assessment criteria

Mindestanforderungen:
- Anwesenheit: max. 3 mal fehlen
- Verfassung der schriftlichen Tests (wenn jemand aus schwerwiegenden und dokumentierten Gründen bei einem der Termine fehlt, kann ein extra Termin für das Nachholen des Tests organisiert werden)

Gewichtung der verschiedenen Leistungen (Richtwert):
- Aktive Teilnahme an der LV: 20% der Endnote
- Schriftliche Tests: jeweils 40% der Endnote

Beurteilungsmaßstab:
Inhaltliche und formale Qualität der mündlichen und schriftlichen Leistungen.
Fähigkeit, den Text verständlich zu rekonstruieren und zu kontextualisieren. Vertrautheit mit den wichtigsten Begriffen. Fähigkeit, Sekundärliteratur und Primärtexte miteinander in Zusammenhang zu bringen. Fähigkeit, gelernte Inhalte eigenständig (kein bloßes Auswendiglernen!) und zugleich mit Präzision sowie kompetenter Verwendung (wo nötig) von Fachtermini zu erklären. Fähigkeit, argumentative Strukturen zu rekonstruieren. Fähigkeit, genaue Fragen angemessen (z.B. ohne irrelevante Abschweifungen) zu beantworten.
Formale Qualität: korrekte Sprache, Klarheit, Verständlichkeit, kompetente Verwendung von Fachtermini, Angemessenheit der Beiträge zur Diskussion.

Examination topics

Diese LV ist prüfungsimmanent: Prüfungsstoff ist also alles, was in der LV gelesen und behandelt wird.

Reading list

Aus dem Dialog Euthyphron werden wir nur einige Teile lesen, die auf Moodle zu finden sein werden.
Die anderen zwei Dialoge (Apologie und Kriton) wollen wir vollständig lesen; es wäre also empfehlenswert, sie zu erwerben oder in einer Bibliothek auszuborgen. Von den zwei Werken gibt es verschiedene deutsche Übersetzungen, und es kann sogar vom Vorteil sein (wenn auch ein wenig mühsam), wenn in der LV nicht alle dieselbe Übersetzung haben: so entstehen fruchtbare Diskussionen über wichtige Begriffe und man wird sich der Distanz, die uns von den antiken philosophischen Texten trennt, aus direkter Erfahrung bewusst.
Wer die zwei Werke in einem einzigen Band haben möchte, kann zu einer der folgenden zwei Ausgaben greifen:
- Band 1 von: Platon, Sämtliche Dialoge (7 Bände), übersetzt und herausgegeben von Otto Apelt, Hamburg: Meiner, 1993 (oder spätere Neuauflagen).
- Platon, Apologie des Sokrates. Kriton, Übersetzung, Anmerkungen u. Nachweisen von Manfred Fuhrmann, Stuttgart: Reclam 1986 (oder spätere Neuauflagen).
Weitere Übersetzungen finden Sie in der FB Bibliothek Philosophie.
Hilfreiche Sekundärliteratur zu den Primärtexten und den in ihnen behandelten Themen wird auf Moodle und in einem Handapparat in der FB Bibliothek Philosophie zu Verfügung gestellt. ACHTUNG: Einige Texte sind auf Englisch!

Association in the course directory

Last modified: Th 04.07.2019 11:48