Universität Wien
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180183 VO-L Philosophy and History of Science in Psychoanalytic Research - Part 1 (2025W)

Initial research attempts

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Hinweis der SPL Philosophie:

Das Abgeben von ganz oder teilweise von einem KI-tool (z.B. ChatGPT) verfassten Texten als Leistungsnachweis (z.B. Seminararbeit) ist nur dann erlaubt, wenn dies von der Lehrveranstaltungsleitung ausdrücklich als mögliche Arbeitsweise genehmigt wurde. Auch hierbei müssen direkt oder indirekt zitierte Textstellen wie immer klar mit Quellenangabe ausgewiesen werden.

Die Lehrveranstaltungsleitung kann zur Überprüfung der Autorenschaft einer abgegebenen schriftlichen Arbeit ein notenrelevantes Gespräch (Plausibilitätsprüfung) vorsehen, das erfolgreich zu absolvieren ist.

Registration/Deregistration

Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).

Details

Language: German

Examination dates

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Sprechstunde: Im Wintersemester 2025/26 findet die Sprechstunde von Univ.-Prof. Dr. Patrizia Giampieri-Deutsch ab Montag, 13.10.2025, nach 14:45 nach Vereinbarung und Voranmeldung (E-Mail) im Zimmer A0307 beim Haupteingang des Instituts für Philosophie im 3. Stock des NIG statt. Vom NIG-Haupteingang führt der Aufzug genau vor dem Haupteingang des Instituts für Philosophie.

  • Monday 13.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 20.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 27.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 03.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 10.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 17.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 24.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 01.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 15.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 12.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
  • Monday 19.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Aims, contents and method of the course

LV-Ziele: Die zweiteilige LV zielt darauf ab, die Studierenden der Philosophie in die Geschichte und in das kritische Verhältnis der Wissenschaftsphilosophie zu den Behandlungs- und Forschungsmethodologien der Psychoanalyse einzuführen. Die Studierenden können das für ihre zukünftige fachübergreifende Forschung fruchtbar einsetzen.

LV-Inhalte: Die Teilnahme am Teil 1 der LV im WS 2025/26 setzt die weitere Teilnahme am Teil 2 der LV im SoSe 2026 nicht voraus.
Die LV wird sich mit für den Austausch mit den anderen Wissenschaften zentralen Stellungnahmen der Wissenschaftsphilosophie zur Psychoanalyse befassen. In einem ersten Schritt wird erläutert, dass die spezifische Forschung der Psychoanalyse nicht nur nach außen hin, also gegenüber der Wissenschaftsphilosophie, der Öffentlichkeit und den Versicherungsträgenden, sondern auch nach innen in der psychoanalytic community selbst weitgehend unbekannt geblieben ist. In der Folge wird die LV aufzeigen, dass gerade die Berücksichtigung der breitgefächerten Forschungsgeschichte der Psychoanalyse für ein wissenschaftsphilosophisches Verständnis der Disziplin unerlässlich ist.
Es wird in den Mittelpunkt gestellt, dass es weder im Bezugsrahmen der Dilthey‘schen Dichotomie von Natur- und Geisteswissenschaften noch im Rahmen der Theorie der Einheit der Wissenschaft genügend Ansatzpunkte gibt, sich der Psychoanalyse (und anderen Gesundheitswissenschaften) wissenschaftsphilosophisch anzunähern und dass erst die Jerry Fodor’sche Theorie der Spezialwissenschaften wissenschaftsphilosophische Untersuchungen ermöglicht, die der spezifischen Beschaffenheit der Disziplin gerecht werden. Denn erst eine eingehende wissenschaftsphilosophische Einschätzung der Psychoanalyse wird es wiederum erlauben, einen ausgewogenen zweiten Blick auf die Wissenschaftsgeschichte der Psychoanalyse zu richten.
Obwohl die Philosoph*innen rund um den Wiener Kreis und dessen Umfeld die Psychoanalyse aufmerksam rezipierten, war die Annäherung an die Psychoanalyse seitens Wissenschaftsphilosophen wie Karl Popper und Ernest Nagel von Unverständnis geprägt, sodass sie ihr in ihren Stellungnahmen gänzlich den Status einer Wissenschaft absprachen.
Die kritischen Einwände des Wissenschaftsphilosophen Adolf Grünbaum und seiner Nachfolge - wie z. B. Edward Erwin und Malcom Macmillian - gegen die Methode der klinischen Fallstudie in der Psychoanalyse und der psychodynamischen Psychotherapie wurden von der Psychoanalyse gründlich rezipiert. Auf der Ebene der Psychoanalyse als Psychotherapie konnte Grünbaum die Unumgänglichkeit eines Weges über die extraklinische Forschung verständlich machen, um die Wirksamkeit der Psychoanalyse als Behandlungsmethode zu belegen, und trug somit zur Intensivierung der Psychotherapie-Forschung, insbesondere der Ergebnisstudien der psychoanalytischen Behandlung bei. Freuds Verständnis nach bildet die Psychoanalyse jedoch nicht nur eine psychotherapeutische Behandlungsform, sondern sie bietet auf einer zweiten Ebene auch eine allgemeine Theorie des Geistes an. Eine früh entstandene Tradition und eine zunehmende Anzahl interdisziplinärer experimenteller psychoanalytischer Studien wenden sich der Überprüfung der theoretischen Grundannahmen der Psychoanalyse sowie der psychodynamischen Modelle des Geistes zu, welche im Teil 1 einführend vorgestellt werden. Des Weiteren bietet die Psychoanalyse auf einer dritten Ebene eine Untersuchungsmethode der bewussten und nicht-bewussten subjektiven und intersubjektiven Erfahrung im Rahmen des psychoanalytischen Prozesses zwischen Psychoanalytiker*in und Analysand*in an, die von Grünbaum mehr als Schwachstelle möglicher wissenschaftlicher Untersuchungen denn als neues Forschungsfeld eingeschätzt wurde. Denn die subjektiven und intersubjektiven Erfahrungen erschienen Grünbaum als eine durch Suggestion "kontaminierte" - nicht verlässliche - Quelle klinischer Daten, die aus diesem Grund durch extraklinische Daten aus der empirischen Forschung ersetzt werden sollten.

Assessment and permitted materials

LV-Methode: Die LV wird als VO-L wöchentlich gehalten und durch die Lektüre der auf Moodle hochgeladen Texte begleitet.

LV-Art der Leistungskontrolle: Schriftliche Prüfung im Open-Book-Format.
Lehrveranstaltungsleitung und Prüfungsaufsicht: Frau Univ.-Prof. Dr. Patrizia Giampieri-Deutsch betreut Sie während Ihrer MC-Prüfung am Prüfungsort.
An- und Abmeldung zur Prüfung: Studierende sind verpflichtet, sich selbständig in der gegebenen Frist über u:space zum gewünschten Prüfungstermin an- bzw. abzumelden.
Wer sich nicht rechtzeitig und korrekt anmeldet und erfüllt Voraussetzungen für diesen Antritt nicht, kann nicht zur Prüfung antreten. Wer sich nicht rechtzeitig von der Prüfung abmeldet, aber nicht antritt, muss als NE (= nicht erschienen) eingetragen werden und ist für den chronologisch nächsten Prüfungstermin gesperrt.
An- und Abmeldungen für die Prüfungen obliegen ausschließlich der Studienadministration (SSC-Philosophie und Bildungswissenschaft, Universität Wien), d.h. Lehrende können Studierende weder an- noch abmelden.
Nach Ablauf der Anmeldefrist führt das SSC keine manuellen Nachmeldungen für Prüfungen mehr durch. Mit Verweis auf die bestehende Frist dürfen Lehrende keine Nachmeldungen nach der Frist an das SSC weiterzuleiten.
Sollten sich Studierende vor dem Ablauf der Anmeldefrist mit Schwierigkeiten bei der Anmeldung an die Lehrenden wenden, verweisen die Lehrenden sie bitte direkt an das SSC der Bildungswissenschaft.
Der Prüfungsmodus wurde vor der Prüfung kommuniziert.
Mit ordnungsgemäßer Anmeldung zur Prüfung wurde der Prüfungsmodus akzeptiert. Dieser Antritt wird auf die Gesamtzahl der Prüfungsantritte dieser Prüfung dazugezählt.
Die Angemeldeten erklären eidesstattlich mit der Teilnahme an dieser Prüfung, dass sie diese Prüfung selbständig, ohne Hilfe Dritter und ohne unerlaubte Hilfsmittel ablegen. Die Prüfung kann zur Kontrolle einer Plagiatsprüfung unterzogen werden.
Innerhalb der Beurteilungsfrist von vier Wochen kann die*der Prüfer*in auch mündliche Nachfragen zum Stoffgebiet der Prüfung vornehmen. Dies kann auch stichprobenartig erfolgen.
Unerlaubte Hilfsmittel: Werden unerlaubte Hilfsmittel (Mobiltelefone, Computer, Tablets u.s.w.) verwendet und/oder die Prüfung nicht selbständig geschrieben, wird die Prüfung nicht beurteilt und mit einem X im Sammelzeugnis dokumentiert.
Abbruch der Prüfung: Wird die Prüfung ohne Angabe eines wichtigen Grundes abgebrochen wird die Prüfung mit „nicht genügend“ beurteilt. Bei allfälligen Problemen wenden Sie sich an die Lehrveranstaltungsleitung oder die Prüfungsaufsicht.

Minimum requirements and assessment criteria

LV-Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

LV-Mindestanforderungen: Vorbereitung des Prüfungsstoffs der VO-L mittels der auf Moodle hochgeladenen Materialien. Teilnahme an der schriftliche Prüfung im Open-Book-Format.
Modalität der schriftlichen Prüfung: Es werden fünf (5) Fragen zu je maximal 100 Punkten zu beantworten sein. Die Fragen, welche in Essays (= ein Essay bedeutet hier ein kurzer Text) im Ausmaß von etwa 200 Wörtern (eine halbe bis ganze Seite) zu beantworten sind, zielen auf das Verständnis des Unterrichtsstoffes, insbesondere auf das Erklären von Sachverhalten und Zusammenhängen. In den Prüfungen mit offenen Fragen im Open-Book-Format wird ein Prüfungsbogen verteilt, und Sie können zur Prüfung die Literatur der Lehrveranstaltung verwenden.

LV-Beurteilungsmaßstab: Die Gesamtleistung der schriftlichen Prüfung wird mit der fünfteiligen Notenskala: sehr gut (1), gut (2), befriedigend (3), genügend (4) bzw. nicht genügend (5) beurteilt.
Notenschlüssel: Es sind 5 Fragen zu je maximal 100 Punkten zu beantworten.
Sehr Gut (1): 87 - 100 Punkte
Gut (2): 75 - 86,99 Punkte
Befriedigend (3): 63 - 74,99 Punkte
Genügend (4): 50 - 62,99 Punkte
Nicht Genügend (5): 49,99 - 0 Punkte
Kleiner als 49,99 - 0 Punkte: Nicht Genügend (5)

Die Studierenden können ein Feedback über ihre laufenden Leistungen erhalten.

Examination topics

Das Prüfungsverzeichnis ist eine Kurzliste aus der Gesamtliteratur der VO-L, welche auf Moodle hochgeladen wird.

Reading list

Psychoanalytic Electronic Publishing (PEP): http://www.pep-web.org.uaccess.univie.ac.at
Barth, F., Giampieri-Deutsch, P., Klein, H.-D., Hg. (2012). Sensory Perception. Wien, N.Y.: Springer.
Erwin, E. (1996). A Final Accounting. Cambridge, MA: MIT Press.
Erwin, E. (2002). The Freud Encyclopedia. N.Y., London: Routledge.
Farrell, B.A. (1981). The Standing of Psychoanalysis. N.Y., Oxford: University Press.
Fisher, S., Greenberg, R.P. (1985). The Scientific Credibility of Freud´s Theories and Therapy. New York: Columbia University Press.
Fisher, S., Greenberg, R.P. (1996). Freud Scientifically Reappraised: Testing the Theories and Therapy. N.Y.: Wiley.
Fisher, S. und Greenberg, R.P. (2002). Scientific Tests of Freud´s Theories and Therapy. In The Freud Encyclopaedia, hg. E. Erwin. Routledge: N.Y., London, 509-514.
Fodor, J. (1975). Special sciences, or the disunity of science as a working hypothesis. In The Language of the Thought. N.Y.: Crowell, 9-25.
Fodor, J. (1997). Special sciences: Still autonomous after all these years. Noûs 31: 149-163.
Freud, S. (1933a [1932]). 35. Vorlesung. Über eine Weltanschauung. Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. GW 15, 170-197.
Frenkel-Brunswik, E. (1954). Psychoanalysis and the Unity of Science. Contributions to the Analysis and Synthesis of Knowledge. Proceedings of the American Academy of Arts and Sciences 80 (4): 271-350.
Green, A. (1996a). Welche Forschung für die Psychoanalyse? International Psychoanalysis. The Newsletter of the IPA 5 (1): 10-14.
Green, A. (1996b). Antwort auf Robert S. Wallerstein. International Psychoanalysis. The Newsletter of the IPA 5 (1): 18-21.
Grünbaum, A. (1984). Die Grundlagen der Psychoanalyse. Stuttgart: Reclam 1988.
Grünbaum, A. (1991). Eine zusammenfassende Darstellung von ‚Die Grundlagen der Psychoanalyse. Eine philosophische Kritik.‘ In Kritische Betrachtungen zur Psychoanalyse, hg. A. Grünbaum. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag, 3-31.
Grünbaum, A. (1993). Validation in the Clinical Theory of Psychoanalysis. Psychological Issues. Monograph 61. Madison CT: International Universities Press.
Grünbaum, A. (2002). Critique of psychoanalysis. In The Freud Encyclopedia, hg. E. Erwin. New York, London: Routledge, 117–136.
Giampieri-Deutsch, P., Hg. (2005). Psychoanalysis as an Empirical, Interdisciplinary Science. Wien: Verlag ÖAW.
Giampieri-Deutsch, P. (2010). Some Remarks on Psychoanalytic Research and Universities. International Forum of Psychoanalysis 19 (4): 210-217.
Giampieri-Deutsch, P. (2012). Psychoanalysis: Philosophy and/or science of subjectivity? Prospects for a Dialogue between phenomenology, philosophy of mind, and psychoanalysis. In Founding Psychoanalysis Phenomenologically. Phenomenological Theory of Subjectivity and the Psychoanalytical Experience, hg. D. Lohmar, J. Brudzinska. Phaenomenologica 199, Dordrecht: Springer, S. 83-103.
Giampieri-Deutsch, P. (2018). Zu den Ursprüngen der Frage der Voraussage in der Psychoanalyse in Wien und zu ihrer Fortsetzung in der Emigration. In Strukturen und Netzwerke – Medizin und Wissenschaft in Wien, 1848-1955, hg. D. Angetter et.al. Göttingen, Wien: V & R unipress, Vienna University Press, 763-785.
Giampieri-Deutsch, P. (2018). Dare we examine the origins of the psychoanalytic life of the session? Discussion: Two examples of research ‘within’ psychoanalysis. Psychoanalyse in Europe. Bulletin of the EPF 72: 215-222.
Giampieri-Deutsch, P. (2019). Das Problem des Fremdpsychischen. Bollettino Filosofico 34: 90-110.
Giampieri-Deutsch, P. (2020b). Die Relevanz der Wissenschaftsgeschichte für die Wissenschaftsphilosophie. In Wozu Wissenschaftsgeschichte?, hg. H. Hunger. Bd. 16. Wien: Verlag ÖAW,39-55.
Macmillian, M. (1997). Freud Evaluated. Cambridge, MA: MIT Press.
Oppenheim, P., Putnam, H. (1958). Unity of science as a working hypothesis. In Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Bd. 2, hg. H. Feigl, M. Scriven, G. Maxwell. Minneapolis: University of Minnesota Press, 3-36.

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Last modified: Th 22.01.2026 07:06